Stand: 31.10.2016 18:35 Uhr  | Archiv

Warum wird uns schwindelig?

Ob morgens beim Aufstehen, beim Karussellfahren oder auf einer längeren Autofahrt: Schwindel (Vertigo) haben die meisten schon einmal erlebt. Häufig gehen die Schwindelgefühle mit Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Ohrgeräuschen einher. Oft stecken harmlose Gleichgewichtsstörungen dahinter, doch manche Schwindelattacken können ein Hinweis auf ernsthafte Erkrankungen sein.

Eine Frau guckt auf eine Grafik unseres Innenohrs.

Was bringt uns aus der Balance?

plietsch. -

Wo sitzt unser Gleichgewichtsorgan? Und was passiert in unserem Körper, wenn uns schwindelig wird? Plietsch erklärt, welche Vorgänge dafür sorgen, dass wir aus der Balance geraten.

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Woher kommt der Schwindel?

Schwindel kann viele Ursachen haben und die Beschwerden sind unterschiedlich. Er ist ein Hinweis, dass etwas im Gleichgewichtssystem gestört ist. Eine Karusellfahrt irritiert es nur kurzfristig. Aber wenn eine Krankheit dahinter steckt, kann es seine Funktion auch stärker beeinträchtigen.

Tief im Innenohr liegt gut geschützt unser Gleichgewichtsorgan. Darin befinden sich drei Bogengänge, die senkrecht zueinander stehen und mit Flüssigkeit gefüllt sind. Feine Sinneshärchen wachsen in diesen Bögen. Je nach Körperhaltung und Bewegung verändert die Flüssigkeit in den Bögen die Lage der Sinneszellen. Schon winzige Strömungsveränderungen reichen aus, um die Sinneszellen zu reizen. Diese Reize werden zum Gehirn weitergeleitet. Uns ist solange schwindelig, bis die Flüssigkeit in den Bogengängen wieder zur Ruhe kommt. Deshalb kann es vorkommen, dass wir noch aus der Balance geraten, obwohl die Karussellfahrt schon vorüber ist.

Der gutartige Lagerungsschwindel

Mit 17 Prozent leiden die meisten der Schwindelpatienten am harmlosen Lagerungsschwindel. Er macht sich bei Lagerveränderungen des Kopfes bemerkbar, zum Beispiel beim Umdrehen im Bett. Ursache sind kleine Kristalle (Ohrsteinchen), die sich gelöst haben und in den Bogengängen herumkullern. Sie reizen die Sinneszellen und irritieren das Gleichgewichtsorgan. Diese Form des Schwindels kann mit einfachen Übungen behandelt werden, sogenannten "Befreiungsmanövern" - bestimmte Übungen mit Kopf und Körper, die dafür sorgen, dass die Kristalle aus den Bogengängen befördert werden. Nach einer kurzen Einweisung durch den Arzt können die Übungen selbstständig von zu Hause aus durchgeführt werden.

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Ein kräftiger Schwung gegen Lagerungsschwindel

Patienten mit Lagerungsschwindel können oft schon einfache "Befreiungsmanöver" helfen. Hier wird erklärt, was darunter zu verstehen ist. extern

Der phobische Schwankschwindel

Die zweithäufigste Schwindelart ist der phobische Schwankschwindel, auch Angstschwindel genannt. Das Gleichgewichtssystem ist hier nicht geschädigt. Oft werden derartige Schwindelattacken durch psychischen Stress ausgelöst, manchmal begleitet von Depressionen. 15 Prozent der Schwindelpatienten leiden an dieser Form des Schwindels, eher Frauen als Männer. Er setzt in typischen Angst-Situationen ein: zum Beispiel in Menschenmengen, auf hohen Gebäuden oder im Fahrstuhl. Statt schwindelauslösende Situationen zu meiden, sollte man sein Gleichgewicht trainieren und körperlich aktiv bleiben. Bewegung und Sport können helfen, den Schwindel in den Griff zu bekommen. Außerdem ist es hilfreich, sich bewusst zu machen, dass keine organische Ursache vorliegt. In besonders schlimmen Fällen ist eine Psycho- oder Verhaltenstherapie empfehlenswert.

Die Schwindel-Migräne

11 Prozent der Schwindelpatienten leiden unter vestibulärer Migräne: Migränekopfschmerzen, die von starkem Schwindel begleitet sind. Grundsätzlich kann diese Form der Migräne in jedem Lebensalter auftreten, doch zumeist sind Frauen zwischen 20 und 40 Jahren betroffen. Die Attacken dauern zwischen wenigen Sekunden, mehreren Minuten über Stunden bis hin zu Tagen. Dabei kann der Schwindel vor, während oder auch nach den Kopfschmerzen auftreten. Licht- und Lärmempfindlichkeit, Müdigkeit und Übelkeit sind oftmals Begleiterscheinungen. In Absprache mit einem Arzt können Medikamente helfen, um die Anfälle zu mildern. Auch regelmäßige körperliche Betätigung und Stressabbau wirken sich oft positiv aus.

Morbus Menière

Mit zehn Prozent ist die Erkrankung, die besonders oft bei Menschen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auftritt, die vierthäufigste Ursache für Schwindel. Bei Betroffenen entsteht der Drehschwindel dadurch, dass im Ohr zu viel Flüssigkeit produziert wird. Die auftretenden Schwindelattacken werden meist von Hörstörungen, Ohrgeräuschen oder einem Druckgefühl im Ohr begleitet. Bei Personen, die an Morbus Menière erkrankt sind, ist eine medikamentöse Behandlung notwendig, um die Symptome zu mildern. Heilbar ist die Krankheit bislang nicht.

Dieses Thema im Programm:

plietsch. | 07.11.2016 | 21:00 Uhr

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