Stand: 07.11.2017 11:49 Uhr

Fußheberschwäche: Stürze verhindern

Der Peroneusnerv steuert das Anheben der Fußspitze. Fällt er aus, zum Beispiel durch einen Schlaganfall, einen Bandscheibenvorfall oder eine Schädel-Hirn-Verletzung, kommt es zu einer sogenannten Fußheberschwäche: Bewegungsimpulse werden nicht mehr übermittelt, der Fuß lässt sich nicht mehr anheben. Um nicht zu stolpern, müssen Betroffenen beim Gehen das ganze Bein wegen des herabhängenden Fußes höher anheben. Auch eine Multiple Sklerose oder sonstige Nervenerkrankungen können Auslöser einer Fußheberschwäche sein.

Ein Arzt untersucht den Fuß eines Patienten.

Fußheberschwäche: Stürze verhindern

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Bei einer Fußheberschwäche kommt es häufig zu Stürzen. Ursache sind geschädigte Nerven. Spritzen, Krankengymnastik und elektrische Impulse können helfen.

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Formen und Therapien der Fußheberschwäche

Bei gesunden Menschen sendet das Gehirn Signale an das Rückenmark. Von dort leiten Nervenbahnen die Bewegungsimpulse an die Nerven in Bein und Fuß, um die Fußhebermuskulatur zu steuern. In der Kniekehle wird der Peroneusnerv aktiviert, um beim Gehen die Fußspitze zu heben. Bei einer Fußheberschwäche liegt auf diesem Weg eine Störung vor. Man unterscheidet zwischen der zentralen und der peripheren Fußheberschwäche:

  • Bei der zentralen Fußheberschwäche ist häufig ein Schlaganfall die Ursache. Durch die Schädigung des Gehirns oder des Rückenmarks sind die motorischen Bahnen zum Bein beeinträchtigt.
  • Eine periphere Fußheberschwäche entsteht oft als Folge eines Bandscheibenvorfalls: Die Bandscheibe übt Druck auf einen Nerv in der Lendenwirbelsäule aus und schädigt ihn dadurch. Ziel der Therapie ist es hier, den geschädigten Nerv zu regenerieren.

Nach einem Bandscheibenvorfall kann eine Spritzentherapie die Nerven entlasten. Dazu werden unter CT-Kontrolle abschwellende Medikamente direkt an die Nervenwurzel gespritzt.

Krankengymnastik ist immer ein wichtiger Bestandteil der Therapie einer Fußheberschwäche. Besonders nach einem Schlaganfall und bei anderen Schädigungen des Gehirns und des Rückenmarks ist sie maßgeblich für den Erfolg. Vor allem das Training der Bauch- und Fußmuskulatur bringt die Kraft zum Gehen zurück.

Elektrische Impulse trainieren die Nerven

Die Verletzungsgefahr ist bei einer Fußheberschwäche groß. Mechanische Schienen, die Muskulatur und Nerven unterstützen sollen, können in vielen Fällen helfen. Kommen Menschen nach einem Schlaganfall mit diesen Schienen nicht zurecht, gibt es eine neue Manschette. Sie wird am Unterschenkel befestigt und sendet elektrische Impulse über den Peroneusnerv an den Fußhebermuskel und andere an der Fußhebung beteiligte Muskeln. Langfristig können die elektrische Stimulation des vorderen Schienbeinmuskels und die dadurch wiederholt gesendeten Informationen an das zentrale Nervensystem (ZNS) dabei helfen, dass Erkrankte die Gehbewegung wiedererlernen können.

Weitere Informationen
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Interview: Therapien bei Fußheberschwäche

07.11.2017 20:15 Uhr
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Die Ursache für eine Fußheberschwäche sind geschädigte Nerven. Wie lässt sich die Krankheit behandeln? Neurologe Dr. Christian Bartling informiert. Video (03:34 min)

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Nach einem Schlaganfall haben viele Patienten eine Fußheberschwäche. Ein Nervenstimulator kann ihnen helfen, wieder richtig gehen zu können. Für wen kommt der elektrische Fußheber infrage? mehr

Interviewpartner

Dr. Christian Bartling
Leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie
MediClin Klinikum Soltau
Oeninger Weg 59, 29614 Soltau
Tel. (05191) 800-214
Internet: www.klinikum-soltau.de

Dr. Annette Wittig, Fachärztin für Orthopädie
Sportmedizin, Chirotherapie, Osteopathie
Straßenbahnring 7, 20251 Hamburg
Internet: www.praxisgemeinschaft-falkenried.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 07.11.2017 | 20:15 Uhr

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