Stand: 17.06.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Katzen verbreiten aggressiven Pilz

Bild vergrößern
In Deutschland sind rund zehn Prozent der Katzen Träger des Erregers.

Katzen können tolle Spiel- und Schmusegefährten sein. Vor allem Kinder können sich oft kaum zurückhalten, wenn eine Katze um ihre Beine streicht. Die wenigsten Menschen  wissen allerdings, dass Katzen eine extrem ansteckende Krankheit übertragen können, die ihnen nicht anzusehen ist: Microsporum canis - besser bekannt als Katzenpilz. Häufig stecken sich Kinder im Urlaub an, wenn sie in warmen Ländern Katzen streicheln - und verbreiten den Pilz dann in ihrer Familie. Neben Kindern, deren natürliche Hautbarriere noch nicht voll ausgebildet ist, stecken sich Menschen mit herabgesetzter Immunabwehr besonders schnell an.

Erreger löst Juckreiz aus

Zunächst macht sich der Erreger durch Juckreiz an den Stellen bemerkbar, an denen er die Haut erreichte. Durch Kratzen verbreitet er sich dann auf dem Körper, weitere Infektionsherde entstehen. Der Pilz dringt in die Haut ein und greift oft auch die Haarwurzeln an. Dauerhafter Haarausfall kann die Folge sein.

Besonders häufig betroffen: Perserkatzen

Nicht nur in Urlaubsländern, auch in Deutschland sind rund zehn Prozent der Katzen Träger des Erregers. Als besonders anfällig gelten Perserkatzen. Die Katze selbst zeigt oft keine Symptome und bis der Erreger zweifelsfrei nachgewiesen ist, dauert es oft Wochen, dadurch steigt das Risiko einer Fehldiagnose und in der Zwischenzeit verbreitet sich der Katzenpilz weiter im Umfeld der Betroffenen.

Diagnose und Behandlung

Um dem Pilz auf die Spur zu kommen, entnimmt der Hautarzt zunächst Hautproben, die im Labor angezüchtet werden. Unter dem Mikroskop erkennt der Experte, um welchen Pilz es sich handelt. Blutuntersuchungen sind wichtig, um einen Befall innerer Organe auszuschließen.

Dermatologen der Universität Kiel arbeiten daran, Pilzerkrankungen genetisch zu identifizieren und so schneller zu diagnostizieren. Der Katzenpilz kann auch  von Meerschweinchen, Kaninchen, Hunden und Katzen übertragen werden.  Behandelt wird die   Pilzerkrankung in der Regel mit sogenannten Antimykotika (Tabletten, Saft, Salben). Auch die Tiere können behandelt und geheilt werden.

Wichtig ist, die Wohnung gründlich zu reinigen, da Haare mit Pilzsporen auch noch nach zwölf Monaten Infektionsquelle sein können. Nur wenige Desinfektionsmittel haben sich hierbei als ausreichend wirksam erweisen.  Experten empfehlen zum Beispiel Chlorbleiche. Und zur Vorbeugung gilt: Hände weg von fremden Katzen und grundsätzlich nach dem Streicheln die Hände waschen.

Weitere Informationen
mit Video

Bettwanzen - gefährliche Urlaubsmitbringsel

In vielen Urlaubsländern verbreitet, werden Bettwanzen von Touristen im Gepäck eingeschleppt. Wenn sie sich erst einmal eingenistet haben, wird man sie schwer wieder los. mehr

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Johannes Müller-Steinmann
Hautarzt
Hautarztzentrum Kiel
Alter Markt 1-2
24103 Kiel
Tel. (0431) 380 18 10
Fax (0431) 380 18 11
Internet: www.hautarztzentrum-kiel.de

Dr. Nikolaus Seeber, Hautarzt
Wandsbeker Marktstraße 48-50
22041 Hamburg
Tel. (040) 68 86 03 30
Fax (040) 688 60 33 22
Internet: www.mein-hautarzt.de

Prof. Dr. Jochen Brasch
Leiter der Arbeitsgruppe Mykologie
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Schittenhelmstraße 7
24105 Kiel
Internet: www.dermatology.uni-kiel.de

Dr. Monika Linek
Tierärztin für Hautkrankheiten
Tierärztliche Spezialisten
Rodigallee 85
22043 Hamburg
Tel. (040) 88 88 85 40
Fax (040) 888 88 54 20
Internet: www.tsh.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 17.06.2014 | 20:15 Uhr