Stand: 07.08.2017 11:06 Uhr

Gefahr des Herzversagens nach einem Infarkt

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Ist das Herz nach einem Herzinfarkt stark geschwächt, kann es zu einem kardiogenen Schock kommen.

Fast 300.000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr einen Herzinfarkt. Trotz immer besserer Versorgung überleben 60.000 ihren Infarkt nicht. Viele von ihnen erleiden einen sogenannten kardiogenen Schock: Das Herz ist so geschwächt, dass es nicht mehr genug Blut in den Körper pumpen kann. Ein kardiogener Schock tritt oft ohne Vorzeichen innerhalb der ersten 48 Stunden nach einem Herzinfarkt auf, die Hälfte der Patienten stirbt. Für die Betroffenen ist es daher wichtig, dass sie in einer Klinik mit einem spezialisierten Reanimationszentrum behandelt oder schnellstmöglich dorthin verlegt werden.

Ein Mann liegt in einem Krankenwagen.

Gefahr des Herzversagens nach einem Infarkt

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Nach einem schweren Herzinfarkt tritt oft ohne Vorzeichen innerhalb der ersten 48 Stunden ein kardiogener Schock auf. Wie lässt sich das Herzversagen verhindern?

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Eine kleine Pumpe rettet Leben

Die einzige Chance, ein Herzversagen zu verhindern, bietet den Kardiologen nun eine winzige Pumpe (Impella-System), die sie über einen Katheter ins Herz schieben. Diese unterstützt das Herz für eine gewisse Zeit, bis es sich erholt. Reicht das auch noch nicht, kann der Patient schnell an eine mobile Herz-Lungen-Maschine, die sogenannte ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung), angeschlossen werden. Das ECMO-Gerät ersetzt den Gasaustausch in der Lunge, entfernt also Kohlendioxid aus dem Blut, reichert es mit Sauerstoff an - und versorgt so den Körper mit Sauerstoff.

Liegt der Patient im künstlichen Koma, kann er noch eine weitere Hilfe bekommen: die Hypothermie, also das Herunterkühlen des Körpers. Das kann Schäden am Gehirn verringern oder verhindern. Ist der Patient stabil, müssen die Ärzte von Tag zu Tag beraten, ob die ECMO-Maschine schon abgezogen und die Impella-Pumpe herausgenommen werden kann.

Ärzte müssen rechtzeitig eingreifen

Am wichtigsten ist, dass diese Maßnahmenkette früh beginnt. Dazu müssen die Ärzte gleich am Anfang des Herzinfarktes erkennen, warum der Patient eine Herzschwäche hat und was beseitigt werden muss, damit das Herz wieder voll funktioniert. Im besten Fall hat dann die Dreierkombination aus Impella-Pumpe, ECMO und Hyperthermie Erfolg. Nach der Erholungsphase in der Klinik folgt schließlich noch eine mehrwöchige Rehabilitation, in dieser Phase gewinnt der Erkrankte seine Leistungsfähigkeit Schritt für Schritt zurück.

Weitere Informationen

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Interviewpartner

Im Studio:
Prof. Dr. Johann Bauersachs
Kardiologe, Intensivmediziner
Direktor Klinik für Kardiologie und Angiologie
Zentrum Innere Medizin
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel. (0511) 532 38 41
Fax (0511) 532 54 12
Internet: www.mh-hannover.de

Im Beitrag:
Prof. Dr. Andreas Schäfer
Kardiologe, Intensivmediziner
Stellv. Direktor Klinik für Kardiologie und Angiologie
Zentrum Innere Medizin
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel. (0511) 532 38 41
Fax (0511) 532 54 12
Internet: www.mh-hannover.de

PD Dr. Christian Kühn, Herzchirurg
Oberarzt Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG)
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel. (0511) 532 38 41
Fax (0511) 532 54 12
Internet: www.mh-hannover.de

Weitere Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt a. M.
Tel. (069) 955 128-0, Fax (069) 955 128-313
Internet: www.herzstiftung.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 08.08.2017 | 20:15 Uhr

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