Stand: 30.11.2015 11:22 Uhr

Was hilft bei trockenen Augen?

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Tropfen helfen in der Regel gegen trockene Augen.

Trockene Augen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Die Beschwerden sind vielfältig: juckende, brennende oder gerötete Augen, das Gefühl von müden Augen, verschwommenes Sehen oder ein Fremdkörpergefühl. So erstaunlich es auch klingt: Auch wenn dauernd Tränen fließen, können die Augen zu trocken sein.

 

Die häufigste Ursache für trockene Augen ist eine Störung  der Qualität und Quantität der Tränenflüssigkeit: Entweder ist die Menge der Tränenflüssigkeit zu gering oder die Tränenflüssigkeit ist instabil und bleibt nicht lange genug auf der Augenoberfläche.

Welche Aufgabe hat die Tränenflüssigkeit?

Normalerweise schlägt das Augenlid etwa 10 bis 15 Mal pro Minute und verteilt den Tränenfilm gleichmäßig auf der Hornhaut. Der Tränenfilm schützt das Auge vor Fremdkörpern und bildet eine Gleitschicht für das obere Augenlid. Seine Bestandteile versorgen die vorderen Schichten der Hornhaut mit Nährstoffen. Durch seine antimikrobiellen Bestandteile schützt der Tränenfilm den vorderen Augapfel vor Infektionen.

Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten. Die oberste Schicht enthält vor allem Fette. Sie bildet die optisch wirksame, glatte Grenzschicht zur Luft und verhindert das schnelle Verdunsten der wässrigen mittleren Schicht. Die innere Schleimschicht grenzt an die Hornhaut. Die Produktion des Tränenfilms unterliegt tageszeitlichen Schwankungen und nimmt insbesondere zum Abend hin ab. Mit zunehmendem Alter nimmt sie generell ab. Frauen sind davon stärker betroffen als Männer, weil hormonelle Faktoren einen Einfluss auf den Tränenfilm haben. Wenn weniger Tränenflüssigkeit gebildet wird oder sich die Zusammensetzung ändert, werden die Augen trocken.

Was sind die Auslöser für trockene Augen?

Trockene Augen treten auch in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf, zum Beispiel als Begleiterscheinung bei Diabetes, Problemen mit der Schilddrüse und bei rheumatischen Erkrankungen. Auch Medikamente, wie zum Beispiel Betablocker, Psychopharmaka, Schlafmittel oder Präparate gegen Allergien, greifen in die Produktion des Tränenfilms ein und können trockene Augen verursachen.

Vermutlich ist die zunehmende Umweltbelastung an der Entwicklung der Beschwerden nicht unerheblich beteiligt. Auch trockene Heizungsluft und Klimaanlagen begünstigen die erhöhte Verdunstung des Tränenfilms. Konzentriertes Arbeiten am Computer führt zu einer reduzierten Frequenz des Blinzelns und damit zu trockenen Augen. Für dieses Phänomen gibt es sogar einen eigenen Namen: das "Office eye syndrom" oder "Büroaugen-Syndrom".

Einfache Tests geben Aufschluss

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Mit einem einfachen Test kann der Augenarzt überprüfen, ob das Auge genug Tränenflüssigkeit produziert.

Die Menge der produzierten Tränenflüssigkeit kann durch einen einfachen Tests, den Schirmer-Test, bestimmt werden. Dazu wird ein Streifen Filterpapier (Lackmuspapier) in den Bindehautsack des äußeren Lidwinkels eingehängt. Nach fünf Minuten wird die Strecke abgelesen, die die Tränenflüssigkeit in dem Papierstreifen zurückgelegt hat. Der Test kann auf zwei unterschiedliche Weisen erfolgen: am unbetäubten Auge durchgeführt, wird die Reizsekretion getestet. Hier sollten nach fünf Minuten etwa 15 Millimeter des Lackmusstreifens angefärbt werden. Wir der Test dagegen unter örtlicher Betäubung durchgeführt, sodass es zu keiner Reizung des Auges kommt, wird die sogenannte basale Tränensekretion gemessen. Eine Laufstrecke von weniger als zehn Millimetern weist auf eine zu geringe Tränenproduktion hin.

Die Qualität des Tränenfilms kann der Augenarzt mithilfe der sogenannten Aufbrechzeit überprüfen. Dafür wird die Hornhaut eingefärbt und die Veränderung durch die Spaltlampe beobachtet. Der Tränenfilm sollte nach jedem Lidschlag zehn Sekunden auf den Augen halten. Reißt er zu früh auf, ist das ein Zeichen dafür, dass die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist.

Benetzende Augentropfen helfen

Die Beschwerden sollten keinesfalls ignoriert werden, denn in der Folge können die Augen weniger beweglich werden, die Hornhäute vernarben oder eintrüben - bis zur Erblindung.

Benetzende Augentropfen können helfen. Auch genügend Schlaf ist wichtig, damit sich unsere Augen vom bilderreichen Tag erholen und fit in den neuen Tag starten können. Tränenersatzmittel gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Die klassischen Tropfen enthalten in der Regel aber Konservierungsstoffe. Spezielle Dosier-Tropf-Fläschchen oder einzeln abgepackt zum einmaligen Gebrauch kommen die Zubereitungen ohne Konservierungsstoffe aus. Dadurch sind sie oft besser verträglich.

Darüber hinaus werden Tränenersatzmittel als Spray sowie als Salbe für die Nacht angeboten. Künstliche Tränen schaden zwar in der Regel nicht, dennoch sollte die Ursache bei anhaltenden Beschwerden immer von einem Augenarzt abgeklärt werden.

So schützen Sie Ihre Augen

  • Klimaanlage und Lüfter abschalten und lieber regelmäßig das Fenster öffnen, sowohl im Auto als auch im Büro, direkten Luftstrom auf das Auge meiden.
  • Zigarettenrauch meiden
  • Viel Wasser trinken
  • Sonnenschutz mit einer Qualitätssonnenbrille vom Optiker
  • Bei der Bildschirmarbeit, beim Fernsehen und Lesen öfter blinzeln und auch mal fünf Minuten Pause machen.

Interviewpartner

Im Beitrag und Studio:
Prof. Dr. Ulrich Schaudig
Chefarzt der Augenklinik
Asklepios Klinik Barmbek
Rübenkamp 220
22307 Hamburg
Tel. (040) 18 18 82 28 31
Internet: www.asklepios.com/barmbek

Im Beitrag:
Dr. Dorte Miebach
Fachärztin für Augenheilkunde
Leitung der Augenärztlichen Praxisklinik  Am Tierpark im Gesundheitszentrum "Forum Vitalis"
Hugh-Greene-Weg 2
22529 Hamburg
Tel. (040) 822 99 10 44
E-Mail: info@augen-blankenese.de
Internet: www.augen-blankenese.de

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Visite | 01.12.2015 | 20:15 Uhr