Sendedatum: 02.07.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Bluthochdruck durch Hormonstörung

Lässt sich ein Bluthochdruck selbst mit der gängigen medikamentösen Therapie nicht beherrschen, kann ein primärer Hyperaldosteronismus vorliegen.

Dabei kommt es zu einer erhöhten Produktion des Nebennierenhormons Aldosteron und damit zu einer vermehrten Kaliumausscheidung. Gleichzeitig vermindert sich die Natrium- und Wasserausscheidung. Dies wiederum führt zu einem erhöhten Blutdruck mit Symptomen wie Kopfröte, Kopfschmerzen, Brustenge, Luftnot, Ohrenrauschen, Nasenbluten oder auch Sehstörungen. Der durch die vermehrte Kaliumausscheidung verminderte Kaliumspiegel im Blut führt zusätzlich zu Herzrhythmusstörungen.

Erkrankung tritt meist im Alter zwischen 30 und 50 auf

Besonders häufig tritt die Erkrankung zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr auf. Selbst ein spezieller Schrittmacher zur Blutdruckkontrolle kann gegen einen Hyperaldosteronismus nur wenig ausrichten, während dieser bei anderen schwer zu therapierenden Hochdruckformen erfolgreich ist. Solche Schrittmacher gaukeln dem Gehirn über eine Stimulierung der Nervenknoten in der Halsschlagader, die den Blutdruck überwachen, einen dauerhaft zu hohen Blutdruck vor - und bewirken so über eine Gefäßerweiterung eine Senkung des Blutdruckes. Sie können bei Patienten mit einem dauerhaften Blutdruck über 160 mmHg eingesetzt werden, die mindestens drei verschiedene Medikamente erfolglos eingenommen haben.

Patienten mit einem Hyperaldosteronismus fallen zwar auch in diese Zielgruppe, profitieren aber von dem Schrittmacher deutlich weniger als Betroffene mit anderen Blutdruckformen. Deshalb sollte bei einem Bluthochdruck, der nicht auf Medikamente anspricht, immer auch ein Hyperaldosteronismus ausgeschlossen werden. Das ist mit einem Blut- oder Urintest möglich.

Was sind die Ursachen?

Die häufigsten Ursachen eines Hyperaldosteronismus sind eine beidseitige Vergrößerung der Nebennieren, ein Aldosteron produzierender gutartiger Nebennierentumor sowie ein ererbter Gendefekt. Bei dieser seltenen, auch glukokortikoid-supprimierbarer Hyperaldosteronismus (GSH) genannten Erkrankung produziert ein bestimmtes Gen ein Enzym, das zu einer erhöhten Aldosteronproduktion führt.

Typisch für diese Form des Hyperaldosteronismus ist eine Blutdrucksenkung unter einer Kortisontherapie, während diese normalerweise den Blutdruck steigen lassen müsste.

Liegt ein solcher Gendefekt vor, lässt sich der Hyperaldosteronismus gut mit einer niedrigen Dosierung des Kortisons Dexymethason behandeln. Bei einer beidseitigen Vergrößerung der Nebennieren helfen dagegen Aldosteronantagonisten wie Spironolacton oder Eplerenon, bei einem Aldosteron produzierenden Tumor wird die betroffene Nebenniere operativ entfernt.

Interviewpartner im Beitrag:

Priv.-Doz. Dr. Bernhard Schmidt
Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover

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Visite | 02.07.2013 | 20:15 Uhr

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