Stand: 26.09.2017 21:54 Uhr

Chat-Protokoll zum Thema Prostatakrebs

Wope: Was halten Sie von der Bestrahlung mit Seeds, also radioaktiven Körnchen?

Hermann: Eine gute Alternative bei Krebs mit niedrigen Risikofaktoren.

Biggi87: Es geht um meinen Papa. Er ist 67 Jahre alt und seine Prostata wurde vor ein paar Jahren vollständig entfernt. Der PSA-Wert stieg allerdings wieder. Mittlerweile hat er eine Bestrahlung hinter sich und mehrere Hormonspritzen. Wie oft kann er diese Spritzen noch bekommen? Geht das immer?

Hermann: Diese Frage ist noch nicht geklärt: Wenn die Hormonspritzen zur Verstärkung der Strahlenwirkung eingesetzt wurden, reichen nach einer französischen Studie zwei Drei-Monatsspritzen aus. In einer amerikanischen Studie, die sogar eine Verbesserung der Überlebenschance für die Patienten nach zwölf Jahren gezeigt hat, wurde über zwei Jahre eine antihormonelle Therapie zusätzlich zur Bestrahlung gegeben. Wenn Ihr Vater die Spritzen gut verträgt, würde ich sie auch, in Anbetracht seines Lebensalters, versuchen zwei Jahre zu geben.

Viadrina: Ich werde ab dem 17. Oktober bestrahlt. Welche Nachteile muss ich befürchten, weil ich die hormonelle Gabe abgelehnt habe?

Hermann: Ohne genauere Angaben zum Tumorstadium, der Tumorbiologie und des PSA-Wertes kann diese Frage nicht beantwortet werden.

Unbekannt: Kann man sich als Patient für eine radikale Prostatektomie (Da-Vinci-OP) sinnvoll vorbereiten?

Hermann: Ja, unbedingt sinnvoll ist ein Beckenbodentraining bereits vor der Operation und nicht erst danach.

Unbekannt: Was kann die Gabe von Viagra etc. noch tun, wenn bei einer Prostataentfernung diese Nerven durchtrennt wurden?

Hermann: Häufig bleiben einzelne Nerven trotz der Operation noch intakt, da sich ein ganzes Nervengeflecht im Bereich der Prostata befindet. Dadurch kann Viagra auch nach so einer Operation bei einigen Patienten eine Erektion auslösen und dadurch eine Rückbildung der Schwellkörper vermeiden.

U.H.: Ich habe in der Sendung einen Hinweis auf die Brachytherapie vermisst. Vor zehn Monaten habe ich mich dieser Behandlung unterzogen und leide bisher unter keinerlei Nebenwirkungen. (76 Jahre, Score vor der Behandlung 3+3, PSA von über 5 auf unter 1,0 zurückgegangen). Meine Frage: Wie schätzen Sie die Brachytherapie im Verhältnis zur externen Bestrahlung ein?

Hermann: Eine gute Alternative, leider war die Sendezeit nicht ausreichend, um sämtliche strahlentherapeutische Optionen in allen Details zu erläutern. Ziel der Sendung war die Darstellung der Strahlentherapie als Alternative zur Operation.

Patient: In der Sendung wird der PSA-Wert als Maß, ob die Strahlenbehandlung erfolgreich war, verwendet. Die Krankenkassen bestreiten die Aussagekräftigkeit des PSA-Tests. Wann wird der endlich von den Krankenkassen bezahlt?

Hermann: Die Krankenkassen bestreiten die Effektivitiät des PSA-Wertes zum Screening gesunder Männer auf Prostatakrebs. Nach einer Therapie von Prostatakrebs ist der PSA-Wert jedoch ein idealer Tumormarker und wird routinemäßig bei allen Patienten bezahlt.

Bird: Nach Protonenbestrahlung habe ich am Enddarm Strahlenproktitis, was kann man dagegen tun?

Hermann: Bitte rufen Sie das Protonen-Bestrahlungszentrum an. Dort wird häufig behauptet, dass durch diese sehr aufwendige Bestrahlung genau diese Nebenwirkungen nicht auftreten. Durch diese Rückmeldung könnten Sie den Kollegen einen realistischen Hinweis auf die Nebenwirkungen geben.

Unbekannt: Ich heiße Andreas und wurde bis 10. Mai 2017 42 Mal mit je 1,7 Gray bestrahlt! Seit Ende der Bestrahlung habe ich heftige Blasenkrämpfe. (Die ersten drei Wochen über 30 pro Tag in wehenartiger Qualität, durch Instillation von Gepan Linderung auf derzeit 10 bis 15 Krämpfe mit mittlerer Intensität.) Brauche dringend jemanden, der sich exzellent mit der Strahlenzystitis auskennt. Bisherige Kontakte haben keine bis wenig Erfahrung und kennen keinen heilenden Weg. Können Sie mir weiterhelfen?

Hermann: Wichtig ist, dass der Urologe durch eine Blasenspiegelung die Strahlenzystitis bestätigt hat. Wenn dies der Fall ist, kann auch an eine HBO-Therapie (hyperbarer Sauerstoff) gedacht werden. Am besten googeln, welches Zentrum bei Ihnen in der Nähe ist.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 26.09.2017 | 20:15 Uhr

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