Stand: 07.02.2017 14:24 Uhr

Kohlenmonoxid: Vergiftung verhindern

Etwa 5.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Bei jedem Zehnten endet sie tödlich. Das farb-, geruch- und geschmacklose Gas (Abkürzung: CO) wird auch "leiser Mörder" genannt, weil es lautlos ausströmt und dabei für Menschen nicht wahrnehmbar ist.

Feuer im Ofen.

Kohlenmonoxid: Vergiftung verhindern

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Kohlenmonoxid kann unbemerkt aus defekten Heizungen mit Öfen austreten. Das Gas wirkt in kurzer Zeit tödlich. Wie lässt sich eine Vergiftung verhindern?

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Gefahr durch Öfen, Grills und Pellets

Das Gas entsteht, wenn Kohle, Gas oder Benzin nicht vollständig verbrennen, weil die Sauerstoffzufuhr nicht ausreicht. Auslöser einer CO-Vergiftung sind vor allem

  • defekte Öfen, Gasthermen, Heizstrahler, Kamine und Schornsteinanlagen
  • Benzinmotoren in geschlossenen Räumen
  • Grillen mit Holzkohle in geschlossenen Räumen - selbst Grillen bei geöffneten Fenstern und Türen ist lebensgefährlich
  • Pellets für Holzheizungen: Bei der Herstellung der gepressten Späne entsteht Kohlenmonoxid, das die Pellets an die Raumluft abgeben. Das Bundesamt für Risikobewertung empfiehlt daher, nicht mehr als einen großen Müllsack frischer Pellets in einem Raum aufzubewahren. Wer sichergehen will, baut im Lagerraum einen CO-Melder ein.

Vergiftung durch Kohlenmonoxid

Bei einer Vergiftung mit Kohlenmonoxid bindet sich das Gas im Körper an den Blutfarbstoff Hämoglobin und blockiert dadurch die Sauerstoffaufnahme. So kommt es zu einem massiven Sauerstoffmangel im Blut, in Organen, im Gehirn und im Gewebe.

Symptome erkennen

Symptome einer Kohlenmonoxid-Vergiftung sind zum Beispiel Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen, Benommenheit, Halluzinationen, Apathie, Krampfanfälle und Atemnot. Tritt die Vergiftung während des Schlafes ein, wird der Betroffene bewusstlos, die Atmung setzt aus und der Tod tritt ein. Besonders empfindlich reagieren ältere Menschen, Herzpatienten und Ungeborene im Mutterleib auf das Gas.

So schnell wirkt das Gas

Bei einer hohen CO-Konzentration liegt zwischen den ersten Symptomen und dem Verlust des Bewusstseins nur eine kurze Zeitspanne. Die Betroffenen haben oft zunächst keinerlei Beschwerden. Da sich das Blut kirschrot verfärbt, haben sie sogar eine gesunde Gesichtsfarbe. Beim Versuch aufzustehen, versagen dann aber schlagartig alle Körperfunktionen und sie können den Raum nicht mehr verlassen.

Vergiftung mit Sauerstoff behandeln

Rechtzeitig erkannt, lässt sich eine CO-Vergiftung mit reinem Sauerstoff behandeln, der dem Betroffenen im Krankenhaus über eine Sauerstoffmaske zugeführt wird. Bei stärkeren Beschwerden, Schwangerschaft oder Herzproblemen wird der Sauerstoff in einer Überdruckkammer verabreicht.

Melder warnt vor hoher CO-Konzentration

Wer mit Kohle, Gas oder Holz heizt, sollte intensiv lüften, um eine hohe Kohlenmonoxid-Konzentration zu vermeiden. Wichtig ist außerdem eine regelmäßige Wartung der Heizung. Bei einer höheren Kohlenmonoxid-Konzentration schlägt ein CO-Melder (ab 20 Euro im Baumarkt) Alarm. Dann sollte man sofort den Raum verlassen und an die frische Luft gehen.

Weitere Informationen
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Interviewpartner

Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Manfred-Peter Müller-Kortkamp, Facharzt für HNO-Heilkunde, Umweltmedizin
Schwerpunktpraxis für Hyperbare Sauerstofftherapie
Seilerstraße 7-9, 29614 Soltau
Tel. (05191) 986 00, Fax (05191) 991 04
Internet: www.mueller-kortkamp.de

Dr. Hans F. E. Klose, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie
Leiter der Sektion Pneumologie
2. Medizinische Klinik und Poliklinik
Onkologisches Zentrum
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
Internet: www.uke.de

Dr. Michael Thomsen, Facharzt für Anästhesie
Abteilung Anästhesie, Intensiv-, Rettungs- und Schmerzmedizin
BG Klinikum Hamburg
Bergedorfer Straße 10, 21033 Hamburg
Internet: www.bg-klinikum-hamburg.de

Lutz-Matthias Peters, Schornsteinfegermeister und Gebäudeenergieberater
Kapitän-Schröder-Weg 13, 22417 Hamburg
Tel. (040) 520 60 65, Fax (040) 520 199 12
Internet: www.schornsteinfeger-peters.de

Weitere Informationen:
Bundesamt für Risikobewertung
Internet: www.bfr.bund.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 07.02.2017 | 20:15 Uhr

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