Sendedatum: 21.01.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Nacken einrenken kann Schlaganfall auslösen

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Krankenkassen übernehmen die Kosten für chirotherapeutische Behandlungen nur bei nachweislich qualifizierten Ärzten.

Die Chiro- oder Manualtherapie befasst sich mit Störungen der Funktionen und der Beweglichkeit des Haltungs- und Bewegungsapparates. Sie arbeitet dabei sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie ausschließlich mit den Händen des Therapeuten. Sie ist insbesondere bei Problemen mit der Wirbelsäule, Haltungsschäden sowie schmerzhaften Bewegungseinschränkungen sehr wirksam.

Mithilfe sanfter Dehn- und Drucktechniken werden bei der mobilisierenden Behandlung schmerzhafte Blockaden gelöst. Im Rahmen sogenannter manipulativer Maßnahmen sollen kontrollierte, schnelle Handgriffe verspannte Muskulatur reflexartig lockern und so die schmerzfreie Beweglichkeit von Gelenken wiederherstellen.

Man unterscheidet mobilisierende und manipulierende Handgriffe

Mobilisierende Handgriffe gelten als weniger riskant. Daher dürfen sie auch von speziell ausgebildetem nichtärztlichem Personal, also zum Beispiel von Physiotherapeuten, angewendet werden. Dagegen gelten Manipulationen an der Wirbelsäule, insbesondere an der Halswirbelsäule, als riskant. Denn beim Einrenken von Halswirbeln kann es zu Verletzungen von Blutgefäßen kommen. Schon kleine Einrisse der Innenwand dieser Arterien können gravierende Folgen haben.

Im Rahmen eines solchen Einrisses kann es zur Bildung von Blutgerinnseln kommen. Löst sich ein solches Gerinnsel, kann es das Blutgefäß ganz oder teilweise verschließen und so einen Schlaganfall verursachen.

Chirotherapeuten ausschließlich Ärzte

Bei Chirotherapeuten handelt es sich ausschließlich um Ärzte. Ihre Ausbildung ist standardisiert und die Berufsbezeichnung gesetzlich geschützt. Heilpraktiker bezeichnen sich als Chiropraktiker oder Chiropraktoren. Ihre Ausbildung ist nicht einheitlich geregelt und kann hinsichtlich der Qualität stark variieren. Die Ausbildung zum Chiropraktor wird in Deutschland nicht angeboten. In Ländern wie der Schweiz, England oder Amerika sind Chiropraktoren den Ärzten gleichgestellt. Ihre Ausbildung umfasst ein fünfjähriges Universitätsstudium sowie ein klinisches Assistenzjahr mit einer staatlichen Prüfung.

In Deutschland ist ein Chiropraktor nicht als Arzt anerkannt und daher als Heilpraktiker tätig. Die Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten für chirotherapeutische Maßnahmen nur bei nachweislich qualifizierten Ärzten, nicht dagegen bei Heilpraktikern. 

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Interviewpartner:

Im Studio:
Dr. Peter Kupatz
Ärztlicher Direktor und Chefarzt
Dr. Ebel Fachkliniken GmbH & Co.
Moorbad Doberan
Schwaaner Chaussee 2
18209 Bad Doberan
Tel. (038203) 936 04, Fax: (038203) 936 50
E-Mail: kupatz(at)moorbad-doberan.de

Im Beitrag:
Prof. Dr. Martin Sommer
Oberarzt der Klinik für Klinische Neurophysiologie
Universitätsmedizin Göttingen
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen

Dr. Alexander Mohr
Facharzt für Radiologie
Oberarzt der Abteilung  für Neuroradiologie
Universitätsmedizin Göttingen
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen

Efe Gökpinar
Chiropractor, MSc. Health Science - clinical biomechanics
Ihr- Chiropraktor
Gustav-Freytag-Straße 1
22085 Hamburg
Tel. (040) 20 22 60 30
Fax: (040) 20 22 60 31
E-Mail: info(at)ihr-chiropraktor.de
Internet: www.ihr-chiropraktor.de/

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Visite | 21.01.2014 | 20:15 Uhr

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