Stand: 03.06.2013 18:48 Uhr  | Archiv

Neue Zeckenart im Harz entdeckt

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Die Auwaldzecke stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. (Archiv)

Die Auwaldzecke ist zum ersten Mal in Niedersachsen entdeckt worden, genauer im Naturpark Harz. Das teilte das Landesgesundheitsamt am Montag mit. Die über den Mittelmeerraum eingewanderte Zecke war zuvor nur in Süd- und Ostdeutschland nachgewiesen worden. Die Spinnentiere bringen möglicherweise neue gefährliche Erkrankungen ins Land. Die Auwaldzecke beispielsweise sondert Stoffe ab, die die Haut um die Einstichstelle herum lähmen. So bleibt sie trotz ihrer Größe unbemerkt.

Überträger der Hundemalaria

Zudem wartet die Auwaldzecke nicht auf einem Grashalm auf ihre Opfer: Sie geht selbst auf Jagd, schleicht sich an ihr Ziel heran und krabbelt im geeigneten Moment auf den Körper. Für den unfreiwilligen Blutspender kann der Stich der Auwaldzecke gefährliche Folgen haben: 40 Prozent dieser Zecken tragen Rickettsien in sich. Die Bakterien können harmlose Haut- und Lymphknotenveränderungen hervorrufen, aber auch hohes Fieber und sogar tödliche Herzmuskelentzündungen. Auch die Erreger der unbehandelt tödlichen Hundekrankheit Babesiose, auch bekannt als Hundemalaria, werden durch die Auwaldzecke übertragen. Tierärzte raten Hundehaltern deshalb zu Zeckenhalsbändern und speziellen Antizeckenshampoos.

Zeckenmonitoring ausgeweitet

Das Landesgesundheitsamt untersucht seit sechs Jahren systematisch das Zeckenvorkommen in ausgewählten Regionen Niedersachsens. Im vergangenen Monat wurde dieses Zeckenmonitoring auf das ganze Land ausgeweitet. Die häufigste durch Zecken verursachte Krankheit in Deutschland ist die Lyme-Borreliose, die erst seit Ende der 1980er-Jahre bekannt ist. In der Region Cuxhaven wiesen 30 Prozent der untersuchten Zecken Borrelien auf, in der Region Hannover/Nienburg waren es etwa 14 Prozent und im Harz vier Prozent.

Kein FSME-Risikogebiet

Niedersachsen gilt jedoch nach wie vor nicht als FSME-Risikogebiet, wie der Experte vom Landesgesundheitsamt, Masyar Monazahian, betonte. Das gefährliche FSME-Virus, das eine Hirnhautentzündung verursachen kann, trugen nur vier von knapp 9.000 in der Behörde untersuchten Zecken in sich.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 03.06.2013 | 14:30 Uhr

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