Stand: 26.10.2015 09:15 Uhr

Wenn die Gleitsichtbrille Probleme bereitet

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Bei einer Alterssichtigkeit können nahe Bilder nicht mehr scharfgestellt werden. Eine Brille schafft Abhilfe.

Früher oder später trifft sie jeden: die Alterssichtigkeit. Im höheren Alter ist sie mit 95 Prozent die häufigste Fehlsichtigkeit. Im eigentlichen Sinne handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern es ist ein normaler, altersbedingter Funktionsverlust der Nahanpassungsfähigkeit des Auges. Ein scharfes Sehen in der Nähe, also insbesondere beim Lesen, ist dann nicht mehr uneingeschränkt möglich.

Mit der Zeit verlieren die Linsen ihre Elastizität und damit ihre Brechkraft (Akkomodationsbreite). Das bedeutet, dass sie sich nicht mehr flexibel auf unterschiedliche Entfernungen einstellen können. Nahe Bilder können dann nicht mehr scharfgestellt werden. Der maximale Nahpunkt, das heißt der Punkt, an dem Bilder gerade noch scharf erkannt werden können, rückt schließlich immer weiter in die Ferne.

Viele Betroffene greifen zur Gleitsichtbrille

Wer dann weiterhin entspannt auch das Kleingedruckte aus der Nähe lesen möchte, kommt um eine Brille nicht herum. Die Modelle sind heute modisch und vielfältig - besonders beliebt sind die Gleitsichtbrillen. Der Vorteil: Mit ihnen hat man Lese- und Fernbrille in einer, und somit entfällt lästiges Wechseln zwischen zwei Brillen. Die Gläser sind so geschliffen, dass beim Blick durch den oberen Bereich des Glases die Kurzsichtigkeit ausgeglichen wird und im unteren Bereich die Weitsichtigkeit.

Schulter- und Nackenschmerzen können auftreten

Das ist praktisch, doch auch Gleitsichtbrillen bergen einige Nachteile, die in manchen Lebenssituationen Probleme bereiten. Zunächst brauchen Gehirn und Augen generell etwa einen Monat, um sich auf die unterschiedliche Brechkraft der neuen Gläser einzustellen, was zu Kopfschmerzen, Schwindel und unscharfem Sehen führen kann. Aber auch nach dieser Eingewöhnungsphase können vor allem lange Arbeitstage vor dem Bürocomputer auf Dauer Folgen haben. Wer hier über Schulter- und Nackenschmerzen klagt, sollte auch die Brille als Auslöser in Betracht ziehen: Gleitsichtbrillen sind zwar gut für scharfe Nah- und Fernsicht, schwächeln aber bei mittleren Entfernungen.

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Besser sehen und arbeiten am Computer

Informationen und Beratungstool des Leibnitz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. extern

Doch genau dort, in einer Distanz zwischen 70 und 90 Zentimetern, steht oft der PC-Bildschirm. Durch diesen ungünstigen Abstand muss der Kopf ständig angewinkelt werden oder das Kinn schiebt sich nach vorn, damit man scharf sehen kann. Wer ohnehin schon Probleme im Schulter- und Nackenbereich hat, kann aufgrund dieser zusätzlichen Belastung weitere Beschwerden bekommen. Abhilfe schafft eine PC-Arbeitsbrille, die vom Arbeitgeber bezahlt wird.

Gefahr beim Treppensteigen

Vorsicht ist beim Tragen einer Gleitsichtbrille vor allem bei Treppenstufen gefragt, da der untere Bereich der Brille für den Nahbereich ausgelegt ist und Stufen somit verschwimmen oder zu weit weg erscheinen. Dies kann schnell zu Unfällen führen - vor allem ältere Menschen mit Gangunsicherheit oder Schwindel sollten im Alltag keine Gleitsichtbrille tragen. Wichtig ist es daher, sich beim Optiker oder Augenarzt ausführlich zur Wahl der richtigen Brille für den passenden Einsatzzweck beraten zu lassen.

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Interviewpartner:

Dr. med. Christoph J. Bäumer
Facharzt für Orthopädie und Spezielle Schmerztherapie
Centrum für Orthopädie und Schmerztherapie Blankenese
Dockenhudener Straße 27, 22587 Hamburg 
Tel. (040) 866 93 10
Fax: (040) 86 69 31 11
E-Mail: info@cobl.de

Christian Eydam
Optiker
Eppendorfer Weg 259
20251 Hamburg
Tel. (040) 420 61 02
Fax (040) 420 61 03
E-Mail: info@glassgo.de

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