Stand: 02.05.2017 14:37 Uhr

Gefahr im Garten: Hanta-Virus breitet sich aus

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Die Rötelmaus überträgt das Hanta-Virus.

Eine Infektion mit dem Hanta-Virus gehört zu den häufigsten meldepflichtigen Viruskrankheiten in Deutschland. Meist wird das Virus bei der Gartenarbeit übertragen, wenn Speichel, Urin oder getrockneter Kot von infizierten Mäusen aufgewirbelt und eingeatmet wird - zum Beispiel, wenn man die Terrasse fegt, Kaminholz stapelt oder den Gartenschuppen reinigt. In Norddeutschland rechnen Experten mit einer starken Zunahme: In Niedersachsen hat sich die Rötelmaus als Überträger des Hanta-Virus stark vermehrt. Hochburg der Infektionen ist derzeit Osnabrück, aber auch andere Landkreise melden steigende Zahlen. Andere Mäuse wie die nur in Norddeutschland verbreitete Brandmaus können ebenfalls Hanta-Viren übertragen.

Eine Ratte im Gartenschuppen.

Gefahr im Garten: Hanta-Virus breitet sich aus

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Das Hanta-Virus wird oft bei der Gartenarbeit durch Mäusekot übertragen. Eine Infektion kann zu dauerhaften Nierenschäden führen. So schützen Sie sich vor dem Erreger.

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Hanta-Virus: Symptome und Therapie

Bei einer Infektion mit dem Hanta-Virus kommt es meist zu ungewöhnlich hohem Fieber, Muskel- und Knochenschmerzen. Die Symptome erinnern an eine Virus-Grippe. Wird ein Hanta-Virus-Infekt nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu einer dauerhaften Nierenschädigung kommen.

Behandeln kann der Arzt nur die Symptome. Durch Flüssigkeitszufuhr werden die Nieren unterstützt, im schlimmsten Fall ist eine Blutwäsche (Dialyse) erforderlich. Eine speziell gegen Hanta-Viren gerichtete Therapie gibt es nicht. Auch ein Impfstoff ist nicht verfügbar.

So schützen Sie sich vor Hanta-Viren

Anstecken kann man sich das ganze Jahr über. Die beste Vorsichtsmaßnahme ist, möglicherweise betroffene Räume wie Keller und Schuppen vor dem Betreten 30 Minuten zu lüften und das Aufwirbeln von Staub durch Befeuchten zu vermeiden. Beim Fegen des Gartenschuppens sollte man immer einen gut abdichtenden Mundschutz und Arbeitshandschuhe tragen.

Interviewpartner

Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Philip Eisermann, Arzt in der virologischen Diagnostik
Zentrale Labordiagnostik
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Bernhard-Nocht-Straße 74, 20359 Hamburg
Internet: www.bnitm.de

Dr. Christoph Jüttner, Leitender Abteilungsarzt Nephrologie
Medizinische Klinik I – Nephrologie
Klinikum Osnabrück GmbH
Am Finkenhügel 1, 49076 Osnabrück
Tel. (0541) 405 73-01, Fax (0541) 405 73-99
Internet: www.klinikum-os.de

Dr. Jona F. Freise, Diplom-Biologe
Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Task-Force Veterinärwesen, Fachbereich Schädlingsbekämpfung
Röverskamp 5, 26203 Wardenburg
Internet: www.laves.niedersachsen.de

Weitere Informationen:
Robert Koch-Institut
Nordufer 20, 13353 Berlin
Internet: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/Hantavirus/Hantavirus.html

Informationen des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes zu Hanta-Viren
www.nlga.niedersachsen.de/master/C10021686_N9920144_L20_D0_I5800417.html

Dieses Thema im Programm:

Visite | 02.05.2017 | 20:15 Uhr

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