Stand: 06.03.2017 17:22 Uhr

Was hilft gegen Haarausfall?

Im Laufe des Lebens hat die Mehrheit der Männer mit Haarausfall zu kämpfen. Bis zum 80. Lebensjahr haben 80 Prozent der Männer Haarausfall, zum Beispiel Geheimratsecken, schütteres Haar oder Glatze. Doch auch jede fünfte Frau leidet unter lichter werdendem Haar. Meistens müssen Betroffene lange suchen, bis sie die richtige Therapie gefunden haben. Nur mit der richtigen Diagnose kann man Haarausfall gezielt bekämpfen.

Unterschiedliche Formen von Haarausfall

Ursachen für Haarausfall

Mögliche Ursachen für Haarausfall sind

  • erblichen Faktoren
  • Stress
  • hormonellen Störungen
  • Infekte
  • Operationen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten wie Betablocker und Fettsenker
  • Angriff des eigenen Immunsystems auf die Haarfollikel
Ist die Ursache gefunden, lässt sich der Haarausfall meist gezielt behandeln.

So stellt der Arzt Haarausfall fest

Wenn im Frühjahr und Herbst verstärkt Haare ausfallen, ist das völlig normal. Dauert der Haarausfall jedoch länger als vier Wochen und gehen täglich mehr als 100 Haare aus, sollte man zum Arzt gehen. Bei der Untersuchung fragt der Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte, bisherigen Untersuchungen und Therapien, betrachtet die Haare unter der Lupe und schaut, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.

Formen des Haarausfalls

Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf:

  • Erblicher Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist die häufigste Ursache von Haarausfall bei Frauen und Männern. Dabei reagieren die Haarwurzeln empfindlich auf das männliche Sexualhormon Testosteron. Typisch sind die Geheimratsecken, die sich langsam ausdehnen. Der androgenetische Haarausfall kann sich auch als schleichende Abnahme der allgemeinen Haardichte über die Jahre bemerkbar machen. Bei Frauen kann die Abnahme der Haardichte zum Beispiel auch durch ein Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS), oder eine übermäßige Testosteronproduktion bedingt sein.

  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen. Durch einen Angriff des Immunsystems werden die Haare in ihrem Wachstum so stark gestört, dass sie ausfallen.

  • Diffuser Haarausfall ist eine häufige Form von Haarverlust, die viele verschiedene innere Ursachen haben kann. Um sie herauszufinden, sind neben der Haardiagnostik meist Blutuntersuchungen notwendig. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente, chronische Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, schwere Infekte oder eine Chemotherapie. Eine häufige Ursache sind Crash-Diäten oder veränderte Ernährungsgewohnheiten. Vor allem Eisen- oder Vitamin-D-Mangel können noch Monate später die Haare ausfallen lassen.

  • Einige Kopfhauterkrankungen können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen. Dazu zählen schwere Ekzeme der Kopfhaut, Pilzerkrankungen (etwa Tinea capitis) oder vernarbende Alopezien (etwa Lichen planopilaris). Um solche Ursachen abzuklären, können eine Pilzdiagnostik oder auch die Entnahme einer Kopfhautprobe (Biopsie) erforderlich sein.

Die richtige Therapie bei Haarausfall

Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie von Kopfhauterkrankungen und Haarausfall. Sobald die Ursache des Haarausfalls gefunden ist, erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan, der in der Regel eine örtliche und in einigen Fällen auch eine innere Behandlung umfasst. Mögliche Therapien sind:

  • Medikamente: Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können: Der Blutdrucksenker Mioxidil lässt in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Der zweite Wirkstoff, das verschreibungspflichtige Medikament Finasterid, hemmt die Dihydrotestesteron-Produktion - die Haare bleiben. Doch Finasterid ist nicht frei von Nebenwirkungen: Es kann zu Libidoverlust bis hin zu Impotenz führen und Depressionen auslösen.

  • Tinktur mit Anti-Androgenen: Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreibt der Dermatologe eine Tinktur, die Anti-Androgene enthält. Sie blockiert die Wirkung der männlichen Hormone auf die Haarwurzeln, fördert die Durchblutung der Kopfhaut und regt so das Haarwachstum an. Bis zu einem halben Jahr kann es dauern, bis Ergebnisse sichtbar sind.

  • Haartransplantation: Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahl gewordenen Stellen setzt der Arzt dort, wo wieder Haare wachsen sollen, Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in einer fünfstündigen Millimeterarbeit - und wie bei jedem Eingriff besteht die Gefahr von Nebenwirkungen: Schwellungen und Wassereinlagerungen können auftreten und einzelne Transplantate wieder ausfallen.

Haare in einer Bürste.

Was hilft gegen Haarausfall?

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Haarausfall bei Männern und Frauen hat viele unterschiedliche Ursachen. Mit der richtigen Diagnose lässt sich der Verlust von Haaren in vielen Fällen bekämpfen.

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Interview: Haarausfall richtig behandeln

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Welche Ursachen hat Haarausfall? Und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Hautärztin und Haarspezialistin Dr. Natalie Garcia Bartels gibt Tipps. Video (04:42 min)

Chat-Protokoll zum Thema Haarausfall

Wenn die richtige Diagnose gestellt ist, kann man Haarausfall gezielt bekämpfen. Dr. Natalie Garcia Bartels hat im Chat Fragen beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen. mehr

Interviewpartner

Interviewpartnerin im Studio:
Priv.-Doz. Dr. Natalie Garcia Bartels, Hautärztin, Haarspezialistin
Dermatologie am Kaiserdamm
Kaiserdamm 26, 14057 Berlin
Tel. (030) 493 79 25, Fax (030) 245 364 30
Internet: www.derma-kaiserdamm.de

Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Ulrike Blume-Peytavi, Klinikdirektorin (komm.)
Leiterin Clinical Research Center for Hair and Skin Science
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Charité Centrum Innere Medizin und Dermatologie CC12
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Studien-Telefon (Anrufbeantworter):
Tel. (030) 450-518 176, Fax (030) 450-518 998
Internet: www.crcberlin.com und www.derma.charite.de

Priv.-Doz. Dr. Annika Vogt, Oberärztin
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Adresse s.o.
Weitere Informationen:
Im Internet:
www.haarausfall.net
www.haarerkrankungen.de
Alopecia Areata Deutschland e. V.
Postfach 10 01 45, 47701 Krefeld
Tel. (01805) 78 60 06 (14 ct./Min. aus dem dt. Festnetz), Fax (02151) 65 35 45-3
Internet: www.kreisrunderhaarausfall.de

Dieses Thema im Programm:

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