Stand: 01.03.2017 13:19 Uhr

Die gefährlichsten Bakterien der Welt

Eine Rangliste des Schreckens hat die Weltgesundheitsorganisation WHO diese Woche veröffentlicht: eine Liste mit den gefährlichsten Bakterien. Ganz oben stehen hier drei Arten, bei denen fast alle verfügbaren Antibiotika nicht mehr wirken. Dies ist etwa bei einigen Darmkeimen wie den Kolibakterien häufig der Fall.

Die Welt der Bakterien

Millionen Patienten betroffen

Wenn die Medikamente nicht mehr anschlagen, sind die Ärzte oft machtlos. Jedes Jahr trifft es Millionen Patienten weltweit. Hunderttausende sterben an Krankheiten, die durch solche Bakterien ausgelöst werden. Und die Zahl steigt stetig. Besonders gefährdet sind Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist sowie Patienten, die operiert oder beatmet werden müssen.

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Liste der gefährlichsten Bakterien

Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Liste der zwölf gefährlichsten Bakterien-Arten veröffentlicht (auf Englisch). extern

Die WHO will mit der nun veröffentlichten Rangliste aufrütteln und vor allem Politik und Pharmaindustrie zum Handeln bewegen. Es müssten dringend neue Antibiotika entwickelt werden, so die Weltgesundheitsorganisation.

WHO ruft zum Handeln auf

Sie rief Regierungen dazu auf, Anreize für Forscher in Universitäten und Pharmafirmen zu schaffen, um neue Antibiotika zu entwickeln. "Die Antibiotika-Resistenz wächst, und wir haben bald keine Behandlungsmöglichkeiten mehr", sagte WHO-Expertin Marie-Paule Kieny. "Wenn wir es allein den Marktkräften überlassen, werden die neuen Antibiotika nicht rechtzeitig entwickelt."

Bakterien führen zu gefährlichen Entzündungen

Besonders gefährlich seien Keime, so die WHO, bei denen mehrere Antibiotika nicht mehr wirken - teils auch bestimmte Reservemedikamente nicht mehr, die eigentlich nur eingesetzt werden, wenn schon andere Mittel versagen. Außer bei Darmbakterien kommt dies häufig bei Bakterien der Gattungen Acinetobacter und Pseudomonas vor. Sie können etwa zu Wundinfektionen, Lungenentzündungen oder der gefürchteten Sepsis (Blutvergiftung) führen.

Ein großes Problem ist, dass die Bakterien sich ständig verändern und neue Abwehrmechanismen gegen Medikamente entwickeln. Das bedeutet, man braucht eigentlich stetig neue Mittel im Kampf gegen die Keime.

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NDR Info | 23.01.2017 | 08:20 Uhr

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