Stand: 26.04.2017 15:45 Uhr

Studie: Impfen gegen Malaria erfolgreich

Gegen Malaria (Sumpffieber) haben Forscher in Tübingen einen Impfstoff entwickelt, der in einer klinischen Studie eine Wirksamkeit von bis zu 100 Prozent zeigte. Malaria zählt weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Sie ist vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet. Etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung leben in Malariagebieten. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jährlich etwa 216 Millionen Menschen an Malaria.

Eine Bildmontage zeigt eine Spritze und mehrere Mücken

Impfen gegen Malaria: Studie erfolgreich

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Malaria gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Gegen den Erreger haben Forscher in Deutschland einen vielversprechenden Impfstoff entwickelt.

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Studie: Impfstoff ist wirksam

An der Studie haben 67 gesunde Erwachsene teilgenommen. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass sie noch nie an Malaria erkrankt waren. Die Probanden erhielten den Impfstoff mit lebendigen Malaria-Erregern und gleichzeitig das seit Langem genutzte Malaria-Medikament Chloroquin. Getestet wurden verschiedene Impfstoff-Konzentrationen und Impfschemata. Die beste Wirkung zeigte die Impfung bei Probanden, die mit der höchsten Dosierung dreimal im Abstand von vier Wochen geimpft wurden. In dieser Gruppe hatten alle Teilnehmer zehn Wochen nach der letzten Injektion einen hundertprozentigen Impfschutz.

Weitere Studien sind nötig

Bevor der neue Impfstoff flächendeckend zum Einsatz kommen kann, muss die Wirksamkeit zunächst an einer größeren Gruppe und über einen längeren Zeitraum geprüft werden. Denn bislang sind nicht alle Fragen geklärt - zum Beispiel:

  • Wie lange hält der Impfschutz an?
  • Besteht der Impfschutz auch gegenüber natürlich vorkommenden Überträgern?

Geplant ist eine mehrjährige klinische Studie in Gabun. In dieser Region Afrikas zählt Malaria zu den größten Gesundheitsproblemen. Allerdings ist die Herstellung des Lebendimpfstoffs sehr schwierig. Die Erreger müssen aus den Speicheldrüsen infizierter Mücken herauspräpiert werden. Das könnte für Reisende reichen, aber nicht für Millionen Impfungen in Afrika.

Malaria: Infektion und Symptome

Ausgelöst wird Malaria durch einzellige Parasiten (Plasmodien), die durch den Stich der weiblichen Anophelesmücke in den menschlichen Körper gelangen. Sie vermehren sich zunächst in der Leber und dann in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), bis diese platzen. Die neu gebildeten Erreger gelangen in die Blutbahn und lösen dadurch Fieber aus. Da sich die Plasmodien zyklisch vermehren, treten in regelmäßigen Abständen Fieberschübe auf.

Die Bezeichnung Malaria stammt aus dem Italienischen: "Mala aria" bedeutet "schlechte Luft". Früher wurde die Entstehung der Malaria der modrigen Luft in Sumpfgebieten zugeschrieben. Der Malaria-Überträger, die Anophelesmücke, hat in feucht-warmen Sumpfgebieten ideale Lebensbedingungen.


26.04.2017 15:46 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut sei an der Impfstudie beteiligt gewesen. Das ist nicht korrekt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen!

 

Interviewpartner

Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Peter G. Kremsner
Direktor des Instituts für Tropenmedizin, Reisemedizin, Humanparasitologie
Medizinische Klinik, Abteilung VII
Universitätsklinikum Tübingen
Wilhelmstraße 27, 72074 Tübingen
Tel. (07071) 29 87179

Prof. Dr. Egbert Tannich
Leiter der Abteilung Molekulare Parasitologie
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Bernhard-Nocht-Straße 74, 20359 Hamburg
Tel.: (040) 42818 270, Fax: (040) 42818 265
Internet: www.bnitm.de
E-Mail: tannich@bnitm.de

Weitere Informationen:
Robert-Koch-Institut
Internet: www.rki.de

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