Stand: 13.01.2015 11:22 Uhr  | Archiv

Lungenkrank durch Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

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Wenn bei Asthma eine Standardtherapie nicht richtig anschlägt, kann dies ein Hinweis auf Alpha-1-Antitrypsin-Mangel sein.

Es ist ein seltener Gendefekt, der die Lunge schädigen kann: der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel. Unerkannt und unbehandelt zerstört er die Lunge. Das Eiweiß Alpha-1-Antitrypsin schützt die Lungenbläschen und sorgt dafür, dass körpereigene Zellen bei einer Abwehrreaktion nicht das Lungengewebe angreifen.

Bei der Erkrankung befindet sich zu wenig Alpha-1-Antitrypsin im Blut. Kommt es zu einer Infektion oder Reizung der Lunge, werden die Abwehrzellen aktiv und greifen irrtümlich auch die Lungenbläschen an und zerstören sie. Wenn bei Asthma eine Standardtherapie nicht richtig anschlägt, könnte ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel dahinterstecken.

Bluttest gibt Aufschluss

Mit einem einfachen Bluttest, den jedes gängige Labor durchführen kann, lässt sich die Erkrankung leicht feststellen. Sie kann durch Infusionen, bei denen der fehlende Eiweißstoff zugeführt wird, behandelt werden. Doch kommt die Diagnose zu spät und die Lunge ist bereits zerstört, kann nur noch eine Lungentransplantation den Patienten retten. Wird der Gendefekt aber früh genug erkannt, kann durch einen entsprechenden Lebensstil der Verlauf der Krankheit positiv beeinflusst werden: Betroffene sollten nicht rauchen und möglichst keine schwere Infektionen bekommen.

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. med. Hinrich J. Hamm
Facharzt für Innere Medizin/Pneumologie/Allergologie
Lungenpraxis am Wördemanns Weg
Wördemanns Weg 25-27
22527 Hamburg
Tel. (040) 889 00 96 80
Fax (040) 889 00 96 81
Internet: www.herz-hh.de/lungenpraxis/ihre-lungenpraxis

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Visite | 13.01.2015 | 20:15 Uhr