Stand: 05.09.2016 11:51 Uhr

Arthrose: Wie Ernährung und Bewegung helfen

Arthrose ist eine Volkskrankheit - weltweit ist sie die häufigste Gelenkerkrankung. Etwa zwei Drittel der über 65-Jährigen sind davon betroffen. Prinzipiell ist jedes Gelenk des Körpers gefährdet. Besonders häufig sind es jedoch die Knie- und Hüftgelenke. Die Arthrose entwickelt sich langsam über Jahre oder Jahrzehnte. Typische Symptome sind Anlaufschmerzen am Morgen sowie steife und "knirschende" Gelenke. Obwohl zunehmendes Alter als Risikofaktor für die Arthrose gilt, sind nicht nur alte Menschen von dem schmerzhaften Gelenkverschleiß betroffen.

Wie Arthrose entsteht

Bei der Entstehung spielen zahlreiche andere Faktoren eine Rolle. Dazu zählen zum Beispiel Übergewicht, Fehlstellungen der Beine, Verletzungen oder Überbelastung. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Ursache der Beschwerden ist ein fortschreitender Knorpelverschleiß, der sich durch Medikamente bislang nicht aufhalten lässt.

Bewegungstraining statt Schonhaltung bei Arthrose

In der Behandlung von Arthrose steht gezieltes Bewegungstraining ganz oben auf der Liste der empfohlenen Therapien. Wer lange aufgrund einer Arthrose im Endstadium eine Schonhaltung eingenommen und sich wenig bewegt hat, kann seine Beschwerden mit Bewegung reduzieren und den Einbau eines künstlichen Kniegelenks hinauszögern. Denn ein Großteil der Schmerzen entsteht nicht im Gelenk, sondern im Weichteilgewebe um das Gelenk herum. Durch die lange Schonhaltung ist die Muskulatur verkürzt und verspannt. Die Folge sind Schmerzen.

Triggerpunkt-Akupressur und Dehnübungen können hier Abhilfe schaffen. In Kombination mit Bewegung im Wasser kann dann das Gelenk wieder beweglicher gemacht werden und schließlich ein gezielter Kraftaufbau beginnen. Auch eine konsequente Gewichtsreduktion hat einen entscheidenden Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Warme Moorbäder wirken entzündungshemmend, fördern den Stoffwechsel und lösen verkrampfte Muskulatur.

Nahrungsergänzungsmittel teuer und ohne nachgewiesene Wirkung

Die Wirkung von Knorpelaufbauprodukten oder speziellen Nahrungsergänzungsmitteln ist dagegen umstritten und wissenschaftlich nicht belegt. Die Kosten für diese Produkte werden deshalb von den Krankenkassen nicht übernommen. Präparate wie Gelatine oder Glucosamine haben allenfalls einen Placebo-Effekt. Als Tabletten eingenommen, werden sie im Magen bereits zerlegt, sodass es fraglich ist, ob ihr Wirkstoff überhaupt im Gelenk ankommt. Ein Schaden ist nach Expertenmeinung durch ihre Einnahme jedoch nicht zu erwarten.

Eine ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung dagegen ist wirksamer als die einzelnen Wirkstoffe einer Tablette. Omega-3-Fettsäuren in Fisch und pflanzlichen Ölen haben eine entzündungshemmende Wirkung und eignen sich daher gut für den Ernährungsplan bei Arthrose. Ungünstig sind dagegen Fleisch und Wurstwaren sowie tierische Fette. Sie führen dazu, dass sich im Körper die entzündungsfördernde Arachnidonsäure bildet. Eine fleischarme Mischkost mit viel Obst, Gemüse und pflanzlichen Ölen schmeckt nicht nur gut und versorgt den Knorpel mit allen notwendigen Nährstoffen, sondern führt nebenbei auch zu einer Normalisierung des Körpergewichts, sodass die Gelenke weniger belastet werden.

Gelenkschmerzen mit Naturheilmitteln behandeln

Gewürzmischungen, Blutegel, Weihrauchkapseln oder warme Wannenbäder - gegen den Gelenkverschleiß (Arthrose) bietet auch die Naturheilkunde eine ganze Reihe lindernder Therapieverfahren an. Die Wirksamkeit von Blutegeln ist wissenschaftlich gut belegt. Während der Behandlung saugen die Blutegel nicht nur Blut, sondern geben ihren Speichel (Salvia) in die Wunde ab. Er enthält bis zu 100 entzündungshemmende, gerinnungshemmende und schmerzstillende Substanzen. Andere ergänzende Methoden sind, wenn die Diagnose Arthrose gesichert ist, zumindest einen Versuch wert, raten Experten, denn nicht jedes Mittel wirkt bei jedem Patienten gleichermaßen.

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Gegen Arthrose bietet die Naturheilkunde eine ganze Reihe lindernder Therapieverfahren. Die Wirksamkeit von Blutegeln ist wissenschaftlich gut belegt, aber auch Gewürze können helfen. mehr

Als vielversprechend hat sich eine Gewürzmischung in gleichen Teilen aus Kreuzkümmel (Cumin), Koriander und Muskat erwiesen. Diese Mixtur soll bei 80 Prozent der Arthrose-Patienten die Beschwerden lindern, viele können mit ihrer Hilfe sogar die Dosierung ihrer Schmerzmedikamente reduzieren. Heilen können die Wirkstoffe der Gewürze den Gelenkverschleiß nicht, aber sie sollen die Durchblutung der Gelenkschleimhaut verbessern. Die Patienten nehmen zwei Messerspitzen der Gewürzmixtur pro Tag mit Wasser oder Joghurt ein.

 

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Interviewpartner

Im Studio:
Antje-Kathrin Naujoks, Physiotherapeutin
Leitung Physiotherapie Zentrum für Endoprothetik, Fußchirurgie, Kinder- und allgemeine Orthopädie
Roland-Klinik gGmbH
Niedersachsendamm 72-74, 28201 Bremen
Tel. (0421) 877 81 77
E-Mail: pt@roland-klinik.de
Internet: www.roland-klinik.de

Im Beitrag:
Dr. Hans-Wolfram Körner, Chefarzt
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin
Elbe-Klinikum Buxtehude
Am Krankenhaus 1, 21614 Buxtehude
Tel. (04161) 703 40 35
Internet: www.elbekliniken.de/de/buxtehude-klinik-orthopaedie-unfallchirurgie

Weitere Informationen:
Deutsche Arthrose Hilfe e.V.
Postfach 11 05 51, 60040 Frankfurt/Main
Tel. (06831) 94 66 77, Fax: (06831) 94 66 78
E-Mail: service@arthrose.de 
Internet: www.arthrose.de/

Arthrose Forum
Internet: www.deutsches-arthrose-forum.de/

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