Stand: 02.12.2014 15:00 Uhr  | Archiv

Oberschenkelhalsbruch: Schnelle OP wichtig

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Spezielle Operationstechniken helfen, dass Betroffene nach einem Oberschenkelhalsbruch wieder gut auf die Beine kommen.

Ein Oberschenkelhalsbruch bedeutet für ältere Menschen nicht selten den Anfang vom Ende. Viele Betroffene kommen nach einer solchen Verletzung nie wieder richtig auf die Beine oder versterben gar. Doch inzwischen gelingt es Ärzten immer häufiger, diese Patienten schnell, das heißt innerhalb von 24 bis maximal 48 Stunden, zu operieren und in den Wochen darauf durch ein ganzheitliches Behandlungskonzept wieder so fit zu bekommen, dass sie in ihr gewohntes, selbständiges Leben zurückkehren können. Moderne OP-Methoden schonen Bänder und Muskeln,  erlauben so eine schnelle Belastung der operierten Hüfte.

Mobilisation am Tag nach der Operation

Schon am Tag der Operation stehen die Patienten wieder auf, am nächsten Tag gehen sie die ersten Schritte auf dem Flur - damit Kreislauf und Bewegungsapparat wieder in Schwung kommen. Idealerweise besuchen Reha-Spezialisten die Patienten bereits vor der Operation und legen gemeinsam mit den Chirurgen die weitere Therapie und auch die Schmerzmedikation fest. Die Patienten profitieren massiv von dieser Zusammenarbeit der beteiligten Fachrichtungen, ein Drittel wird so vollständig wiederhergestellt, ein weiteres Drittel kann mit Hilfsmitteln (zum Beispiel Rollator) zurück ins eigene Umfeld.

Vor allem Patienten mit einer Osteoporose benötigen nach der Operation einen Knochen- und Muskelaufbau in der Reha, um langfristig weiteren Brüchen vorzubeugen. Auch die Koordination wird in der Reha trainiert, damit das Gehirn angeregt wird.

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Überbrückungsmodule - zum Beispiel an einer Terrassentür - erleichtern das Überwinden von Hindernissen.

Durch einfache Maßnahmen lässt sich die eigene Wohnung seniorengerecht umbauen. Versteckte Stolperfallen, verborgene Hindernisse und dunkle Ecken müssen beseitigt oder zumindest "entschärft" werden. Im Badezimmer sorgen Einstieghilfen und Sitzgelegenheiten für Badewanne und Dusche für mehr Sicherheit. Weitere Hilfen sind Haltegriffe und eine Fußwaschbürste mit Stiel, wenn man sich nicht mehr so gut bücken kann. Auch in anderen Wohnräumen können Haltestangen für mehr Sicherheit sorgen. Mit einem Spiegel in den oberen Schränken sieht man auch ohne gefährliche Klettermanöver, was dort wo steht. Überbrückungsmodule entschärfen Stufen und Stolperkanten.

Links

Mobil bis ins hohe Alter

Info-Faltblatt der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern zum Herunterladen. extern

online-wohn-beratung.de

Der Verein Barrierefrei Leben informiert. extern

Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V.

Adressliste der bundesweiten Wohnberatungsstellen. extern

Bei nachlassender Sehkraft ist eine gute Beleuchtung extrem wichtig. Mobile Leuchten in unterschiedlichen Stärken geben Sicherheit auf dem Weg durch den Wohnraum. Aber auch vor speziellen Hilfsmitteln sollten Ältere nicht zurückschrecken: Ein Stock zum Beispiel verschafft Sicherheit beim Gehen.

Bei der altersgemäßen Anpassung des Wohnraums helfen zum Beispiel gemeinnützige Wohnberatungsstellen. Spezialisten bieten umfangreiche Unterstützung - von allgemeinen Tipps bis zu individuellen Lösungen. Wenn nötig, findet die Beratung auch vor Ort statt. Und auch wer frühzeitig für das Alter vorbauen möchte, statt später aufwändig umzurüsten, findet Unterstützung bei den Beratungsstellen.

Weitere Informationen

Sicheres Wohnen im Alter

Die meisten Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Wichtig ist es deshalb, zum Beispiel Stolperfallen zu beseitigen. mehr

Interviewpartner:

Im Studio:
Dr. Peter Kupatz
Ärztlicher Direktor
Dr. Ebel Fachklinik "Moorbad"
Schwaaner Chaussee 2
18209 Bad Doberan
Tel. (038203) 936 04
Fax (038203) 936 50
Internet: www.moorbad-doberan.de

Im Beitrag:

Prof. Dr. Andreas Paech
Ärztlicher Direktor, Chefarzt, Stellvertretender Direktor
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
Tel. (0451) 500 26 42
Fax (0451) 500 36 47
Internet: www.uk-sh.de

Dr. Martin Willkomm
Ärztlicher Direktor und Chefarzt
Geriatriezentrum
Krankenhaus Rotes Kreuz Lübeck
Rabenhorst 1
23568 Lübeck
Tel. (0451) 98 90 20
Internet: www.geriatrie-luebeck.de

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