Stand: 20.06.2017 22:54 Uhr

Chat-Protokoll zum Thema Hörsturz

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Dr. Alexander Meyer hat Fragen zum Thema Hörsturz im Visite Chat beantwortet.

Plötzlich ist da dieses dumpfe Gefühl im Ohr, man hört nichts mehr oder alles klingt anders - das kann ein Hörsturz sein. Lange Zeit lautete die Empfehlung, innerhalb von 24 Stunden zum Arzt zu gehen und sofort eine Infusion zu bekommen. Heute weiß man, dass diese Infusionen nicht nur überflüssig sind, sondern geradezu gefährlich sein können. Um die optimale Behandlung bei einem Hörsturz zu bestimmen, ist immer zuerst eine sorgfältige Diagnose nötig. Handelt es sich nämlich um einen Sturz im Tieftonbereich, geht dieser häufig mit etwas Ruhe von selbst wieder weg. Bei Stürzen im Hochtonbereich und solchen, bei denen das Gehör völlig ausfällt, behandeln Mediziner häufig mit hoch dosiertem Kortison.

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Alexander Meyer hat Fragen zum Thema im Visite Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Eeevke: Welche Ursachen hat ein Hörsturz, beziehungsweise was wird derzeit als am wahrscheinlichsten gehandelt?

Dr. Alexander Meyer: Nach wie vor ist die Ursache für den Hörsturz nicht sicher geklärt. Es werden Durchblutungsstörungen, virale Infektionen und Störungen des Elektrolythaushalts des Innenohres als Hauptursachen diskutiert.

Unbekannt: Ist der Hörsturz ein Notfall? Und wie viel Zeit bleibt, damit kein Hörschaden entsteht?

Meyer: Wir glauben nicht, dass ein Intervall von mehreren Tagen bis zum Beginn der Therapie mit Kortison einen negativen Effekt auf die Erholung des Hörens hat. Es gibt aber Ursachen für Hörverlust, die eine schnelle Behandlung notwendig machen, wie beispielsweise der Innenohrschaden bei einer akuten Mittelohrentzündung. Treten außer dem Hörverlust weitere Symptome wie Ohrenschmerzen oder Schwindel auf, sollte der HNO-Arzt zügig aufgesucht werden.

Unbekannt: Ich hatte vor circa einem Vierteljahr einen Hörsturz mit bleibendem Tinnitus. Wie gut hilft Akupunktur?

Meyer: Wir haben bei vielen Therapien zum Hörsturz keine guten Daten zur Wirksamkeit. Akupunktur gehört auch dazu, sodass diese Frage schwierig zu beantworten ist.

Claudia: Ich hatte bis vor zehn Jahren (mehrere) Hörstürze, letztlich mit einem fast totalen Hörverlust rechts. Gibt es vielleicht neue Therapien, die das Hörvermögen "aktivieren" könnten?

Meyer: Es wird wahrscheinlich nicht möglich sein, das verloren gegangene Hörvermögen mit Medikamenten zu reaktivieren. Aber in den letzten zehn Jahren haben die Möglichkeiten einer Unterstützung des Hörvermögens durch Hörgeräte und Hörimplantate enorme Fortschritte gemacht, sodass wir Ihnen mit relativ guten Chancen heute einen Teil des Hörvermögens so zurückgeben können. Ansprechpartner wäre dann die nächstgelegene Universitäts-HNO-Klinik.

Marcus: Meine Mutter (jetzt 52 Jahre alt) hatte vor circa 20 Jahren im Spanien-Urlaub einen Hörsturz, seitdem ist sie auf einem Ohr komplett taub. Wäre auch heute noch, so lange danach, eine neue Therapie wie das Cochlea-Implantat denkbar beziehungsweise möglich?

Meyer: Ja, wir haben auch nach 20 Jahren Ertaubungsdauer Patienten mit ermutigenden Ergebnissen nach CI-Versorgung. Es ist jedoch vorab eine Reihe von Tests des verbliebenen Hörnervs sinnvoll, um die Chancen für eine solche Versorgung abzuschätzen.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 20.06.2017 | 20:15 Uhr

mit Video

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