Stand: 03.07.2017 09:50 Uhr

Eiweiß-Shakes zum Abnehmen: Worauf kommt es an?

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Proteinpulver können eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. Man sollte sie besser mit ärztlicher Beratung anwenden.

Kaum noch überschaubar ist das Angebot an Eiweiß-Shakes, auch Formula-Diäten genannt. Sie werden als Abnehm-Wundermittel gepriesen: Angeblich kurbeln sie die Fettverbrennung an und sorgen dafür, dass die Pfunde nur so purzeln. Die Proteine seien dabei gleichzeitig gut für den Muskelaufbau. Sind sie also eine gute Wahl vor dem Start der Bikini-Saison oder zum Einstieg in eine Diät?

Eiweiß-Pulver individuell auswählen

"Gesundes Abnehmen erfolgt in der Regel durch geringere Kalorienzufuhr und mehr Bewegung", stellt Diabetologe Matthias Riedl fest. So verbrenne der Körper langsam, aber sicher das überschüssige Speicherfett.

In Einzelfällen können Protein-Shakes aber für einen kurzen Zeitraum ein sinnvoller Mahlzeitenersatz sein. Tatsächlich beschleunigen sie den Abnehmerfolg oft ein wenig. "Für Menschen mit sehr starkem Übergewicht oder einer Fettleber ist das manchmal eine Option", sagt Ernährungs-Doc Anne Fleck, "allerdings immer in Absprache mit einem erfahrenen Ernährungsmediziner." Denn der Einsatz solcher Produkte sollte nach einem individuellen, zeitlich genau definierten Plan ablaufen, der sich am Ausgangsgewicht, Grundumsatz und insbesondere an den möglichen Begleiterkrankungen und ihrer Medikation orientiert. "Die Formula darf nicht über- oder unterdosiert werden. Sonst bleibt die Gewichtsabnahme aus - oder der Hunger wird nicht genug gestillt, und es kommt zum Muskelabbau", sagt Riedl. Daher kontrollieren Ernährungsmedziner den Abnehmerfolg regelmäßig mithilfe einer Körperfett- und Muskelmessung (BIA). Nicht zuletzt sind Allergien gegen bestimmte Eiweiße - etwa Soja oder Milch - zu beachten.

Herkunft und Qualität der Proteine sind entscheidend

Die Auswahl des Protein-Shakes sollte aus kompetenter Hand erfolgen, denn es gibt zahlreiche Qualitätskriterien zu berücksichtigen. "Das Wichtige ist, dass man einen Shake nimmt, in dem viele Eiweiße und eventuell Fette vorhanden sind, aber wenig Kohlenhydrate und kein Zucker", erläutert der Internist und Ernährungsmediziner Jörn Klasen. Ein qualitativ guter Eiweiß-Shake sollte höchstens sieben Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm Pulver aufweisen - "sonst wird er sein Abnehm-Versprechen kaum halten".

Der Eiweißanteil sollte etwa 70 Prozent ausmachen. Es gibt Eiweiße tierischer Herkunft (Milch, Molke) und pflanzlicher Herkunft (Soja, Weizen). "Die Qualität des enthaltenen Eiweißes ist entscheidend", sagt Ernährungsmedizinerin Anne Fleck. Eine Mischung aus hochwertigem Molkenprotein und Milchproteinen sei sinnvoll: Die könne der Körper am besten verwerten. Von Soja als Eiweißgrundlage rät Fleck eher ab. "Allerdings können für Menschen mit Laktose-Unverträglichkeit Shakes auf Sojabasis eine Alternative sein", sagt Riedl. Weizeneiweiß hingegen gilt als weniger hochwertig.

Gute und überflüssige Zusatzstoffe

Wichtig sind auch die Zusatzstoffe. Da der Shake eine Hauptmahlzeit ersetzen soll, muss er Ballaststoffe (etwa Inulin), Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium, Spurenelemente wie Zink und Selen sowie Vitamine enthalten. Wovon dagegen möglichst wenig drinstecken sollte, sind künstliche Aromen, Zucker - wie schon erwähnt - und Zuckerersatzstoffe.

Die Ernährungs-Docs verordnen Eiweiß-Shakes manchmal vorübergehend, betonen aber: Eine Formula-Diät ersetzt keine solide Ernährungsumstellung, die individuell passt und auch langfristig gangbar ist. "Wir sollten im Alltag eine Balance finden, die den Körper durch natürliche Nahrungsmittel mit hochwertigem Eiweiß versorgt", rät Anne Fleck: "Am besten geht das, wenn Sie viel Gemüse essen und Eier, Fisch, Fleisch- und Milchprodukte maßvoll dazu kombinieren."

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Hinweis

In den verschiedenen Folgen der Ernährungs-Docs werden unterschiedliche Eiweiß-Pulver genutzt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine einzelnen Produkte oder Handelsnamen empfehlen können.
Inhaltsstoffe der verwendeten Shakes:

  • Eiweiß: Milchprotein, Molkenprotein
  • Kohlenhydrate und Ballaststoffe: Dextrin, Maltodextrin; Inulin
  • Mineralstoffe: Kaliumgluconat, Natriumchlorid, Magnesiumcarbonat, Eisen(II)sulfat, Zinksulfat, Mangan(II)glukonat, Kupfer(II)glukonat, Kaliumjodat und Natriumselenit
  • Vitamine: L-Ascorbinsäure, Nicotinsäureamid, Tocopherylacetat, Calcium-D-Pantothenat, Pyridoxinhydrochlorid, Riboflavin, Thiaminmononitrat, Retinylacetat, Folsäure, Biotin, Cholecalciferol und Cyanocobalamin
  • Süßungsmittel: Saccharin-Natrium

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 03.07.2017 | 21:00 Uhr

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