Stand: 13.01.2015 14:00 Uhr  | Archiv

Zwiebeln - Vielschichtig und gesund

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Schon Paracelsus nutzte im 16. Jahrhundert die heilende Wirkung der Zwiebel.

Bereits vor 3.000 Jahren galt die Zwiebel in Ägypten als kraftfördernde Frucht und wurde vor allem von Arbeitern in großen Mengen verzehrt. Später wurden Zwiebeln auch in der Klostermedizin gegen Leiden wie Skorbut, Pest und Cholera eingesetzt. Und auch der bekannte Arzt und Alchemist Paracelsus nutzte im 16. Jahrhundert die Heilkraft.

Schwefel-Verbindungen wirken antibakteriell

Heutzutage ist das bekannteste Hausmittel gegen Husten der aus geschnittenen Zwiebeln gewonnene, mit Zucker angesetzte Sirup. Schwefel-Verbindungen in der Zwiebel wirken antibakteriell und helfen, den Schleim aufzulockern, sodass er dünnflüssiger wird und sich leichter abhusten lässt. Die Pflanze hat diese Stoffe über Jahrmillionen als Abwehr gegen Krankheitserreger wie Bakterien und Viren entwickelt. Experten können die Zwiebel-Verbindungen mittlerweile im Labor konzentriert herstellen. Bei Versuchen mit Bakterienkulturen zeigte sich, dass die Substanzen verschiedene Erreger effektiv bekämpfen.

Rohe Zwiebeln können Krebs vorbeugen

Doch die Zwiebel kann noch weit mehr: So finden sich in der Zwiebel Verbindungen, die zur Krebs-Vorbeugung beitragen könnten. Studien haben gezeigt, dass ein regelmäßiger Verzehr von rohen Zwiebeln das Risiko an Magen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken senkt. Verantwortlich dafür sind die Flavonoide in der Zwiebel - sie neutralisieren freie Radikale im Körper. Auch wirken spezielle Bestandteile - etwa Alliin - auf die Fließeigenschaften des Blutes. Darüber hinaus besitzt Alliin antioxidative Eigenschaften und kann darum Gefäßschäden vorbeugen. Zudem scheinen weitere Inhaltsstoffe wie Quercetin den Blutdruck zu senken.

Einsatz gegen Narben

Und auch gegen wuchernde Narben kann die Zwiebel helfen: Dermatologen setzen oft auf eine Behandlung mit einer Salbe aus Zwiebelextrakt. Diese wirkt abschwellend und entzündungshemmend.

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Zwiebel - Heilpflanze 2015

Der Naturheilkundeverein NHV Theophrastus informiert. extern

Gleichzeitig verhindert der Zwiebelextrakt ein überschießendes Bindegewebswachstum und verfügt zudem über keimtötende und regenerationsfördernde Eigenschaften. Die Zwiebelextrakte wirken so gut, dass sie jetzt sogar in die offiziellen Leitlinien zur Behandlung von Narben aufgenommen worden sind.

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Visite | 13.01.2015 | 20:15 Uhr

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