Stand: 02.12.2014 11:13 Uhr  | Archiv

Gesundheitsfallen auf dem Weihnachtsmarkt

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Die Becher auf dem Weihnachtsmarkt sollten in einer Spülmaschine bei mindestens 70 Grad gereinigt werden.

Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit der Weihnachtsmärkte. An jeder Ecke locken Glühwein, Punsch, süße und salzige Leckereien. Und die haben es in sich: Zuckerwatte, Bratwurst, Paradiesapfel, dazu gebrannte Mandeln, Glühwein oder Eierpunsch - das macht zusammen schnell über 2.500 Kalorien.

Keimfalle Spülwasser

Vor allem für Diabetiker und Menschen mit Rheuma sind die weihnachtlichen Köstlichkeiten oft problematisch. Und nicht nur das: Auf Gläsern können sich Keime tummeln, die Infektionskrankheiten auslösen können. Besonders häufig kommen Darmbakterien wie E. coli vor, aber auch Herpesviren halten sich an einem Becherrand, wenn dieser nicht richtig gespült wird.

In der Regel haben die meisten Glühweinbuden Spülmaschinen. Doch wenn es schnell gehen soll, wird oft mit der Hand und einem Schwamm abgewaschen. Und da lauert die Gefahr: Das Spülwasser bleibt über längere Zeit stehen, sodass sich Bakterien in diesem "Spültümpel" vermehren können. Und: Aus Kostengründen wechseln viele Gastronomen Spülwasser und Schwämme viel zu selten.

Tipp: Blick hinter den Tresen werfen

Ein weiteres Problem sind oft Becher oder Tonkrüge ohne Henkel: Fasst der Wirt ohne Handschuhe am oberen Rand an, kann er Keime auf den Becherrand übertragen. Um nach dem Glühweingenuss keine böse Überraschung zu riskieren, sollten Weihnachtsmarktbesucher einen Blick hinter den Tresen der Glühweinbuden werfen. Steht dort statt einer Spülmaschine nur kaltes Wasser im Becken, sollte man besser nach einer anderen Bude Ausschau halten. Kommen die Becher dagegen aus der Spülmaschine, kann in der Regel nichts passieren, denn bei Temperaturen um 70 Grad sterben die Bakterien ab.

Holunderpunsch statt Eierpunsch

Wer bewusst über den Weihnachtsmarkt bummelt, findet auch leckere und gesunde Alternativen zu den Kalorienbomben. So sollte man ruhig mal auf die Klassiker Eierpunsch und Glühwein verzichten und lieber zum Holunderpunsch greifen. Er ist ein klassisches Hausmittel gegen Erkältungen, denn die schwarzen Beeren enthalten sehr viel Vitamin C. Auch Ingwerpunsch, Kräuter- und Früchtetees stärken die Körperabwehr.

Zu kalorienreichen Naschereien gibt es ebenfalls gesunde Alternativen auf jedem Weihnachtsmarkt: Mutzenmandeln und Schmalzgebäck sind in Fett gebraten und mit reichlich Zucker bestreut. Ernährungsmediziner empfehlen stattdessen Maronen: Sie gehören zu den Nüssen und sind reich an Proteinen und ungesättigten Fette. Durch ihren hohen Anteil komplexer Kohlehydrate lassen Maronen den Blutzuckerspiegel weniger stark  ansteigen als zum Beispiel Zuckerwatte. So sorgen sie für eine stabile Energiebasis und sind leicht bekömmlich. Gesund sind auch gebrannte Mandeln und Nüsse: Sie tragen nicht zum Übergewicht bei, weil ihre ungesättigten Fette im Körper weniger als Kalorien- denn als Funktionsträger genutzt werden.

Zimt im Lebkuchen wirkt antibiotisch

Richtig kalorienarm ist die Champignonpfanne: Sie enthält nicht einmal 50 Kilokalorien auf 100 Gramm, zudem viel Kalium, Jod und Fluor. Und: Im Mittelalter wurden Lebkuchen in klösterlichen Apotheken gegen Fieber verkauft, der darin enthaltene Zimt wirkt tatsächlich antibiotisch und senkt den Blutzuckerspiegel. Allerdings gilt das nur für traditionell hergestellte Lebkuchen. Die meisten industriell gefertigten Lebkuchen enthalten sehr viel Zucker.

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Interviewpartner im Beitrag

Prof. Dr. Morten Schütt
Endokrinologe, Diabetologe
Medizinische Klinik I - Bereich Diabetes und Stoffwechsel
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
Internet: www.uksh.de

Prof. Dr. Werner Solbach
Direktor
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
Internet: www.uksh.de

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Visite | 02.12.2014 | 20:15 Uhr