Stand: 23.06.2015 10:48 Uhr

Sonnenschutz - worauf es wirklich ankommt

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Ein Erwachsener braucht etwa 30 bis 40 Milliliter Sonnencreme für den gesamten Körper.

In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Hautkrebsfälle in Deutschland verdoppelt. Ein nicht unerheblicher Anteil daran, lässt sich auf übermäßige Sonneneinstrahlung zurückführen. Aber auch durch einen bedeckten Himmel dringen die Sonnenstrahlen. Insbesondere die Haut von Kindern und Jugendlichen reagiert empfindlich auf UV-Strahlen. Ein Sonnenbrand im Kindesalter erhöht das Hautkrebsrisiko um das Zwei- bis Dreifache. Gerade Kleinkindern bis zu einem Jahr schadet direkte Sonneneinstrahlung, da die Eigenschutzmechanismen der Haut bei ihnen noch nicht vollständig entwickelt sind. Auch wenn ein brauner Teint immer noch als gesund und vital gilt, ist er bereits ein Zeichen einer Zellschädigung.

Menschen im Strandkorb.

Sonnencreme: Schutz auch bei Wolken wichtig

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Jeder Aufenthalt in der Sonne füllt unser begrenztes "Sonnenkonto". Ist es voll, steigt die Hautkrebs-Gefahr. Sonnencreme schützt uns - wenn sie richtig genutzt wird.

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Sonnenlicht besteht aus UVA- und UVB-Strahlen

Sonnenlicht setzt sich aus sichtbarem, infrarotem und ultraviolettem Licht zusammen. Das ultraviolette Licht ist für die Bräunung der Haut verantwortlich. Es besteht aus langwelligen UVA- und kurzwelligen UVB-Strahlen. Die energiereichen UVB-Strahlen sind für Sonnenbrände verantwortlich, in deren Folge Hautkrebs entstehen kann. UVA-Strahlen führen im Vergleich zu UVB-Strahlen zu einer raschen aber kurzlebigen Bräunung der Haut. Sie dringen bis in die tieferen Hautschichten ein und greifen dort das elastische Bindegewebe an. Sie führen so zu vorzeitigen Alterungsprozessen der Haut. Aber auch sie können das Erbgut der Zellen so stark schädigen, dass Hautkrebs entstehen kann.

So schützt man sich in der Sonne richtig

Gute Sonnenschutzprodukte wirken sowohl gegen UVA- als auch UVB-Strahlung. Die Wahl des Lichtschutzfaktors richtet sich nach dem Hauttyp sowie dem Aufenthaltsort und der Aufenthaltsdauer in der Sonne. Der Lichtschutzfaktor bezieht sich dabei nur auf die UVB-Strahlung, nicht auf die UVA-Strahlung. Er beschreibt die Dauer, um die sich die Eigenschutzzeit der Haut durch das Auftragen des Sonnenschutzproduktes verlängert. Wer zum Beispiel nach zehn Minuten in der Sonne rot wird, kann mit einem Lichtschutzfaktor 20, 20 Mal so lange in der Sonne sein - also 200 Minuten. Wichtig: Nach dieser Zeit verlängert auch Nachcremen die Schutzzeit nicht. Für einen sicheren Schutz empfehlen Experten, sich tatsächlich nur 60 Prozent der Schutzzeit in der direkten Sonne zu verbringen.

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23.06.2015 20:15 Uhr
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Ausreichende Menge Sonnencreme beachten

Der häufigste Anwendungsfehler bei Sonnenschutzprodukten ist das Auftragen zu geringer Mengen. Ein Erwachsener braucht etwa 30 bis 40 Milliliter Sonnencreme, um den gesamten Körper einzucremen. Oft werden besonders empfindliche Stellen wie Füße, Ohren und "Geheimratsecken" sogar ganz vergessen. Auch dünne Kleidung bietet keinen zuverlässigen Schutz vor der UV-Strahlung, sodass der Sonnenschutz auch unter Kleidung sinnvoll sein kann. Auch durch geschlossene Autoscheiben, vor allem die Seitenscheiben, erreichen uns UVA-Strahlen. Bei längeren Fahrten in der Sonne sollten Autofahrer deshalb vor allem ihre Arme mit Sonnencreme schützen.

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Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Melanie Hartmann
Fachärztin für Dermatologie, dermatologische Kosmetologie
DermoCosmetic Center Hamburg
Poststraße 2
20345 Hamburg
Tel. (040) 328 07 88 30
Fax: (040) 530 56 69 10
E-Mail: hartmann@dermocosmetic-center-hamburg.de

Dr. Cornelia Baldermann
Bundesamt für Strahlenschutz
Ingolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
Tel. (030) 183 33 21 41
Fax: (030) 183 33 22 05
E-Mail: info@bfs.de
Internet: www.bfs.de

Dr. Dominik Göddertz
Lab Manager, Global Product Development Nivea Sun Care
Beiersdorf AG
Unnastraße 48
20245 Hamburg
Tel. (040) 49 09 20 01
Fax: (040) 49 09 25 16
E-Mail: cc@beiersdorf.com

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Endlich Urlaub! | 23.06.2015 | 20:15 Uhr