Sendedatum: 11.02.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Makuladegeneration - Ernährung kann helfen

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Verzerrtes Sehen ist ein Anzeichen für Makuladegeneration.

Etwa 4,5 Millionen Menschen allein in Deutschland leiden an einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Bei dieser fortschreitenden und unheilbaren Erkrankung der Netzhaut büßen die Sinneszellen am Punkt des schärfsten Sehens (Makula) nach und nach ihre Funktion ein. Die Betroffenen können ausgerechnet das, was sie direkt anschauen, nicht mehr klar erkennen - stattdessen sehen sie nur einen schwarzen Fleck.

Erstes Anzeichen einer entstehenden Makuladegeneration ist ein verzerrtes Sehen - Buchstaben verschwimmen, gerade Linien erscheinen plötzlich krumm. Auslöser sind Ablagerungen und Veränderungen der Blutgefäße unter der Netzhaut.

Langzeitstudie mit 240 Patienten bringt eindeutige Ergebnisse

Diese sind nicht nur altersbedingt, sondern können auch durch die Lebensführung beeinflusst werden. Das zeigt die Langzeitstudie "LUTEGA" der Universität Jena. Dass sich die AMD durch eine gezielte Ernährung wirksam beeinflussen und die Sehkraft sogar verbessern lässt, belegten die Forscher an 240 Patienten, die über ein Jahr mit einer speziellen Diät behandelt und begleitet wurden. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse stützen die Erkenntnis: Die bisher kaum behandelbare trockene Makuladegeneration lässt sich durch die Ernährung beeinflussen.

Makuladegeneration kann gestoppt oder verlangsamt werden

Wissenschaftler untersuchten den Effekt einer täglichen Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit einer Kombination aus Lutein, Zeaxanthin und Omega-3-Fettsäuren. Dazu wurde immer wieder die Konzentration dieser Stoffe im Blut gemessen, die Beschaffenheit der Makula geprüft und die Sehkraft getestet. Bei den Patienten, die das Nahrungsergänzungsmittel einnahmen, zeigte sich ein deutlicher Anstieg der Makulapigmente. Damit wurde das mit einem Schwund dieser Pigmente verbundene Voranschreiten der Makuladegeneration gestoppt beziehungsweise verlangsamt. Auch die Sehkraft der Studienteilnehmer stabilisierte sich als Folge der Nährstoffzufuhr und verbesserte sich sogar leicht.

Die Ärzte sehen in diesen Ergebnissen eine große Hoffnung für die Betroffenen, denn bisher ließ sich die trockene Makuladegeneration kaum behandeln - nun gibt es die Chance, sie durch eine gezielte Diätberatung zu beeinflussen.

Grünes Gemüse und Fisch helfen

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In Brokkoli steckt jede Menge Lutein.

Auch wenn in der Studie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln untersucht wurde, lässt sich der Effekt auch durch natürliche Nahrungsmittel erzielen. Lutein steckt vor allem in grünem Gemüse wie Grünkohl oder Brokkoli, Zeaxanthin als gelber Farbstoff in Mais, Spinat, Eigelb und vielen Gemüsesorten, Omega-3-Fettsäuren in Seefisch.

Studio-Gast Professor Jens Dawczynski empfiehlt, pro Tag circa zehn Milligramm Lutein und ein bis zwei Milligramm Zeaxanthin aufzunehmen. Bei den Omega-3-Fettsäuren sollten es mindestens 130 Milligramm sein. Prinzipiell ist es bei den Omega-3-Fettsäuren aber auch sinnvoll, zwei bis drei Mal pro Woche Seefisch zu essen, weil dort die Aufnahme der Omega-3-Fettsäuren oft noch besser ist.

Weitere Informationen

Makuladegeneration: Früh Ernährung anpassen

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Interviewpartner:

Im Studio:
Prof. Dr. Jens Dawczynski
Stellv. Direktor Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Universitätsklinikum Leipzig
Liebigstraße 18
04103 Leipzig

Im Beitrag:
Dr. Peter P. Kaupke
Augenarzt
Dres. Kaupke, Miebach, Görges & Partner
Auguste-Baur-Straße 1
22587 Hamburg

Dieses Thema im Programm:

Visite | 11.02.2014 | 20:15 Uhr

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