Sendedatum: 16.06.2015 12:00 Uhr

Giftiges Jakobskreuzkraut im Visier

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Hat sich das Jakobskreuzkraut erst einmal richtig auf einer Weide festgesetzt, hilft es nur, die Tiere bis auf Weiteres umzukoppeln.

Im Juni beginnt die Blüte des Jakobskreuzkrauts. Es ist zwar eine heimische Pflanze und ist mit seinen gelben Blütenblättern recht schön anzusehen, aber die Pflanze ist giftig - enthält sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA), die in hoher Konzentration gesundheitsschädigend sein können. Auch wenn Weidetiere wie Pferde, Kühe, Schafe oder Ziegen es instinktiv vermeiden, die Pflanze zu fressen - die regelmäßige Aufnahme nur geringer Mengen führt unweigerlich zu schweren Leberschäden und so zum Tod der Tiere. Außerdem wirkt PA krebserregend. Besonders tückisch: Das Jakobskreuzkraut verliert im getrockneten Zustand den für Pflanzenfresser alarmierenden bitteren Geschmack. Es kann daher insbesondere durch die Fütterung von Heu und Silage zu Krankheiten führen.

PA auch in Honig, Tee und Salat nachgewiesen

Nicht nur für Tiere birgt der Verzehr von Jakobskreuzkraut Risiken. 2007 wurde pyrrolizidinalkaloidhaltiges Greiskraut in Salatmischungen entdeckt. Seit einigen Jahren kämpfen auch Imker in Norddeutschland mit der Plage. Bienen fliegen die Blüten des Jakobskreuzkrauts zum Sammeln von Nektar und Pollen an. Je nachdem, ob die giftige Pflanze auf Weiden und Wiesen rund um den Bienenstock wächst, kann auch Honig belastet sein. Weiterhin hat das Bundesinstitut für Risikobewertung PA in Kräutertees gefunden. Das Institut rät, nicht mehr als zwei Tassen Kräutertee am Tag zu trinken und häufig die Sorten zu wechseln. Schwangeren und stillenden Frauen wird empfohlen höchstens eine Tasse Kräutertee am Tag zu verzehren.

Erfolgreich gegen das Giftkraut

Drei Methoden gibt es, um Jakobskreuzkraut zu bekämpfen: ausreißen, mähen oder die betroffenen Flächen mulchen. Tierbesitzer sollten ihre Weide immer im Auge behalten und entdecktes Jakobskreuzkraut möglichst schnell entfernen, am besten mit der Wurzel. Ganz wichtig: Die Pflanzenreste ausschließlich über den Hausmüll entsorgen und keinesfalls auf den Kompost geben, um eine Weiterverbreitung zu verhindern. Weitere Informationen zum Jakobskreuzkraut - wie man es erkennen und bekämpfen kann - liefert eine Broschüre des Pflanzenschutzdienstes M-V.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Landfunk | 16.06.2015 | 12:00 Uhr