Stand: 25.10.2016 08:53 Uhr  | Archiv

Grauer Star: Welche Linse ist die richtige?

Beim grauen Star, auch Katarakt genannt, trübt sich die Augenlinse. Dadurch wird die Sicht allmählich schlechter, oft reagieren die Augen empfindlich auf scheinbar helles Licht. Die weltweit häufigste Augenerkrankung schreitet langsam voran und wird häufig erst bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Abhilfe schafft nur eine Operation: Dabei wird die trübe Linse per Ultraschall oder Laser zertrümmert und durch eine Kunstlinse ersetzt.

Grauer Star: Künstliche Linsen im Vergleich

Unterschiede bei künstlichen Linsen

  • Standardlinsen (Monofokallinsen):  Damit kann man entweder in der Nähe oder in der Ferne scharf sehen. Nach der Operation ist eine Brille nötig. Wer in der Ferne ohne Brille scharf sehen möchte, braucht nach der OP eine Lesebrille. Wer eine scharfe Nahsicht wählt, weil er gern liest oder viel am Computer arbeitet, braucht eine Brille für die Ferne. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Standardlinsen.
  • Premiumlinsen (Multifokallinsen):  Ähnlich wie eine Gleitsichtbrille ermöglichen diese Linsen scharfes Sehen in mehreren Entfernungsbereichen. Sie können nur bei Betroffenen ohne gravierende Augenerkrankungen oder Hornhautverkrümmung eingesetzt werden. Multifokallinsen funktionieren nicht in allen Bereichen gleich gut. In einer Entfernung von einem halben bis einen Meter kann Streulicht die Sicht stören. Träger von Multifokallinsen können bei Dunkelheit empfindlicher auf Licht reagieren. Die Zuzahlung für eine Premiumlinse beginnt bei 600 Euro pro Linse. 
  • Torische Linsen: Sie eignen sich unabhängig vom grauen Star für Menschen mit angeborener Hornhautverkrümmung und können bis zu 0,75 Dioptrien ausgleichen. Torische Linsen gibt es in Mono- und Multifokalausführung. Sie kosten bis zu 2.000 Euro pro Linse. 
  • Sonderlinsen mit Blaufilter: Sie enthalten zusätzlich zum UV-Filter gegen Sonnenstrahlen eine Blautönung, die die Netzhaut schützen soll. Der Nutzen ist umstritten, ein wissenschaftlicher Nachweis fehlt.

Noch erforscht werden sogenannte akkomodative Intraokularlinsen. Dabei handelt es sich um elastische Gel-Linsen, die mithilfe der Augenmuskulatur stufenlos von Nah- auf Fernsicht umschalten können.

Chat

Chat-Protokoll zum Thema "Grauer Star"

Beim grauen Star trübt sich die Augenlinse. Die Therapie ist eine Operation. Dr. Andrea Hassenstein hat viele Fragen zum Thema im Chat beantwortet. Hier das Protokoll zum Nachlesen. mehr

Operation mit Ultraschall

Die Operation des grauen Stars gilt als risikoarm. In der Regel wird der Eingriff ambulant durchgeführt und dauert weniger als zehn Minuten. Das Auge wird mit Tropfen betäubt, bevor der Operateur mit einer Nadel die Linsenkapsel über eine Länge von etwa drei Millimetern aufschneidet und so einen Zugang zur Linse schafft. Durch die Öffnung wird die trübe Linse per Ultraschall zertrümmert und abgesaugt. Anschließend wird eine Kunstlinse mit zwei winzigen Haken im Auge platziert.

Operation mit Laser

Von einem neuen, schonenderen Operationsverfahren profitieren vor allem Erkrankte mit einer Hornhautverkrümmung. Dabei setzt der Arzt mit einem sogenannten Femtosekundenlaser Speziallinsen ein, die Sehschwächen und Hornhautverkrümmung ausgleichen. Der Laser schneidet einen exakten, immer gleichen Kreis in die Kapsel und zertrümmert blitzschnell die getrübte Linse. Anschließend wird die alte Linse wie bei der Ultraschallmethode abgesaugt und durch die Speziallinse ersetzt. Die Kosten der Lasermethode von rund 1.500 Euro pro Auge müssen Erkrankte selbst tragen.

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Dieses Thema im Programm:

Visite | 25.10.2016 | 20:15 Uhr

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