Stand: 10.02.2015 11:24 Uhr

Noro-Virus - Forscher arbeiten an Medikament

Noroviren sind sehr umweltresistent.

Wer sich mit Noro-Viren ansteckt, leidet innerhalb von 24 Stunden an Brechdurchfall und verliert so in kurzer Zeit viel Flüssigkeit. Pro Jahr sterben in Deutschland mehr als 4.000 vor allem ältere und geschwächte Menschen an den Folgen. Infizieren kann man sich zu jeder Zeit und an jedem Ort.

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Den Noroviren auf der Spur

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Bauchkrämpfe, starke Durchfälle, Übelkeit: Das sind Symptome der Magen-Darm-Grippe. Ursache der Erkrankung sind meist Noro-Viren. Forscher sind dem Virus nun auf der Spur.

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Virus bildet ständig neue Varianten

Das Noro-Virus ist ein sogenanntes nicht-behülltes Virus. Diese Viren sind sehr umweltresistent, überleben auf Lebensmitteln und Oberflächen wie zum Beispiel Türklinken. Noro-Viren werden auch durch die Luft übertragen, befallen Magen und Darm und vermehren sich dort extrem schnell. Besonders heimtückisch ist, dass dieser Erreger, ähnlich wie die Grippeerreger, immer wieder sein Erbgut verändert und neue Varianten bildet. Deshalb kann man sich immer wieder mit dem Noro-Virus anstecken.

Die Suche nach einer wirksamen Therapie

Seit Jahrzehnten suchen Mediziner nach einer wirksamen Therapie gegen die Magen-Darm-Grippe. Nun gelang einem internationalen Forscherteam ein entscheidender Schritt: Sie fanden einen Weg, die Viren in einem spezielle Zellkultursystem mit Mäusen zu züchten. Bisher konnte man Noro-Viren nicht kultivieren und somit kein Mittel gegen den Erreger entwickeln. Dieses grundlegende Problem ist nun endlich gelöst. Unter dem Spezial-Mikroskop für "Lebendzell-Imaging" können die Wissenschaftler die Proben untersuchen und dynamische Abläufe in der lebenden Zelle analysieren.

Hygiene bester Schutz

Bis ein Mittel gegen das Noro-Virus auf den Markt kommt, ist eine gute Hygiene das Wichtigste, um die Übertragung zu verhindern. Aber: Nicht alle Desinfektionsmittel sind wirksam - darauf muss man beim Kauf also unbedingt achten. Insbesondere alkoholbasierte Infektionsmittel schützen oft nicht ausreichend gegen diese Viren.

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Infektiöse Durchfallerkrankungen

Die Gastro-Liga informiert (PDF zum Herunterladen). extern

Gründliches Händewaschen ist wichtig: Dabei die Hände ganz nass machen und die Seife gründlich auch zwischen den Fingern verreiben. Nach 20 bis 30 Sekunden die Hände mit Wasser abspülen und abtrocknen. Wer nicht zu den Risiko-Patienten gehört, hat die Infektion meist nach drei Tagen überstanden. Allerdings bleibt der Stuhl noch zwei bis drei Wochen infektiös, deshalb sollte in dieser Zeit die Toilette nach dem Stuhlgang gründlich desinfiziert werden.

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So schützen Sie sich vor Noroviren

Eine Impfung oder wirksame Medikamente gibt es nicht: Eine Infektion mit dem Norovirus kann man nur durch strenge Hygiene verhindern. Hier die wichtigsten Verhaltensregeln. Bildergalerie

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Susanne Huggett
Ärztliche Leiterin
MEDILYS – Laborgesellschaft mbH
Paul-Ehrlich-Straße 1
22763 Hamburg
Tel. (040) 18 18 81 59 01
Fax (040) 18 18 81 49 54
Internet: www.medilys.de

Dr. Christoph Salomon
Facharzt für Allgemeinmedizin
Große Bergstraße 211
22767 Hamburg
Tel. (040) 38 08 78 57
Fax (040) 38 08 76 59
Internet: www.dr-salomon.net

Priv.-Doz. Dr. Andrea Pace
Chefarzt
Klinik für Gastroenterologie
Friedrich-Ebert-Krankenhaus
Friesenstraße 11
24534 Neumünster
Internet: www.friedrich-ebert-krankenhaus.de

Prof. Dr. rer. nat. Stefan Taube
Virologe
Institut für Virologie und Zellbiologie der Universität zu Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23562 Lübeck
Internet: www.vuz.uni-luebeck.de

Prof. Dr. Thomas Peters
Direktor
Institut für Chemie der Universität zu Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23562 Lübeck
Internet: www.chemie.uni-luebeck.de

 

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Visite | 10.02.2015 | 20:15 Uhr