Stand: 16.12.2014 14:57 Uhr  | Archiv

Muskeltraining für mehr Gesundheit im Alter

Bild vergrößern
Wer seine Muskelmasse erhält, fühlt sich fitter und stabilisiert die Knochen.

Ab einem bestimmten Alter merken es die meisten Menschen: Beim Treppensteigen oder beim Einkauf im Supermarkt machen die Muskeln schlapp und man fühlt sich kraftlos. Jeder Mensch verliert im Laufe seines Lebens an Muskelmasse. Doch dagegen kann man etwas tun: Wer im Alter seine Muskelmasse erhält, fühlt sich nicht nur fitter, sondern stabilisiert dadurch auch Knochen und Gelenke.

Muskeln wirken auf den ganzen Stoffwechsel

Gezieltes Krafttraining beugt Erkrankungen wie Osteoporose, Arteriosklerose und Bluthochdruck vor, Schäden werden zum Teil sogar regeneriert. Denn die Muskulatur kann sehr viel mehr als nur Kraft und Bewegung: Muskeln wirken auf den ganzen Stoffwechsel und verbessern die Körperfunktionen. Werden Muskeln beansprucht, beginnen sie nach kurzer Zeit Botenstoffe zu produzieren. Diese sogenannten Myokine wirken auf viele Organe, den Insulinhaushalt und das Blutgefäßsystem. Die Durchblutung des Gehirns wird verbessert, was zum Beispiel Depressionen vorbeugen kann. Außerdem wandeln die Muskeln ungesundes weißes Fett in gesundes braunes Fettgewebe um.

Ärztliche Untersuchung steht am Anfang des Trainings

Doch für all das ist genug Muskelmasse erforderlich. Wer im Alter mit Muskeltraining beginnt, sollte sich vorher unbedingt untersuchen lassen. Sportmediziner messen den Zustand der Muskeln: Die Bioimpedanzanalyse bestimmt das Körperwasser und den Fettanteil - und kann so die Funktionsfähigkeit der Muskeln errechnen. In einem guten Fitnessstudio sollte vor Beginn des Krafttrainings eine ärztliche Untersuchung stehen. Dabei wird geklärt, ob es körperliche Einschränkungen gibt und in welchem Zustand sich die Muskeln befinden.

Aber auch in den eigenen vier Wänden lassen sich die Muskeln ohne großen Aufwand gezielt trainieren: zum Beispiel am Tisch sitzend mit Hanteln, Wasserflaschen oder elastischen Gymnastikbändern (Theraband). Die Bänder kann man auch an der Türklinke oder am Heizkörper befestigen. Bei Kniebeugen im Stehen sollte man sich vorsichtshalber an Stuhllehne oder Tischkante festhalten. Wer sich zwischendurch immer mal wieder auf die Zehenspitzen stellt und auf und ab bewegt, trainiert die Waden- und Beinmuskulatur.

Muskeltraining wirkt auch gegen Fettleibigkeit, doch zu dünn sollte man im Alter nicht werden, denn Studien haben ergeben: Menschen mit einem hohen Anteil an Skelettmuskeln und leichtem Übergewicht haben die längste Lebenserwartung.

Interviewpartner

Im Studio:
Dr. Jürgen Wernecke
Chefarzt Klinik für Diabetologie und Medizinisch-Geriatrische Klinik
Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg gGmbH
Hohe Weide 17, 20259 Hamburg
Tel (040) 790 20 26 00
Fax (040) 790 20 27 09
Internet: www.d-k-h.de/Medizinisch-Geriatri.1087.0.html

Im Beitrag:
Johannes Lüke
Facharzt für Allgemeinmedizin
Ambulanzzentrum des UKE GmbH
Fachbereich Sport- und Bewegungsmedizin
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 02 85 65
Internet: www.praxislueke.de

Stefan Patra
Dipl.-Sportwissenschaftler
UKE Athleticum
Universitäres Kompetenzzentrum für Sport- und Bewegungsmedizin
Ambulanzzentrum des UKE GmbH
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 02 85 40
Fax (040) 741 04 00 74
E-Mail: athleticum@uke.de

Drehort im Beitrag:
Eimsbütteler Turnverband e.V. (ETV)
ETV-Studio
Bundesstraße 96,
20144 Hamburg
Tel. (040) 401 76 90
Fax (040) 40 17 69 69
Internet: www.etv-studio.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 16.12.2014 | 20:15 Uhr