Sendedatum: 28.08.2012 20:15 Uhr  | Archiv

Brustaufbau mit Eigengewebe

Diagnose Brustkrebs: Bei rund 30 Prozent der Patientinnen wird die Entfernung einer Brust (Mastektomie) notwendig. Eine gelungene Brustrekonstruktion nach allen Regeln chirurgischer Kunst kann über den Verlust der eigenen Brust hinwegtrösten.

Dank moderner Mikrochirurgie ist der Brustaufbau aus Eigengewebe möglich - mit meist besseren ästhetischen Ergebnissen als BH-Einlagen oder Implantaten. Außerdem müssen die Implantate alle zehn Jahre ausgetauscht werden. Bauch, Oberschenkel, Rücken und Gesäß können als "Spender" eingesetzt werden. Doch bei der Entscheidung über die Frage, ob und welcher Aufbau in Frage kommt, werden Patientinnen oft alleine gelassen, beklagen Experten.

Zusammenarbeit zwischen Gynäkologen und Chirurgen wichtig

In zertifizierten Brustzentren sollen die Gynäkologen mit plastischen Chirurgen zusammenarbeiten, die auch bei der Nachsorge mit einbezogen sein sollten. Sie verfügen über das hochspezialisierte Wissen, wenn es um mikrochirurgische Eingriffe oder größere Lappenplastiken geht.

Bauchgewebe wird genutzt

Beim sogenannten Diep Flap-Verfahren wird Bauchgewebe unterhalb des Bauchnabels entnommen und an der Stelle der fehlenden Brust wieder angeschlossen. Der Eingriff dauert in der Regel 8 bis 10 Stunden. Entscheidend dabei ist, dass die wichtigen Blutgefäße bei dem zu transplantierenden Bauchgewebe sorgsam präpariert und vorbereitet werden, damit der Anschluss an den Oberkörper klappt. In mikrochirurgischer Feinarbeit werden mithilfe großer Mikroskope millimeterkleine Venen und Arterien verbunden.

Zum Aufbau kleinerer Brüste eignet sich das Latissimus-Dorsi-Verfahren, bei dem ein Teil des großen Rückenmuskels unter der Achsel nach vorne geschwenkt wird. Da auf dem Rücken weniger Fettgewebe vorhanden ist, kann zusätzlich ein Implantat zur Aufpolsterung verwendet werden.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Ursula Scholz
Gynäkologin
Leiterin des Brustzentrums am UKE
Klinik und Poliklinik für Gynäkologie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg

Dr. Matthias Geenen
Plastischer Chirurg
Leitender Arzt der Abteilung Plastische und Wiederherstellende Chirurgie
Lubinus Clinicum
Steenbeker Weg 25
24106 Kiel
Tel. (0431) 38 83 05
Fax (0431) 38 83 06

Autorin des Fernsehbeitrags:
Jutta Rosbach

Dieses Thema im Programm:

Visite | 28.08.2012 | 20:15 Uhr

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