Stand: 01.03.2016 11:45 Uhr

Zahnersatz: Welche Krone taugt für wen?

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Eine Krone bedeckt eine kaputten Zahn wie eine große Kappe.

Für einen kaputten Zahn ist eine Krone oft die letzte Rettung. Ist seine Substanz bereits durch Karies zerstört worden, kann der Zahn durch eine Überkronung der "Grundmauern" weiterhin im Mund bleiben. Doch die Kaumuskeln gehören zu den stärksten im ganzen Körper. Damit die Kronen möglichst lange halten, müssen sie aufwendig hergestellt werden. Es gibt drei verschiedene Kategorien von Kronen:

  • Vollguss-Metall-Kronen
  • Verblendkronen
  • Keramikkronen

Zahnreihe.

Welche Krone ist die richtige?

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Ist die Zahnsubstanz stark zerstört, ist es sinnvoll, den Zahn durch eine Krone zu schützen. Aber das kann sehr teuer werden. Worauf sollten Patienten achten?

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Vollguss-Metall-Kronen gut für hintere Backenzähne geeignet

Vollguss-Metall-Kronen gibt es bereits ab 330 Euro. Die Kasse übernimmt 136 Euro des Gesamtpreises. Möchte man sie allerdings aus Gold, wird ein Eigenanteil von etwa 500 Euro fällig. Die Kronen eignen sich besonders für die stark beanspruchten hinteren Backenzähne und halten etwa 15 Jahre. Wer sich für eine solche Krone entscheidet, sollte jedoch keine anderen Metalle und Legierungen wie zum Beispiel Amalgam im Mund haben, da durch elektrische Wechselwirkungen sonst Schmerzen entstehen können.

Verblendkronen: Einsatz im sichtbaren Mundbereich

Verblendkronen aus Metall und Keramik kommen häufig im vorderen, sichtbaren Mundbereich zum Einsatz. Hier wird ein Metallgerüst ganz oder teilweise mit Keramik überzogen (verblendet). Sie kosten zwischen 500 und 600 Euro. Sie reagieren weniger auf andere Metalle im Mund. Damit sie passen, muss der Arzt jedoch mehr Zahnsubstanz wegnehmen als bei anderen Kronen. Für sichtbare Zähne gibt es einen Kassenzuschuss von 186 Euro.

Keramikkronen kaum von echten Zähnen zu unterscheiden

Am unauffälligsten sind die reinen Keramik-Kronen, sie unterscheiden sich kaum von echten Zähnen. Dafür haben sie auch ihren Preis: Zwischen 500 und 1.000 Euro kosten die "Hightech-Beißer". Der Zuschuss der Kassen beträgt hier 186 Euro. Nicht geeignet sind Keramik-Kronen für Patienten, die auf das Material oder den Kleber allergisch reagieren. Auch Zähneknirscher sollten von Keramik lieber Abstand nehmen, da sie leicht kleine Risse bekommen können, die immer größer werden und letztendlich die Krone kaputt machen.

Kunststoff-Kronen: Risiko bei Verträglichkeit und Haltbarkeit

Vorsicht ist übrigens bei Kunststoff-Kronen geboten: Diese enthalten manchmal neue und unerprobte Kunststoffe mit ungewissen Eigenschaften und stellen daher ein Risiko bezüglich Verträglichkeit und Haltbarkeit dar.

Wer Abdrücke scheut und in nur einer Sitzung eine Krone möchte, kann sie sich per Laser und Computer berechnen lassen. Sie wird dann beim Zahnarzt innerhalb von Minuten aus einem Keramikblock gefräst. Für eine gute Passform muss der Zahnarzt Technik und Software allerdings gut beherrschen und billiger ist das nicht.

Sparen mit lückenlosem Bonusheft

Egal für welche Krone man sich entscheidet, Geld spart man auf jeden Fall mit einem lückenlosen Bonusheft. Bis zu 30 Prozent mehr Fest-Zuschuss zahlen die Kassen, also maximal 55 Euro. Und wenn man nicht das Kassenmodell haben möchte, bedeutet das, dass nicht nur die Krone teurer wird, sondern auch die Arbeitsleistung des Zahnarztes. Auch davon muss man dann einen Teil selbst bezahlen. Deshalb ist es wichtig, sich den Heil- und Kostenplan genau erklären zu lassen und im Zweifel zu verhandeln oder einen zweiten Kostenvoranschlag von einem anderen Zahnarzt einzuholen.

Weitere Informationen

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Interviewpartner im Beitrag

Prof. Dr. Matthias Kern
Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik u. Werkstoffkunde
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Tel. (0431) 59 70
Fax. (0431) 59 7 11 78
E-Mail: mkern@proth.uni-kiel.de
Internet: www.uni-kiel.de/proth/

Reinhard Busch
Zahntechniker
Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Arnold-Heller-Straße 3
24105 Kiel
Tel. (0431) 59 70
Fax. (0431) 597 11 78
Internet: www.uni-kiel.de/proth/

Dr. Martin Sasse
Zahnarzt
Poggendörper Weg 3
24149 Kiel
Tel. (0431) 276 56, Fax: (0431) 276 60
Internet: www.drmartinsasse.de

Margrit Hintz
Stellvertretende Geschäftsführerin
Verbraucherzentrale Kiel
Andreas-Gayk-Straße 15
24103 Kiel
Tel. (0431) 590 99 40
Fax: (0431) 59 09 94 77
E-Mail: kiel@vzsh.de
Internet: www.vzsh.de/kiel

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Visite | 01.03.2016 | 20:15 Uhr