Stand: 07.08.2017 10:00 Uhr

Arteriosklerose im Bein frühzeitig erkennen

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Arterienverkalkung im Bein erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

In Deutschland leiden rund acht Millionen Menschen unter Verkalkungen der Schlagadern, auch Arteriosklerose oder Atherosklerose genannt. Meist unbemerkt lagern sich im ganzen Körper Kalk und Fett an den Gefäßwänden ab. Allmählich schwindet dadurch die Elastizität der Adern, die Gefäße verengen sich bis zum vollständigen Verschluss. Vor allem Rauchen, hohe Blutfettwerte und Bluthochdruck erhöhen das Risiko.

Sind auch die Beinarterien von der Erkrankung befallen, spricht man von der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) oder auch Schaufensterkrankheit. Weil vor allem Raucher betroffen sind, spricht man auch vom Raucherbein. Im Extremfall kann die Schaufensterkrankheit bis zum Absterben des Beines und zur Amputation führen.

Angiografie.

Arteriosklerose im Bein frühzeitig erkennen

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Millionen Deutsche leiden an Arterienverkalkung in den Beinen. Weil das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall groß ist, ist eine Früherkennung wichtig.

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Symptome: Schmerz in den Waden

Typisch sind Wadenschmerzen bei Belastung, zum Beispiel beim Gehen, die in Ruhe verschwinden. Früher mühelos zu bewältigende Strecken werden zunehmend zum Problem. Die Muskeln schmerzen, weil ihnen durch die mangelhafte Blutversorgung der Sauerstoff fehlt. Mit der Zeit treten die Schmerzen auch in Ruhesituationen auf, vor allem nachts, wenn die Beine waagerecht liegen und die Muskulatur nicht ausreichend durchblutet wird. Beim Gehen bekommen die Betroffenen wegen der mangelnden Durchblutung so starke Beinschmerzen, dass sie immer wieder Pausen einlegen müssen, bis der stechende Schmerz in den Waden nachlässt.

Frühe Diagnose kann Leben retten

Aktuelle Studien zeigen, dass auch bei beschwerdefreien Betroffenen Kalkablagerungen in Herz- und Kopfgefäßen zu finden sind. Das Risiko für lebensgefährlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall ist größer als bei Übergewichtigen oder Diabetikern. Dabei lässt sich die periphere arterielle Verschlusskrankheit ganz einfach nachweisen:

  • Bei der Blutdruckkontrolle wird am Arm und an den Fußgelenken gemessen. Teilt man dann den am Bein ermittelten Wert durch den am Arm gemessenen Blutdruck, erhält man den Knöchel-Arm-Index
  • Pulskontrolle an den Füßen, in den Kniekehlen und Leisten
  • Ultraschalluntersuchungen und Röntgenaufnahme der Beinarterien mit Kontrastmittel (Angiografie)

Arteriosklerose im Bein behandeln

Je früher die Krankheit behandelt wird, umso besser lässt sich ihr Fortschreiten bremsen. Mit gezielt eingesetzten Medikamenten und einer gesunden Lebensweise kann dann dem Fortschreiten der Arteriosklerose entgegengewirkt werden. So bleiben nicht nur die Beingefäße geschmeidig, auch das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt wird deutlich reduziert.

In jedem Fall müssen Betroffene mit dem Rauchen aufhören. Sehr hilfreich ist ein konsequentes Gehtraining: Fünf Mal eine halbe Stunde am Stück gehen, dabei die Gehstrecke ausbauen, bis an den Schmerz heran. So bilden sich Ersatzblutbahnen (Kollateralen), die die Blutversorgung der Muskeln übernehmen. Ist die Arteriosklerose bereits fortgeschritten, können die Gefäße in einer Operation ausgeschält oder die Engen mit einem Bypass überbrückt werden.

Operation per Katheter

Abhängig von Ausdehnung und Sitz der Gefäßverengung kann auch ein Katheterverfahren, die Perkutane Transluminale Angioplastie (PTA), eingesetzt werden. Dabei wird die Engstelle mit einem Ballon aufgedehnt und gegebenenfalls durch einen Stent zusätzlich gestützt. Das Problem: Es bleiben Fremdkörper zurück. Außerdem kommt es durch den Eingriff zu Narbenbildung, das Gefäß kann sich wieder verschließen.

Das Risiko ist mit einer neuen Technik geringer: Dabei wird zur Aufdehnung der Engstelle ein Ballonkatheter verwendet, der mit Medikamenten beschichtet ist, die vor Ort die Narbenbildung verhindern. Ein Stent ist dabei nicht mehr nötig. Studien belegen, dass die neue Ballontherapie dauerhaften Erfolg hat und kaum Nachbehandlungen nötig sind. Sie lässt sich nicht nur in den großen Oberschenkelarterien, sondern auch im Unterschenkel einsetzen.

Nach dem Eingriff hängt der weitere Verlauf vom Lebenswandel der Patienten ab: Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht schädigen die Gefäße und erhöhen die Gefahr einer erneuten Arterienverstopfung. Betroffene sollten sich reichlich bewegen und versuchen, ihr Gewicht in den Griff zu bekommen.

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Interviewpartner

Interviewpartner im Studio:
Priv.-Doz. Dr. Hans Krankenberg, Chefarzt
Centrum für Angiologie
Klinik für Gefäßmedizin
Asklepios Klinikum Harburg
Eißendorfer Pferdeweg 52, 21075 Hamburg
Tel. (040) 18 18 86 22 61, Fax (040) 18 18 76 22 61
Internet: www.asklepios.de/hamburg/harburg/experten/angiologie

Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Dierk Scheinert
Leiter Abteilung für Interventionelle Angiologie
Universitätsklinikum Leipzig
Philipp-Rosenthal-Straße 27 C, Haus P, 04103 Leipzig
Angio-Hotline: (0341) 972 06 50 (Mo-Fr. 7.30-20 Uhr)
Internet: angiologie.uniklinikum-leipzig.de

Weitere Informationen:
Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.
Patientenratgeber zum Herunterladen und Adressen von Gefäßzentren
Internet: www.dga-gefaessmedizin.de, www.verschlusssache-pavk.de
           
Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin
Gesellschaft für operative, endovaskuläre und präventive Gefäßmedizin e. V.
Robert-Koch-Platz 9, 10115 Berlin
Tel. (030) 280 99 09 90, Fax (030) 280 99 09 99
Internet: www.gefaesschirurgie.de

Deutsche Gefäßliga e. V.
Mühlenstraße 21-25, 50321 Brühl
Tel. (02232) 769 97 90, Fax (02232) 769 98 99
Internet: www.deutsche-gefaessliga.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 08.08.2017 | 20:15 Uhr

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