Stand: 18.01.2016 21:15 Uhr

Typ-2-Diabetes erkennen und behandeln

Er zählt zu den meistverbreiteten Volkskrankheiten: der Diabetes mellitus. Allein in Deutschland behandeln Ärzte rund sechs Millionen "Zuckerkranke". Unterschieden wird zwischen Typ 1 und Typ 2, wobei vor allem Letzterer als Wohlstandskrankheit gilt - über 90 Prozent aller Diabetiker leiden daran. Vom Typ-1-Diabetes sind rund fünf Prozent aller "Zuckerkranken" betroffen. Während dieser Typus häufig schon im Kinder- und Jugendalter auftritt, sind es vor allem Erwachsene ab 40 Jahren, bei denen der Arzt den Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Nach Schätzungen aus dem Jahr 2012 haben in Deutschland 7,2 Prozent der Bevölkerung einen bekannten Diabetes und zusätzlich 2,1 Prozent einen unentdeckten.

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Ursache

Der Typ-2-Diabetes entsteht oft auf der Basis des "Wohlstandssyndroms". Vor allem Menschen mit deutlichem Übergewicht und familiärer Veranlagung erkranken daran. Dabei ist der entscheidende Faktor die Insulinresistenz. Die Erklärung dafür liegt meist in einer unausgewogenen Ernährung mit großen Mengen kohlenhydrathaltiger Lebensmittel und Getränke. Kommt Bewegungsmangel hinzu, wird also kaum Blutzucker von den Muskeln als Energie verbraucht, dann kann die Insulinresistenz schnell voranschreiten. Die Folge: Nervenschäden, Durchblutungsstörungen - besonders an Unterschenkeln und Füßen. Gefürchtete Spätfolge ist der diabetische Fuß mit Geschwüren und nicht mehr heilenden Wunden.

Was passiert bei Insulinresistenz?

Insulinresistenz

Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es vermittelt die Aufnahme vom Energielieferanten Glukose (Zucker) aus dem Blut in die Körperzellen und senkt dadurch den Blutzuckerspiegel. Wenn die Zellen weniger empfindlich für Insulin werden (resistent), dann benötigt der Stoffwechsel immer mehr Insulin. Die Forschung geht heute davon aus, dass die Insulinresistenz vererbt werden kann. Ein Diabetes entsteht aber trotz erblicher Veranlagung nur dann, wenn ein inaktiver Lebensstil und unpassende Ernährung hinzukommen.

Symptome

Ein Typ-2-Diabetes entsteht meist schleichend und kann über Jahre unbemerkt bleiben. Genau das ist das Heimtückische: Der Körper merkt sich jede einzelne Überzuckerung und präsentiert Jahre später die schlimmen Folgen. Experten sprechen vom "Zuckergedächtnis". Aber allgemeines Unwohlsein, Abgeschlagenheit - wer sucht deshalb gleich einen Arzt auf? Dabei sind die Chancen auf Heilung durch eine Ernährungsumstellung in diesem Stadium (Prädiabetes) noch ausgezeichnet. Wenn erst einmal die Diagnose "Typ-2-Diabetes" gestellt wird, bestehen oft schon Folgeschäden am Herz-Kreislauf-System.

Der Volksmund nennt Diabetes auch Zuckerkrankheit und benennt damit zugleich das Leitsymptom: Nachweis von Zucker im Urin. Weitere Symptome von fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes:

  • Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • Wachstumsstörung, Bettnässen, Gewichtsabnahme (bei Kindern)
  • Müdigkeit, Schwäche, Schwindel
  • Sehverschlechterung, wechselnde Sehstärke
  • trockene Haut, Juckreiz
  • abwechselnd Appetitlosigkeit und Hungerattacken
  • Potenzstörungen/Libidoverlust
  • Muskelkrämpfe
  • Nervenerkrankungen
  • schlecht heilende Wunden, besonders an den Füßen
  • Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Harnwegsinfekte
  • Menstruationsstörungen, verminderte Fruchtbarkeit bei Frauen
  • Psychische Veränderungen wie aggressives Verhalten

Häufige Vorstufe von Diabetes ist eine Fettleber.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 04.07.2016 | 21:00 Uhr

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Deutscher Diabetes-Risiko-Test

Prüfen Sie Ihr persönliches Risiko (PDF zum Herunterladen). Download (658 KB)