Stand: 16.08.2017 12:03 Uhr

Magen-Darm-Infekte im Sommer vermeiden

von Thomas Samboll, NDR Info
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Darminfektionen treten oft im Sommer auf. Nicht durchgegartes Fleisch ist meist die Ursache.

Im Sommer ist Hochsaison für krankmachende Darmbakterien wie Salmonellen und Campylobacter, die Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auslösen können. Vor allem Campylobacter-Infektionen nehmen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland immer mehr zu. Eine wichtige Infektionsquelle sind Lebensmittel. Wer ein paar Verhaltensregeln beachtet, kann das Risiko jedoch minimieren.

Fleisch beim Grillen durchgaren

Campylobacter, Salmonellen und andere Darmbakterien fühlen sich in der sommerlichen Wärme besonders wohl. Wer leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Milch- oder Eierspeisen nicht ausreichend kühlt, kann sich schnell eine Infektion einfangen. "In Fleisch, das zum Grillen mitgenommen wird und zu lange in der Sonne liegt, können sich die Durchfallerreger ganz stark vermehren. Wir infizieren uns dann durch den Verzehr dieser Speisen. Typisch ist dabei nicht durchgegartes Fleisch, dass zu kurz auf dem Grill gewesen ist oder gar roh gegessen wird“, erklärt der Gastroenterologe Prof. Dr. med. Andreas de Weerth vom Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg. "Besonders bei Hackfleisch muss man sich wirklich sicher sein, dass es durchgebraten ist."

Auf Hygiene beim Kochen achten

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Bei der Zubereitung von Fleisch sollte zudem im Sommer peinlich genau auf Hygiene geachtet werden: "Fleisch ist grundsätzlich für verschiedene Erreger ein idealer Nährboden. Es ist empfehlenswert, gerade bei der Zubereitung von Hühnerfleisch Handschuhe zu tragen oder zumindest sehr sauber zu arbeiten. Die Hände waschen bevor andere Lebensmittel angefasst werden. Das Gefährlichste bei Fleisch ist wirklich das Bearbeiten, bevor man es kocht oder brät“, erklärt Prof. Dr. med. Ansgar W. Lohse vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. "Man sollte Fleisch insbesondere Geflügel, bevor man es weiterverarbeitet, erst einmal mit heißem Wasser abwaschen", ergänzt de Weerth.

Campylobacter ist hochinfektiös

Campylobacter-Keime sind deutlich ansteckender als beispielsweise Salmonellen. Sie sind inzwischen auch die häufigsten bakteriellen Erreger von Durchfallerkrankungen in Deutschland. "Die Bakterien nisten sich in der Darmwand ein und produzieren ein Zellgift. Dadurch wird die Darmwand zerstört. Und der Darm verliert seine Funktionen, insbesondere Wasser aufzunehmen. Das führt bei den Betroffenen zu Durchfall", verdeutlicht de Weerth den Krankheitsverlauf.

Nach drei Tagen Arzt aufsuchen

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In ganz seltenen Fällen kann eine Magen-Darm-Infektion eine Blutvergiftung zur Folge haben.

Wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält oder blutig ist, sollten Kranke auf jeden Fall zum Arzt gehen. Das gilt auch bei sehr heftigen Bauchschmerzen oder hohem Fieber oder wenn das Immunsystem geschwächt ist wie bei älteren Menschen und kleinen Kindern. "Nur bei deutlich immungeschwächten Menschen oder besonderen Risikopersonen muss bei schweren Infektionen Antibiotika gegeben werden. Ansonsten gilt die alte Hausregel: genug trinken, sich schonen und vorsichtig sein mit dem Essen. Die Erkrankung heilt praktisch immer von alleine aus“, rät Lohse. In seltenen Fällen können die Keime zu einer Blutvergiftung führen oder die Nieren schädigen. In der Regel ist eine Salmonellen-Erkrankung aber schon nach wenigen Tagen überstanden, bei Campylobacter kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis man sich wieder fit fühlt.

Frau hält sich den Bauch © Fotolia.com Fotograf: AndreyPopov

Risiko Salmonellen

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Magenschmerzen, Durchfall und Erbrechen, das sind Anzeichen für eine Infektion mit Salmonellen- oder Campylobacter-Keimen. Schuld ist oft nicht durchgegartes Fleisch.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Radio-Visite | 16.08.2017 | 09:20 Uhr

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