Stand: 08.06.2015 13:05 Uhr

Ernährung kann Krebs-Therapie unterstützen

Mit komplementären, also ergänzenden, Therapien zur Schulmedizin können Betroffene selbst etwas im Kampf gegen den Krebs tun. Ein Therapieansatz ist die Ernährung. So können bestimmte Nahrungsmittel die Selbstheilungskräfte eines Menschen bei Krebs aktivieren.

Tipps in einer Zeitschrift

Prostatakrebs: So kann Ernährung helfen

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Bei einer Krebserkrankung kann die richtige Ernährung die schulmedizinische Behandlung sinnvoll unterstützen und so die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren.

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Polyphenole bremsen Tumorwachstum

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Granatapfelkonzentrat kann das Tumorwachstum bei Prostatakrebs bremsen.

Besonders eindrucksvoll ist zum Beispiel die Wirkung des Granatapfels gegen Prostatakrebs: Steigt nach einer erfolgreichen Behandlung des Prostatakrebses das Prostataspezifische Antigen, der sogenannte PSA-Wert, langsam wieder an, ist das ein Hinweis, dass der Tumor wieder zu wachsen beginnt. Um dann weitere schulmedizinische Behandlungen wie Bestrahlung oder eine Hormontherapie heraus zu zögern, kann es in vielen Fällen sinnvoll sein, zunächst komplementärmedizinische Verfahren einzusetzen. Dazu gehört zum Beispiel die Einnahme von Granatapfelkonzentrat. Studien belegen, dass die im Granatapfel enthaltenen Polyphenole das Tumorwachstum deutlich bremsen können. Schlägt die Granatapfeltherapie an, zeigt sich das an einem sinkenden PSA-Wert.

Brokkoli-Sprossen schützen vor Krebs

Nicht nur der Granatapfel kann den Krebs bremsen: Die Komplementärmedizin kann auf zahlreiche Nahrungsmittel zurückgreifen, die das Wachstum von Tumoren hemmen. So zeigte eine Heidelberger Studie, dass Brokkoli-Sprossen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs gegen Krebsstammzellen wirken. Dafür verantwortlich ist vermutlich der Inhaltsstoff Sulfurophan. Auch die in Tomaten enthaltenen Lykopene schützen vor Krebs. Und grüner Tee hat sich in Studien als wirksam gegen die chronisch-lymphatische Leukämie (CLL) erwiesen, denn er enthält reichlich Polyphenole, die schädliche freie Radikale neutralisieren. Soja und Tofu sowie fette Fischsorten wie Lachs, Makrele und Hering sind generell gesünder als rotes Fleisch und wirken vorbeugend gegen Krebs.

So kommen vor allem die hormonell bedingten Krebsformen Prostata- und Brustkrebs in Asien deutlich seltener vor, wo statt Fleisch viel mehr Tofu und Soja in der Küche verwendet werden. Eine Brustkrebsstudie zeigte, dass der Verzicht auf rotes Fleisch zusammen mit viel Bewegung ein deutlich längeres Überleben ermöglicht.

Links

Kompetenznetz Komplementärmedizin in der Onkologie

Hilfe für Betroffene, Aktuelles, Projekte. extern

Deutsche Krebshilfe

Informationen und kostenlose Broschüren. extern

Krebsinformationsdienst (KID)

Ansprechpartner und Hintergrundinformationen. extern

World Cancer Research Fund International

Weltweites Netzwerk, das über die Zusammenhänge von Ernährung und Krebs informiert (engl.). extern

Milch oder Milchprodukte sind bei Krebs nicht generell verboten. Die in Kuhmilch enthaltenen insulinähnlichen Wachstumsfaktoren (IGF) scheinen aber an der Entwicklung einiger Krebsarten beteiligt zu sein. Bei Prostatakrebs sollten Milchprodukte eher gemieden werden. Auch auf Zucker sollten Krebspatienten besser verzichten, da der Körper auf Zucker mit einer gesteigerten Insulinproduktion reagiert und Insulin das Wachstum der Krebszellen fördert.

Komplementärmedizin kein Ersatz für schulmedizinische Behandlung

Doch nicht in jeder Erkrankungsphase sind Naturheilmittel und krebshemmende Nahrungsmittel hilfreich, sie können den Therapieerfolg auch gefährden und sollten deshalb nie auf eigene Faust, sondern nur in Absprache mit dem Arzt eingesetzt werden. Grundsätzlich gilt: Die Komplementärmedizin ist niemals ein Ersatz für die schulmedizinische Behandlung, sondern nur eine gute Ergänzung.

Videos
05:15 min

Krebs und Ernährung: Interview

09.06.2015 20:15 Uhr
Visite

Welche Lebensmittel können im Kampf gegen den Krebs helfen? Dr. Matthias Rostock im Interview mit Moderatorin Vera Cordes. Video (05:15 min)

55:25 min

NDR Info Redezeit: Welche Therapien helfen bei Prostatakrebs?

09.06.2015 21:05 Uhr
NDR Info

Für wen ist das Prostatakrebs-Risiko besonders hoch? In der Redezeit haben Experten die Fragen von Hörern beantwortet. Die komplette Sendung finden Sie hier als Videomitschnitt.  Video (55:25 min)

Interviewpartner

Im Studio:
Dr. Matthias Rostock
Facharzt für Innere Medizin, Naturheilverfahren
Naturheilkundliche und Komplementärmedizinische Beratung
Hubertus-Wald-Tumorzentrum - Universitäres Cancer Center Hamburg
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 05 56 92
Fax (040) 741 05 67 44
Internet: www.uke.de/zentren/cancer-center

Dieses Thema im Programm:

Visite | 09.06.2015 | 20:15 Uhr

"Prostatakrebs im Frühstadium ist heilbar"

Gibt der PSA-Wert verlässliche Auskunft über die Prostata und gibt es bald einen Impfstoff gegen Prostatakrebs? Dr. Lutz Kuhlmann hat viele Fragen im Chat beantwortet. mehr

Prostatakrebs-OP - Was kommt danach?

Nach einer Prostatakrebs-OP leiden viele Betroffene unter Inkontinenz und Erektionsstörungen. Dazu kommt die psychische Belastung. Eine Reha wird daher empfohlen. mehr