Stand: 19.02.2016 19:52 Uhr

Hörgeräte: Kosten, Auswahl und Anpassung

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Die Auswahl an Hörgeräten ist groß. Das richtige zu finden, kostet Zeit.

Wer schlecht sieht, trägt selbstverständlich eine Brille. Wer jedoch mit zunehmendem Alter schlechter hört, zögert den Gang zum HNO-Arzt oft hinaus. Und selbst die, denen Hörgeräte verordnet wurden, nutzen sie wenig: 27 Prozent werden nicht getragen - unter anderem, weil sie nicht richtig eingestellt sind. Worauf müssen Betroffene bei der Auswahl eines Hörgerätes achten und welche Kosten kommen auf sie zu?

Hörgeräte für altersbedingte Schwerhörigkeit

Es gibt zwei große Kategorien von Hörgeräten - Hinter-dem-Ohr-Geräte und Im-Ohr-Geräte. Die Apparate, die hinter dem Ohr sitzen, werden am häufigsten verschrieben. Ihr großer Vorteil ist, dass das Gerät selbst keine Maßanfertigung ist. Das ermöglicht es den Kunden, verschiedene Apparate auszuprobieren - in Sachen Tragekomfort und vor allem natürlich Hörempfinden. Die noch kleineren Geräte, die direkt im Ohr getragen werden, sind noch unauffälliger. Sie verschließen den Gehörgang aber vollständig. Das empfinden manche als unangenehm. Der Schall wird jedoch gut übertragen. Das Deutsche Hörzentrum in Hannover hat eine Übersicht zu diesen Geräten erstellt.

Es muss nicht das teuerste Geräte sein

Expertentipp

Probieren Sie mindestens zwei bis drei Geräte relativ ausgiebig aus - das heißt, mindestens eine Woche in Ihrem normalen Alltag. Führen Sie vielleicht ein Hör-Tagebuch. Schreiben Sie auf, in welchen Fällen Sie jetzt besser hören können mit diesem Hörgerät, in welchen Fällen Sie aber auch schlechter hören können. Dazu zählen auch nervende Störgeräusche, zum Beispiel Tellerklappern, oder Verkehrsgeräusche, die an Ihr Ohr dringen, die Sie als sehr nervend empfinden. Das alles sollten Sie dann mit dem Akustiker besprechen.

Dr. Gunnar Schwan, Stiftung Warentest

Die Krankenkassen erstatten gut 1.500 Euro für zwei der Mini-Apparate. Die Eigenleistung bei sogenannten Kassenmodellen beträgt 10 Euro pro Gerät. Je nach Modell und Zusatzfunktion - Richtmikrofone oder Störschallunterdrückung beispielsweise - müssen die Nutzer aber selbst bis zu 4.000 Euro und mehr für zwei Hörgeräte bezahlen. Das teuerste Gerät muss aber nicht unbedingt das beste für die jeweiligen Anforderungen sein. Es lohnt sich, neben teureren Geräten auch ein oder zwei Kassenmodelle Probe zu tragen.

Auf der technischen Ebene können verschiedene Geräte ähnliche Resultate bringen und dennoch für ein ganz unterschiedliches Hörempfinden sorgen. Niemand sollte sich jedoch von einem Hörgeräteakustiker unter Druck setzen lassen, ein möglichst teures Gerät zu kaufen. Es ist daher ratsam, nicht nur verschiedene Modelle auszuprobieren, sondern auch Angebote verschiedener Hörgeräteakustiker zu vergleichen.

Links

Versorgung mit Hörgeräten

Umfangreiche Informationen des Deutschen Schwerhörigenbundes e.V. extern

Hörgeräte kaufen

Umfangreiches Special der Stiftung Warentest. extern

Hörgeräte: Übernahme der Kosten

Tipps und Infos der Verbraucherzentrale. extern

Serviceleistungen gehören auch mit zum Gerätepreis

Zum Angebot eines Akustikers gehören nicht nur die Apparate selbst, sondern auch die Serviceleistungen, die mit dem Kauf verbunden sind: etwa eine regelmäßige Reinigung, Reparaturen, weitere Beratung oder die Nachjustierung der Geräte. Nicht nur bei den Preisen für dieselben Modelle, auch bei den Serviceleistungen gibt es enorme Preisunterschiede. Zum besseren Vergleich sollte man schriftliche Kostenvoranschläge einholen. Das alles kostet Zeit. Um das richtige Hörgerät zu finden, können am Ende Wochen oder gar Monate vergehen.

Langsame Eingewöhnung ratsam

Wer seit Jahren schwerhörig ist, sollte die neuen Hörgeräte nicht gleich mit voller Leistung tragen. "Ich rate auf jeden Fall zu einer gleitenden Anpassung. Wer schon einige Zeit schwerhörig ist, kann nicht von heute auf morgen wieder in allen Frequenzen die volle Lautstärke ertragen", sagt Renate Walter vom Deutschen Schwerhörigenbund. Es ist die Aufgabe des Hörgeräteakustikers, die Leistung der Hörhilfen am Anfang entsprechend zu drosseln und erst schrittweise zu erhöhen. Bis zu einem Dreivierteljahr kann es dauern, bis die Anpassung optimal ist.

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