Stand: 27.05.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Was tun bei Haarausfall?

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Das Haar am Hinterkopf ist als Transplantat besonders gut geeignet.

80 Prozent aller Männer erwischt es irgendwann: Die Stirn wird höher, Geheimratsecken entstehen und oben auf dem Kopf glänzt es - sie leiden unter Haarausfall (Alopezie). Erbliche Veranlagung und die Wirkung des männlichen Hormons Testosteron sowie des körpereignen Enzyms 5-Alpha-Reduktase führen dazu, dass die Haare sich lichten. Trifft beides zusammen, entsteht das Stoffwechselprodukt Dihydrotestesteron. Und das wiederum sorgt dafür, dass die Haare schneller ausfallen und immer spärlicher nachkommen - bis irgendwann gar keine Haare mehr wachsen.

Zwei Wirkstoffe können helfen

Es gibt nur zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können: Der Blutdrucksenker Mioxidil lässt in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Die Lösung oder der Schaum müssen täglich in die Kopfhaut einmassiert werden. Der zweite Wirkstoff, das verschreibungspflichtige Medikament Finasterid, hemmt die Dihydrotestesteron-Produktion - die Haare bleiben. Doch Finasterid ist nicht frei von Nebenwirkungen: Es kann zu Libidoverlust bis hin zu Impotenz führen und Depressionen auslösen.

Alternative Haartransplantation

Eine weitere Methode, dem drohenden Kahlschlag entgegen zu wirken ist eine Haartransplantation. Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahl gewordenen Stellen setzt der Arzt dort, wo wieder Haare wachsen sollen, Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in einer fünfstündigen Millimeterarbeit - und wie bei jedem Eingriff besteht die Gefahr von Nebenwirkungen: Schwellungen und Wassereinlagerungen können auftreten und einzelne Transplantate wieder ausfallen.

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Das Haar am Hinterkopf ist als Transplantat besonders gut geeignet, weil es andere Stammzellen hat und gegenüber männlichen Hormonen genetisch unempfindlicher ist. Eine Haartransplantation kostet zwischen 3.000 und 8.000 Euro.  Sie schützt aber nicht davor, dass die Haare um die Transplantate herum eines Tages ausfallen.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Frank-Matthias Schaart
Hautarzt, Allergologe
Poststraße 2
20354 Hamburg
Tel. (040) 53 05 66 90
Fax (040) 530 56 69 10
Internet: www.hautarzt-dr-schaart.de

Dr. Andreas Finner
Trichomed® Praxis für Dermatologie, Haarmedizin und Transplantation
Klinik am Wittenbergplatz
Bayreuther Straße 36
10789 Berlin
Tel. (030) 860 98 60                                    
Internet: www.trichomed.com

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Visite | 27.05.2014 | 20:15 Uhr

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