Stand: 11.10.2016 13:14 Uhr

Sterben in Würde: Was kann die Medizin leisten?

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Im Gespräch klären Mediziner über die Möglichkeiten der Palliativmedizin auf.

Angst vor unerträglichen Schmerzen haben viele Menschen, nicht nur Schwerstkranke oder Sterbende. Zu Unrecht, sagen Palliativmediziner. Sie sind Spezialisten für die Behandlung unheilbarer Erkrankungen - im Krankenhaus, in der Praxis oder im Hospiz. Sie lindern Schmerzen, leisten Hilfe im sozialen Umfeld und nehmen sich Zeit für die Patienten und ihre Ängste. Die Palliativmedizin hilft also nicht beim Sterben, sondern beim Leben mit der Krankheit.

Palliativmedizin: Hilfe beim Leben mit der Krankheit

Deshalb sind Palliativstationen auch keine Sterbestationen, sondern besondere Einrichtungen mit dem Schwerpunkt, das Leben mit unheilbaren Krankheiten lebenswert zu machen. Sehr wenige Betroffene fragen Palliativmedizinern zufolge tatsächlich nach Sterbehilfe. In der Regel wollten die Patienten so lange wie möglich leben - hätten aber Angst vor Schmerzen. Doch die sind in den allermeisten Fällen gut beherrschbar, wenn sie richtig behandelt werden.

Psychische und soziale Betreuung wichtig

Viele Menschen und auch Ärzte wissen nicht, welche und wie viele verschiedene Möglichkeiten die moderne Palliativmedizin bietet. Diese beschränken sich nicht auf die Wahl des optimalen Schmerzmedikaments, sondern umfassen auch psychische und soziale Betreuung - sowohl ambulant als auch stationär. Selbst bei sehr seltenen unerträglichen und schlecht behandelbaren Schmerzen, bei schweren Magen-Darm-Problemen oder bei Fällen, in denen der Patient zu ersticken droht, können die Ärzte helfen - etwa mit einer palliativen Sedierung. Diese leichte Narkose sorgt nach Rücksprache mit dem Patienten und den Angehörigen dafür, dass der Betroffene seine letzten Tage ruhig und friedlich verschläft.

Das Wissen um diese letzte Behandlungsoption würde viele Menschen beruhigen, sind sich Experten sicher. Doch den meisten Menschen sind die Möglichkeiten der Palliativmedizin weitgehend unbekannt. Das liegt auch an der lückenhaften Ausbildung der Ärzte in diesem Bereich. Erst seit 2012 ist die Palliativmedizin Teil des Medizinstudiums.

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Selbst schwerste Schmerzen können Palliativmediziner mithilfe entsprechender Medikamente lindern.

Hinzu kommt ein Versorgungsproblem: Während in Großstädten wie Hamburg in der Regel ein ausreichendes Angebot an spezialisierten Palliativmedizinern, entsprechenden ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen besteht, ist die Versorgung in ländlichen Regionen noch lückenhaft.

Dieses Thema im Programm:

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