Stand: 12.09.2017 15:48 Uhr

Holunderbeeren: Saft hilft bei Erkältungen

Um den Fliederstrauch, auch Holunderstrauch genannt, ranken sich viele Legenden: Die Germanen glaubten, in ihm wohne die Schutzgöttin Holder. Die Gebrüder Grimm machten aus der Göttin Frau Holle. Ein Fliederbusch dürfe nie gefällt werden, hieß es: Sonst drohe Unheil. Und seit Jahrhunderten schwören Heilkundler auf die heilenden Kräfte als Hausmittel gegen grippale Infekte.

Holunderbeeren am Strauch

Holunderbeeren: Saft hilft bei Erkältungen

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Saft aus Holunderbeeren gilt als Hausmittel bei Erkältungen und Grippe. Doch die saftigen Früchte des Holunderstrauchs sollen auch die Zellen im Körper schützen.

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Gesunde Farbstoffe: Anthocyane

Die dunkelroten, saftigen Holunderbeeren werden Ende August bis Anfang September geerntet. Sie enthalten viele Anthocyane. Die wasserlöslichen Farbstoffe sind für die intensive Färbung der Beeren verantwortlich - und darüber hinaus sehr gesund. Anthocyane gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, die den Körper vor alterungs- und krankheitsbedingten Zellschäden schützen können. Eine japanische Studie zeigt, dass die im Holunder enthaltenen Antioxidantien gegen die Grippe wirken. Australische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Holundersaft vorbeugend gegen Erkältung hilft und die Krankheitsdauer um zwei Tage verkürzt.

Forscher vermuten, dass in der Holunderbeere weit mehr steckt als das altbekannte Erkältungsmittel: So wird aktuell diskutiert, ob die Früchte auch bei Depressionen oder der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus wirksam sind.

Vitamine, Mineralien und ein Giftstoff

Neben Anthocyanen enthalten Holunderbeeren viele weitere wertvolle Inhaltsstoffe: Vitamin C, B-Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Eisen. Aber nicht alles in der Holunderbeere ist gesund: Der Giftstoff Sambunigrin verursacht Übelkeit und Erbrechen. Um ihn zu neutralisieren, müssen Holunderbeeren vor dem Verzehr auf mindestens 80 Grad erhitzt werden. Das führt allerdings auch dazu, dass ein großer Teil des hitzeempfindlichen Vitamin C zerstört wird. Widerstandsfähiger sind die wertvollen Antioxidantien, sodass ein Fliederbeerensaft auch nach dem Erhitzen gesundheitsförderlich ist.

Holunderbeeren als Saft und Suppe zubereiten

Für einen Holunderbeerensaft werden Zucker, Beeren und Wasser zusammen erhitzt. Anschließend wird der Saft abgegossen und luftdicht verschlossen. Wer es besonders gesund mag, kann den Saft auch ohne Zucker kochen. Allerdings hält er dann im Kühlschrank nur etwa drei Tage. Er lässt sich gut einfrieren und bei Bedarf auftauen und leicht süßen.

In der kalten Jahreszeit schmeckt heißer Holunderbeerensaft als alkoholfreier Glühweinersatz oder als Suppe mit Äpfeln oder Pflaumen. Dazu kocht man Äpfel und Zitronenschale auf und gibt in das nicht siedende Wasser Zitronen- und Fliederbeerensaft. Anschließend nach Belieben süßen, abbinden und servieren.

Bei Holunderbeerensaft aus dem Supermarkt sollte man auf die Inhaltsstoffe achten. Er ist pur und als Sirup zum Verdünnen erhältlich. Am gesündesten ist purer, ungesüßter Direktsaft.

Übrigens lassen sich nicht nur die Beeren, sondern auch die Blüten, Blätter und sogar die Rinde des Holunderbuschs als Tee zubereiten. So wird der Flieder zu einem gesunden Hausmittel, das ganzjährig vor unserer Haustür wächst.

Interviewpartner

Rudolf Koeneke, Bio-Holunder-Bauer
Zum Kreuzkamp 1, 27404 Heeslingen


Prof. Dr. Sibylle Adam, Professorin für Ernährungswissenschaften
Department Ökotrophologie - Fakultät Life Sciences
Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg
Ulmenliet 20, 21033 Hamburg
Internet: www.haw-hamburg.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 12.09.2017 | 20:15 Uhr

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