Stand: 02.12.2014 13:38 Uhr  | Archiv

Die gesunden Seiten der Schokolade

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Pro Tag sollten nicht mehr als 20 Gramm Schokolade genascht werden.

Ein Stück Schokolade, das auf der Zunge zergeht, ist unwiderstehlich. Und das gilt an kalten Tagen umso mehr. Auch wenn die meisten Weihnachtsmänner noch aus Milchschokolade hergestellt werden, geht der Trend zu bitterer Schokolade. Sie verwöhnt den Gaumen nicht nur mit deutlich mehr Geschmacksnuancen als ihre süße Schwester, sondern ist durch den höheren Kakaoanteil auch viel gesünder.

Positiver Einfluss auf Herz und Kreislauf

Denn in qualitativ hochwertigen Kakaobohnen stecken etliche gesundheitsfördernde Substanzen wie Theobromin und Flavanole. Theobromin ist verantwortlich für den wachhaltenden Effekt der Schokolade: Es wirkt zwar nicht so stark wie Koffein, dafür aber erheblich länger. Flavanole fördern im Körper die Freisetzung von Stickoxid und das entspannt die Blutgefäße. Das Blut fließt ungehindert, der Blutdruck sinkt. So kann Schokolade vor Herz- Kreislauferkrankungen schützen.

Allerdings ist der Einfluss der Schokolade auf den Blutdruck begrenzt: Mehr als eine Senkung um zwei bis fünf Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) ist damit nicht zu erreichen. Eine echte Alternative zu Medikamenten und körperlicher Bewegung ist sie also nicht.

Warum macht Schokolade glücklich?

Für den Ruf der Schokolade, glücklich zu machen, wird oft das Glückshormon Serotonin verantwortlich gemacht, das auch gegen Depressionen verschrieben wird. Zwar steckt in der Schokolade selbst kein Serotonin, es entsteht aber im Körper durch den Schokoladenstoff Tryptophan. Allerdings müsste man für einen eindeutigen Effekt schon tonnenweise Schokolade essen - viel wahrscheinlicher ist daher ein Glücksgefühl durch eine Aktivierung des Belohnungssystems im Gehirn. Durch Naschen von Süßem werden Endorphine ausgeschüttet und die wirken euphorisierend.

Besonders süß ist weiße Schokolade mit gut 60 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Eine Tafel Vollmilch hat nur unbedeutend weniger: 57 Gramm. Die gleiche Menge Bitterschokolade enthält deutlich mehr Kakao und weniger Zucker, je nach Sorte nur circa 20 Gramm. In größeren Mengen dauerhaft genossen, treten die gesunden Eigenschaften der Schokolade klar in den Hintergrund. Denn egal ob weiß, Vollmilch oder dunkel: Schokolade bringt viele zusätzliche Kalorien und die Kombination von Zucker und Fett erhöht zudem das Risiko, eine Fettleber zu entwickeln. Deshalb sollten pro Tag nicht mehr als 20 Gramm Schokolade genascht werden. 

Naschen zum Mittagessen günstiger

Am besten auf einmal und vor dem Mittagessen, statt kleinere Portionen über den Tag zu verteilen. So wird die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse nur ein Mal aktiviert und Hungerattacken bleiben aus.

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Interviewpartner im Beitrag

Dr. Anne Fleck
Innere Medizin, Rheumatologie, Ernährungsmedizin, Präventivmedizin
amedes MVZ Hamburg GmbH - Zentrum für Präventiv- und Ernährungsmedizin
Mönckebergstraße 10
20095 Hamburg
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