Stand: 18.04.2017 22:38 Uhr

Chat-Protokoll zum Thema Nierenschwäche

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Dr. Anke Kulschewski hat Fragen zum Thema Nierenschwäche im Chat beantwortet.

Unsere Nieren sind Hochleistungsorgane: Bis zu 300 Mal pro Tag filtern sie die gesamte Blutmenge. Insgesamt passieren so bis zu 1.800 Liter täglich die Nieren. Sie sorgen neben der Leber für die Entgiftung des Körpers, regeln den Wasser- und den Salzhaushalt sowie den Blutdruck. Das funktioniert selbst mit eingeschränkter Nierenfunktion noch recht lange.

Die Nephrologin Dr. Anke Kulschewski, Leitende Ärztin der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Nieren- und Hochdruckkrankheiten am Klinikum Oldenburg, hat Zuschauerfragen zum Thema im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

BiStein: Meine Mutter hatte von Geburt an eine Schrumpfniere. Sollte ich mich auch darauf untersuchen lassen?

Dr. Anke Kulschewski: Wenn Ihre Mutter von Geburt an eine Schrumpfniere hatte, könnte dies erblich bedingt sein. Ich würde Ihnen empfehlen eine Ultraschall-Untersuchung Ihrer Nieren machen zu lassen, denn es ist wichtig zu wissen, ob man nur eine Niere hat. Denn diese sollte man dann auch gut schützen.

Yamato: Hatte letztes Jahr im Oktober erhöhte Eiweißwerte im Urin. Mein Nierenwert war etwas erhöht. Zu der Zeit habe ich viel Ibuprofen genommen gegen Schmerzen. Jetzt hat sich alles normalisiert, sollte ich das trotzdem noch einmal testen lassen? Mein Großvater war Dialyse-Patient.

Kulschewski: Ja, wenn der Großvater Nierenpatient war, sollte man sich regelmäßig untersuchen lassen.

JEANETTE: Meine Schwiegermutter hat Zysten in beiden Nieren (mit Flüssigkeit gefüllt) und Eiweiß im Urin. Ist das gefährlich? Da sie in Schweden lebt und dort ihr die Ärzte keine richtige Antwort geben. Was darf sie essen oder muss sie auf was bestimmtes achten?

Kulschewski: Hier sind weitere Informationen erforderlich, die über einen Nephrologen weiter abgeklärt werden müssen. Aus der Ferne ist dies, ohne weitere Details, schwierig zu beantworten.

Anja: Ich leide an chronischer Niereninsuffizienz mit Proteinurin und Kreatin bei 176. Kann man die Verschlechterung mit der Ernährung stoppen?

Kulschewski: Mit der Ernährung kann man sie nicht stoppen. Wichtig ist die Ursache dafür abzuklären, aber Ernährung kann schon eine Rolle spielen. Wenn man sich zum Beispiel proteinreich ernährt oder viel Fleisch konsumiert, ist dies ungünstig für die Nieren.

Elke: Ist das Blutdruckmittel Candesartan schädlich für die Nieren?

Kulschewski: Generell nicht. Es wirkt schützend bei chronischen Nierenerkrankungen. Es ist aber unter bestimmten Voraussetzungen nur vorsichtig oder gar nicht einzusetzen. Die Details müssen Sie mit einem Nephrologen besprechen, die genaueren Erkrankungsumstände sind wichtig.

Unbekannt: Stimmt es, dass bei älteren Menschen (über 80 Jahre) andere Normwerte beim Kreatinin gelten?

Kulschewski: Nein, das stimmt nicht. Ältere Menschen haben oft eine reduzierte Nierenfunktion, die die erhöhten Kreatininwerte erklären.

Meini: Ist der Kreatininwert der wichtigste Wert bei Nierenschwäche? Falls ja, wie nah bin ich an einer Dialysebehandlung? Zustand seit ca. zehn Jahren von VRC 1,7 auf jetzt 2,3. Seit meinem siebten Lebensjahr nur eine Niere, seit 2009 Neo-Blase.

Kulschewski: Um Schäden früh zu erkennen, sind Urinwerte am wichtigsten. Im fortgeschrittenerem Stadium ist die Kreatinin-Clearance oder Filtrationsleistung ein verlässlicherer Parameter als der Kreatininwert, da der Kreatininwert von der Muskelmasse der Person abhängt.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 18.04.2017 | 20:15 Uhr

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