Stand: 09.06.2015 14:26 Uhr  | Archiv

Fußpflege - nicht nur für die Schönheit

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Wer sich nach dem Duschen eincremt, kann die Bodylotion für die Füße mitverwenden und auf spezielle Fußcremes verzichten.

Im Laufe unseres Lebens tragen sie uns drei Mal um die Erde: Die Füße sind die meistbeanspruchten Teile unseres Körpers. Auch darum sollten wir sie regelmäßig pflegen, denn Risse in der Hornhaut oder Nagelbett-Entzündungen können äußerst unangenehm sein. Dabei dauert ein Fußpflegeprogramm nicht lange und lässt sich leicht zu Hause durchführen. Die Ausrüstung bekommt man in der Drogerie: Zusatz für das Fußbad, Bürste, Feile, Bimsstein und Creme.

Fußbad erweicht die Haut

Die Fußpflege beginnt immer mit einem Fußbad: Die Wassertemperatur sollte nicht mehr als 38 Grad betragen. Badezusatz mit Salizylsäure erweicht die Haut und macht raue Stellen geschmeidiger. Das funktioniert auch mit Zutaten aus der Küche: eine Tasse Olivenöl und grobes Meersalz, dazu einige Tropfen Minz- und Rosmarinöl gegen übel riechende Bakterien. Abgestorbene Hautschuppen lassen sich mit einer Bürste oder Peelingcreme entfernen. Danach können die Füße noch etwas einweichen, das erleichtert die folgenden Pflegeschritte. Länger als zehn Minuten sollte ein Fußbad aber nicht dauern, sonst quillt die Haut auf und wird langfristig immer trockener.

Nach dem Bad müssen die Füße gut abgetrocknet werden. Nun ist die Hornhaut an der Reihe, aber Vorsicht mit sogenannten Hornhauthobeln: Die Gefahr, sich Kanten in die Fußflächen zu hobeln oder abzurutschen und sich zu schneiden ist sehr hoch. Am besten geeignet sind Bimsstein und Feile. Wer sich nach dem Duschen eincremt, kann die Bodylotion für die Füße mitverwenden und auf spezielle Fußcremes verzichten. Auf keinen Fall sollte man die Hornhaut zu stark reduzieren, denn sie schützt unsere Füße vor den täglichen Belastungen.

So schneidet man die Nägel richtig

Mit einer Nagelzange oder einer starken Nagelschere sollte man die Fußnägel kürzen. Anders als Fingernägel, sollten Zehennägel gerade geschnitten werden. Die seitlichen Ränder bleiben stehen. Sonst entstehen scharfe Ecken, die einwachsen oder zu Nagelbett-Entzündungen führen können. Besser ist es, die Ecken anschließend mit der Feile abzurunden. Die Nagelhaut, die sich durch ein Fußbad leicht löst, kann mit einem Rosenholzstäbchen zurückgeschoben werden. Abstehende Hautfäden darf man mit der Pinzette abzupfen, aber keinesfalls abschneiden. Denn alles was abgeschnitten wird, wächst stärker nach und verhornt. Beim Eincremen sollte man auch die Nagelhaut bedenken. Statt mit einer Fußlotion lässt sich die Haut auch mit dem Fruchtfleisch einer reifen Avocado oder Mandelöl erweichen.

Hühneraugen sind übrigens auch nur Hornhaut. Spezielle Tinkturen oder Pflaster weichen durch konzentrierte Salizylsäure die Hornhaut auf, damit sie sich mit einem Bimsstein abtragen lässt. Diese Prozedur muss man mehrmals wiederholen, bis das Hühnerauge verschwunden ist.

Diabetiker-Füße sind besonders empfindlich

Für Diabetiker ist die regelmäßige medizinische Fußpflege besonders wichtig, denn bei ihnen kommt es oft zu Funktionsstörungen der Nerven in den Füßen, sodass sie kleine Verletzungen nicht spüren. Außerdem ist bei ihnen auch die Wundheilung schlechter und damit die Infektionsgefahr höher. Darum sollten Diabetiker täglich ihre Füße auf Verletzungen untersuchen, sie sorgfältig eincremen und besonders vorsichtig mit Bimsstein und Werkzeugen zu Werke gehen. Wer unsicher ist, sollte die Fußpflege lieber von einer medizinischen Fachkraft machen lassen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen 90 Prozent der Kosten, wenn die Behandlung verordnet wurde.

Weitere Informationen

"Eincremen sollte man die Füße täglich"

Welche Creme ist die richtige für die Fußpflege? Wie viel Hornhaut sollte man an den Füßen entfernen? Dermatologin Dr. Melanie Hartmann gibt im Interview Tipps. mehr

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Melanie Hartmann
Dermatologin

Carina Botsch
medizinische Fußpflegerin
Hautarztpraxis Dr. med. Frank-Matthias Schaart
Poststraße 2
20354 Hamburg
Internet: www.hautarzt-dr-schaart.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 09.06.2015 | 20:15 Uhr

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