Stand: 25.11.2014 14:38 Uhr  | Archiv

Was hilft gegen Schnupfen?

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Schnupfen und Husten sind meist Folge einer Virusinfektion.

Sie sind mikroskopisch klein, haben jetzt Hochsaison und sorgen für Schnupfen, Frösteln und Halsweh - die gefürchteten Rhinoviren. Wenn sie sich erst einmal in der Nase festgesetzt haben, entzündet sich die Schleimhaut und schwillt an. Zunächst ist der Schnupfen dünnflüssig. Später wird vermehrt zähflüssiger Schleim produziert, der die Nasenatmung erheblich behindert.

Antibiotika helfen gegen Viren nicht

Schnupfenpatienten erhoffen sich von ihrem Hausarzt ein Mittel gegen die viralen Plagegeister. Doch Antibiotika helfen gegen Viren nicht. Lübecker Forscher suchen nach möglichen Angriffspunkten auf der Virenoberfläche, um gezielt Medikamente zu entwickeln. Doch das Problem ist die Vielfalt der Rhinoviren: Bekannt sind etwa 150 Rhinovirentypen, die sich auch noch ständig verändern. Pro Saison zirkulieren etwa 15 bis 20 verschiedener Typen. Deshalb ist es auch nicht möglich, einen Impfstoff zu entwickeln.

Bakterien nutzen schwaches Immunsystems

Bakterien nutzen den schwachen Moment des Immunsystems aus, weil aufgrund des Virenbefalls die Abwehrmechanismen bereits geschwächt sind. So kann der Schnupfen Wegbereiter für weitere Erkrankungen sein. Hat sich die Infektion in der Stirnhöhle festgesetzt, kann sie über die Knochen auf das Gehirn übergreifen und eine Hirnhautentzündung auslösen.

Wer seine verstopfte Nase mit Hochdruck in Richtung Taschentuch zu befreien versucht, kann dabei ganz schnell gefährliche Mengen an Krankheitserregern in die Nebenhöhlen oder ins Mittelohr pressen. So unappetitlich es sich also auch anhört: Wer weder eine Nasennebenhöhlenentzündung noch eine Mittelohrvereiterung als zusätzliche Komplikation riskieren will, sollte sich im Nasehochziehen üben.

Symptome linden

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Nasensprays sollte man nicht länger als fünf bis sieben Tage nutzen.

Kräutertees, Hühnerbrühe und heiße Dampfbäder tun gut und können die Symptome lindern. Wichtig ist außerdem viel und ausreichend zu schlafen.  Abschwellende Nasensprays oder -tropfen helfen, wenn man keine Luft mehr durch die Nase bekommt und sich Kopfschmerzen entwickeln, also ein Druckgefühl über den Nebenhöhlen. Das ist ein Hinweis, dass dort die mangelnde Belüftung zu einer akuten Nebenhöhlenentzündung führen kann. Tropfen oder Sprays mit dem Wirkstoff Xylometazolin sollte man aber nicht länger als fünf bis sieben Tage verwenden, da sich die Nasenschleimhaut sonst daran gewöhnt und immer mehr davon braucht. Zudem trocknen Medikamente, die die Nase zu frei machen, die Nasenschleimhaut aus. Es kommt zu Rissen. Meerwassersprays befeuchten die Nasenschleimhäute, ebenso wie Wasserdampfinhalation, eine Nasendusche oder - besonders pflegend - ein Nasenöl.

Fieber ist eine hilfreiche Reaktion des Körpers und kann bis 39 Grad ausgehalten werden. Kreislaufgeschwächte Menschen sollten das Fieber allerdings schon früher senken. Ist das Fieber zu hoch, helfen zunächst einmal Wadenwickel und vor allem viel Flüssigkeit! Steigt das Fieber zu hoch, ist ein Besuch beim Arzt sinnvoll, um über fiebersenkende Medikamente nachzudenken.

So beugt man vor

Besser als jedes Schnupfenmittel ist die Vorsorge: Eine ausgewogene Kost mit viel Obst, Gemüse und Salat deckt den Vitaminbedarf. Wer regelmäßig in der Sauna schwitzt, rüstet zusätzlich seinen Organismus gegen Viren und Bakterien. Entscheidend beim Saunieren ist der Gang ins kalte Tauchbecken oder zumindest unter die kalte Dusche. Der wiederholte Kältereiz steigert den Blutfluss in der Nasen- und Rachenschleimhaut. So gelangen mehr Abwehrzellen zu den Orten, die permanent Attacken von Viren und Bakterien ausgesetzt sind. Regelmäßiger Sport kurbelt das Immunsystem zusätzlich an. Ist der Schnupfen allerdings schon da, sollten Sport und Sauna gemieden werden.

Interviewpartner im Beitrag:

Joachim Kurzbach
Facharzt für Innere Medizin
Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin & hausärztliche Versorgung
Rahlstedter Bahnhofstraße 25
22143 Hamburg
Tel. (040) 677 32 29
Fax (040) 677 27 26
Internet: www.praxis-rahlstedt.de

Priv.-Doz. Dr. Jan Weise
Facharzt für HNO-Heilkunde
Heegbarg 16
22391 Hamburg
Tel. (040) 606 50 37
Fax (040) 606 50 39
Internet: www.hno-zentrum-alstertal.de

Prof. Dr. Thomas Peters
Direktor
Institut für Chemie der Universität zu Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23562 Lübeck
Internet: www.chemie.uni-luebeck.de

Dr. Christoph Külkens
Chefarzt
Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Plastische Kopf-Hals-Chirurgie
Asklepios Klinik Nord – Heidberg
Tangstedter Landstraße 400
22417 Hamburg
Tel. (040) 18 18 87 34 64
Fax (040) 18 18 87 33 72
Internet: www.asklepios.com/nord

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Visite | 25.11.2014 | 20:15 Uhr

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