Stand: 24.02.2015 10:20 Uhr  | Archiv

Antioxidantien - Schutz für unsere Zellen

Sie gelten als wirksames Mittel zur Vorbeugung verschiedener Krankheiten und als Waffe gegen vorzeitiges Altern - Antioxidantien (auch: Antioxidanzien). Sie sind vor allem in Vitamin C, Vitamin E, in Flavonoiden und in Carotinoiden enthalten. Antioxidantien schützen den Körper vor freien Radikalen, die den sogenannten oxidativen Stress verursachen.

Freie Radikale sind sauerstoffhaltige Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Sie sind unvollständig und suchen darum nach einem passenden Elektron. Ein freies Radikal attackiert stets das nächstbeste intakte Molekül (zum Beispiel Moleküle der Zellmembran, Proteine oder DNA) und entreißt ihm ein Elektron. Dieser Elektronen-Raub wird Oxidation genannt. Dem bestohlenen Molekül fehlt nun seinerseits ein Elektron. Die Folge: Es wird selbst zum freien Radikal und sucht ein Opfer, dem es ein Elektron stehlen könnte. Nur ein Antioxidant kann die Kettenreaktionen stoppen, denn es gibt dem freien Radikal freiwillig eines seiner Elektronen ab. Darum sind die Körperzellen geschützt, wenn ausreichend Antioxidantien vorhanden sind.

Zu viele freie Radikale verursachen oxidativen Stress

Eigentlich sollten sich in unserem Organismus freie Radikale und Antioxidantien (auch: Radikalfänger) die Waage halten. Doch gibt es mehr freie Radikale, entsteht der oxidative Stress. Experten glauben, dass der oxidative Stress Krankheiten wie Arteriosklerose, Herz-Kreislauferkrankungen und Arthritis mitverursacht und zudem die Haut schneller altern lässt. Zellschäden durch freie Radikale können auch zu Entartungen der Zelle und somit zu Krebserkrankungen führen.

In welchen Lebensmitteln stecken Antioxidantien?

Bestimmte Antioxidantien stellt der Körper selber her, aber man muss sie auch aufnehmen - und das täglich. Denn bisher ist nicht erforscht, ob und wie lang wir Antioxidantien speichern können. Dabei ist es dem Körper eigentlich egal, ob er beispielsweise das Vitamin C aus einer frischen Frucht oder als Pulver bekommt. Doch mit Pillen und Pulver können wir einzelne Antioxidantien überdosieren. Welche gesundheitlichen Folgen das hat, weiß zurzeit niemand. Als sicher aber gilt: Zu viele natürliche Antioxidantien können wir gar nicht essen. Vitamin C kann freie Radikale besonders leicht abfangen und neutralisieren. Es findet sich in vielen Früchten und Gemüsearten, besonders reich an Vitamin C sind Hagebutte, Sanddorn und die Acerolakirsche - aber auch Äpfel, Kohl und Brokkoli.

Vitamin E liefern hochwertige Pflanzenöle wie zum Beispiel Weizenkeimöl, Olivenöl und Kokosöl. Reichlich Flavonoide enthalten Granatapfel, grüner Tee, Kaffee, Obst, Olivenöl, Kakao, dunkle Schokolade, Zimt und Rotwein. Carotinoide können wir über Obst, Gemüse und Eier zu uns nehmen. Ausgezeichnete Antioxidantien-Lieferanten sind außerdem Nüsse, Samen und Beeren.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Anne Fleck, Innere Medizin
Rheumatologie, Ernährungsmedizin, Präventivmedizin
amedes MVZ Hamburg GmbH – Zentrum für Präventiv- und Ernährungsmedizin
Mönckebergstraße 10
20095 Hamburg
Tel. (0800) 589 16 88 (kostenfrei)
Fax (040) 380 70 83 10
Internet: www.amedes-experts-hamburg.de

Dr. med. Melanie Hümmelgen
Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie
Leitende Ärztin der Kardiologischen Abteilung
RehaCentrum Hamburg
Martinistraße 66, 20246 Hamburg
Tel. (040) 253 06 30
Internet: www.rehahamburg.de

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Visite | 24.02.2015 | 20:15 Uhr

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