Stand: 06.10.2015 11:18 Uhr  | Archiv

Was hilft bei Mundgeruch?

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Stinkende Schwefelverbindungen sind in der Regel für Mundgeruch verantwortlich.

Mundgeruch ist peinlich, weil man ihn meist nicht selbst bemerkt. Zahnärzte unterscheiden zwischen schlechtem Atem und echtem Mundgeruch. Hat man Zwiebeln oder Knoblauch gegessen, verschwindet der schlechte Atem bald wieder. Tritt Mundgeruch permanent oder immer wieder auf, muss er behandelt werden. Bei etwa 90 Prozent aller Betroffenen liegt die Ursache in der Mundhöhle. Woher der üble Geruch kommt, versucht der Arzt durch Fragen zu Ernährungsgewohnheiten und Mundhygiene herauszufinden.

Viel Trinken hilft

Ein trockener Mund kann Geruch begünstigen. Viel Trinken und Reinigen hilft gegen Mundgeruch, denn der Speichel sorgt dafür, dass Nahrungsreste und Bakterien regelmäßig aus dem Mund gespült werden und kein Geruch entsteht. Haben sich Bakterien in verborgenen Winkeln der Mundhöhle eingenistet, zersetzen sie Speisereste und produzieren dabei stinkende Schwefelverbindungen. Sitzen die Bakterien im Zahnfleisch, können sie zusätzlich eine Zahnfleischentzündung (Parodontitis) verursachen. Sie siedeln sich bevorzugt in winzigen Zahnfleischtaschen an, kleben oft aber auch direkt als sogenannte Plaque auf dem Schmelz - vor allem in den engen Zahnzwischenräumen, wo die normale Zahnbürste nicht hinkommt. Der Zahnarzt sucht nach den Schlupfwinkeln der Bakterien und beseitigt sie.

Zahn- und Mundhygiene wichtig

Um Mundgeruch zu vermeiden, ist die tägliche Zahn- und Mundhygiene wichtig. Dazu gehört nicht nur zwei- bis dreimal Zähneputzen am Tag, sondern auch die Reinigung zwischen den Zähnen mit sogenannten Interdentalbürsten und Zahnseide. Was viele Menschen nicht wissen: Auch auf der Zunge tummeln sich geruchsbildende Bakterien. Von hier aus können sie die Mundhöhle besiedeln. Auf der Zungenoberfläche haften sie gut und können durch Essensreste einen Belag bilden.

Zungenreiniger benutzen

Um die Bakterien zu entfernen, empfiehlt sich, täglich einen Zungenreiniger zu benutzen. Diese speziellen Bürsten sind flach und am besten mit einer Borsten- und einer Schaberseite ausgestattet. Je flacher die Form, desto besser ermöglicht sie das Säubern des hinteren Teils der Zunge, ohne unangenehmen Würgereiz auszulösen. Gerade im hinteren Drittel der Zunge halten sich die Bakterien auf. Die Breite der Reinigungsfläche sollte der durchschnittlichen Zungenbreite entsprechen. Spezielles Zungengel hat zusätzlich eine geruchsneutralisierende Wirkung.

Das Geld für Mundspüllösungen kann man sich sparen: Sie sollten höchstens zwei bis drei Wochen angewendet werden. Denn sie führen oft zu Verfärbungen und haben eigentlich gar keinen zusätzlichen Nutzen. Kaugummi, Pfefferminzbonbons und Co. helfen leider auch nicht wirklich: Sie können schlechten Atem nur übertünchen.

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Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Birte Spreter von Kreudenstein
Zahnärztin
Sand 35,  21073 Hamburg
Tel. (040) 52 47 03 30
Fax (040) 766 54 53
Internet: www.zahnaerzte-am-sand.de

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Visite | 06.10.2015 | 20:15 Uhr

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