Stand: 05.02.2017 22:07 Uhr

Morbus Crohn erkennen und behandeln

Heftige Bauchkrämpfe, Durchfall und Erbrechen - und das oft wochenlang: Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung des Darms, die meist in Schüben verläuft und bisher nicht heilbar ist. Häufig erkranken Menschen daran zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Geschätzt ein bis zwei von tausend Deutschen leiden an dieser Krankheit, unter Städtern ist sie häufiger als auf dem Land.

Morbus Crohn tritt meist im Übergang vom Dünndarm zum Dickdarm auf. Die Erkrankung kann, im Unterschied zur ebenfalls chronischen Darmkrankheit Colitis ulcerosa, den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After und alle Schichten der Darmwand betreffen. Typischerweise wechseln sich bei Morbus Crohn gesunde mit erkrankten Darmabschnitten ab. Es kann zur Bildung von Geschwüren, Darmverengungen (Stenosen) und Verbindungsgängen zu anderen Organen (Fisteln) kommen.

Junger Mann betrachtet Mineralwasserflasche. © NDR

Morbus Crohn: Auf Kalzium und Zusatzstoffe achten

Die Ernährungs-Docs -

Der 18-jährige Leon fühlt sich häufig schlapp: Grund ist seine schubweise verlaufende chronische Darmerkrankung. Kann er durch bewussteres Essen die beschwerdefreie Zeit verlängern?

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Ursache

Welche Ursachen zu Morbus Crohn führen, ist noch nicht geklärt. Forscher gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt, bei der der Körper gegen sein eigenes Immunsystem arbeitet. Fest steht, dass bei Morbus-Crohn-Patienten mehr als 160 Gene verändert sein können. Eines der fehlerhaften Gene heißt NOD2/CARD 15, es ist wichtig für die Immunzellen, die in der Darmschleimhaut vorkommen. Können diese Zellen Krankheitserreger nicht mehr vollständig beseitigen, weil sie nur eingeschränkt funktionieren, kommt es zu einer Überreaktion des körpereigenen Immunsystems und dadurch zur chronischen Entzündung des Darms, so die Vermutung.

Was passiert bei Morbus Crohn?

Erwiesen ist, dass Morbus Crohn in Familien gehäuft vorkommt und in Industrienationen häufiger als in Entwicklungsländern. Als mögliche Gründe dafür werden ungesunde Ernährung, übertriebene Hygiene und Umwelteinflüsse genannt. Bewiesen ist auch, dass Raucher häufiger an Morbus Crohn erkranken als Nichtraucher. Psychische Belastungen können die Krankheit nicht auslösen, den Verlauf aber ungünstig beeinflussen.

Symptome

Zu den ersten Anzeichen für Morbus Crohn gehören Erbrechen, Durchfall und krampfartige Schmerzen im rechten Unterbauch. Die kolikartigen Bauchschmerzen ähneln denen einer Blinddarmentzündung. Mit den Beschwerden einher geht oft eine deutliche Gewichtsabnahme. Die Symptome von Morbus Crohn beschränken sich nicht auf den Magen-Darm-Trakt. Bei einem Drittel der Betroffenen kommen hinzu:

  • Schmerzen an Knie- oder Sprunggelenken
  • entzündliche Hautveränderungen
  • Schlappheit und Müdigkeit
  • kleine Geschwüre der Mundschleimhaut (Aphthen)
  • Augenentzündungen
  • Osteoporose
  • gestörte Leber oder Galle

Leiden Kinder an Morbus Crohn, kann sich die Krankheit auch ganz anders bemerkbar machen: Sie wachsen womöglich langsamer und kommen später in die Geschlechtsreife.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 06.02.2017 | 21:00 Uhr

Ernährungs-Therapie

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