Stand: 26.08.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Gefährliche Strahlung durch die Mikrowelle?

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Nährstoffschonend und energiesparend lässt sich in der Mikrowelle Essen erwärmen.

Für die einen ist es ein nützlicher Alltagshelfer, die anderen verteufeln ihn: den Mikrowellenofen. Mikrowellen sind elektromagnetische Strahlen, die tief ins Gewebe eindringen und mit ihrer Energie kleine Teilchen, zum Beispiel Wassermoleküle, zum Schwingen bringen. Es entsteht Reibungswärme, darum wird alles, was sich im Mikrowellengerät befindet, heiß. Der Drehteller sorgt für eine bessere Verteilung der Wärme. Nicht immer erfolgt die Erwärmung gleichmäßig. Diese sogenannten Kältenester entstehen, weil Essen unterschiedlich gleichmäßig Wasser enthält. So enthält zum Beispiel Knochen kaum Wasser.

Geringe Strahlung dringt nach Außen

Im Innern ist die Mikrowelle ein Faradayscher Käfig: Die Metallwände absorbieren die Strahlen und reflektieren sie immer wieder nach innen. Nach außen dringt bei einem intakten Gerät nur eine minimale "Leck-Strahlung". Doch die ist so gering, dass sie in mehreren Studien die zulässigen Höchstwerte deutlich unterschreitet.

Schnelles und schonendes Erhitzen

Zum Erwärmen von Flüssigkeiten wie Milch oder bereits Gekochtem eignet sich die Mikrowelle gut. Auch die Zubereitung von Essen in kleinen Mengen ist möglich. Während beim Kochen viele Vitamine ins Kochwasser gehen und anschließend weggeschüttet werden, ist in der Mikrowelle sehr wenig Wasser notwendig, um schonend zu garen.

So ist Tiefkühlspinat in der Mikrowelle zum Beispiel schnell zubereitet. Der Mikrowellenherd erwärmt von innen nach außen. Beim Kochtopf muss erst der Topf warm werden und dann die Wärme langsam von außen ins Innere des Spinatblocks abgeben. 100 Gramm Spinat enthalten circa 50 Milligramm Vitamin C, das durch Hitze sehr schnell zerstört wird. Wird Spinat also im Topf erwärmt, ist das Vitamin C am Rande des Spinatblocks schon zerkocht, bevor das Innere heiß ist. Labortests haben gezeigt, dass Spinat im Topf erwärmt 20 Prozent Vitamin C verliert, in der Mikrowelle nur fünf Prozent.

Eier oder Geflügel sollte allerdings nicht in der Mikrowelle zubereitet werden: Weil die Mikrowelle nicht gleichmäßig erhitzt, werden Krankheitserreger wie Salmonellen oder Listerien nicht komplett abgetötet.

Interviewpartner im Beitrag:

Christin Müller
Diätassistentin
Medicum Hamburg
Beim Strohhause 2
20097 Hamburg
Tel. (040) 807 97 90
Internet: www.medicum-hamburg.de

Prof. Dr. Oliver Baumann
Prof. für Mathematik und Physik
HAW Hamburg
Fakultät Life Sciences, Ulmenliet 20, 21033 Hamburg
Tel. (040) 428 75 61 23
E-Mail: Oliver.Baummann@haw-hamburg.de
Internet: www.haw-hamburg.de

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