Sendedatum: 14.09.2011 09:20 Uhr  | Archiv

Wege aus der Alkoholsucht

von Jochen Paulus

Laut dem jüngsten Drogenbericht der Bundesregierung sind 1,3 Millionen Deutsche alkoholabhängig, 9,5 Millionen sind gefährdet. Viele Abhängige können den Entzug mit Unterstützung einer Suchtberatungsstelle oder eines Arztes ambulant angehen. Dabei wird die Trinkmenge allmählich reduziert. Wer allerdings an schweren Entzugserscheinungen oder gar Delirien leidet, sollte sich in eine Klinik begeben. Etwa jeder dritte Patient benötigt Medikamente, um zunächst körperlich vom Alkohol wegzukommen. Ist das geschafft, kann die mehrmonatige psychologische Behandlung in einer Klinik beginnen.

Praktische Übungen in der Verhaltenstherapie

Wissenschaftlich am besten belegt sind die Erfolgschancen der Verhaltenstherapie. Bei ihr stehen praktische Übungen im Mittelpunkt. Die Patienten lernen, der Versuchung des Alkohols zu widerstehen. Sie sitzen beispielsweise vor einem gefüllten Glas, ohne davon zu trinken. Ebenso trainieren sie, Einladungen zum Mittrinken abzulehnen. Dieser Ansatz setzt sich in deutschen Suchtkliniken immer mehr durch. Andere Kliniken orientieren sich eher an der Psychoanalyse von Sigmund Freud. Sie konzentrieren sich auf die Beziehungen der Patienten zu anderen und wollen ihnen helfen, eine reifere Persönlichkeit zu entwickeln.

Experten empfehlen Selbsthilfegruppe

In der ersten Zeit nach der Entlassung können etwa zwei Drittel der Behandelten auf Alkohol verzichten. Die Hälfte schafft es, auf Dauer abstinent zu bleiben. Allerdings hängen die Chancen stark von der Ausgangslage ab. Bei Menschen mit einem Arbeitsplatz beispielsweise ist die Erfolgsquote höher als bei Arbeitslosen.

Experten empfehlen, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Ideal ist es, wenn die Klinik selbst weiterführende Gruppen organisiert, sodass die Behandlung nahtlos weitergehen kann und sich die Teilnehmer bereits kennen. Eine andere Möglichkeit sind die Anonymen Alkoholiker. Wie viel sie nützen, ist umstritten, doch Organisationen wie die Vereinigung der amerikanischen Psychiater halten sie für hilfreich.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 14.09.2011 | 09:20 Uhr

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