Stand: 28.05.2014 09:20 Uhr  | Archiv

Wenn Monster kommen: Albträume bei Kindern

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Ein Kind, das regelmäßig unter Albträumen leidet, muss nicht gleich zum Psychologen.

Die meisten Kinder haben gelegentlich Albträume. So kehren Gestalten aus gruseligen Geschichten und Filmen im Schlaf wieder. Lehrer und Prüfungen geistern dagegen eher selten durch kindliche Albträume, haben Untersuchungen des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim ergeben.

Wenn ein Kind gelegentlich Albträume hat, ist das noch kein Grund zur Sorge. Leidet ein Kind dagegen regelmäßig darunter, sollte man etwas unternehmen. Sonst läuft das Kind Gefahr, auch noch als Erwachsener von Albträumen gequält zu werden.

Vermeidungsstrategien vermeiden

Man muss nicht gleich mit dem Kind zum Psychologen. Eltern können das Problem durchaus selbst anpacken. Wichtig dabei: Vermeidungsstrategien vermeiden. Das heißt, Sätze wie "Denk' an was Schönes und schlaf' weiter" helfen in der Regel nicht. Besser ist es, sich aktiv mit den Albträumen auseinanderzusetzen. Experten empfehlen Vorstellungsübungen am Tag. In denen soll der Albtraum eine glücklichere Wendung nehmen als bisher in der Nacht. Wer beispielsweise im Traum immer vor einem Monster wegläuft, sollte sich vorstellen, dass er sich umdreht und dem Monster ins Auge blickt. Oft verändern sich dann auch die Albträume entsprechend und werden weniger gruselig oder sie verschwinden sogar ganz. Wenn die Bemühungen nicht weiterhelfen, empfiehlt sich allerdings ein Besuch bei einem Therapeuten.

Nachtangst: Meist keine Erinnerungen am nächsten Morgen

Die Vermeidungsstrategie hilft allerdings nicht, wenn das Kind in Wirklichkeit gar nicht unter Albträumen leidet, sondern unter einem Phänomen, das auf den ersten Blick ganz ähnlich aussieht. Fachleute sprechen dann von Nachtangst (Pavor nocturnus). Das Kind schreckt dabei aus dem Schlaf hoch, meist relativ bald, nachdem es eingeschlafen ist. Es ist dabei nicht vollständig wach und sollte auch nicht aufgeweckt werden. Dann erinnert es sich am nächsten Morgen meist an nichts. Eltern sollten dem Kind ruhig zureden und es sanft ins Bett zurückführen. Vermeiden lässt sich die Nachtangst oft, wenn das Kind in einer ruhigen Atmosphäre schlafen geht, vielleicht mit einer beruhigenden Gute-Nacht-Geschichte.

Links

Albträume: Was kann ich dagegen tun?

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin informiert. (PDF zum Herunterladen) extern

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Radio-Visite | 28.05.2014 | 09:20 Uhr

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