Stand: 09.09.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Gesunde alte Apfelsorten - auch für Allergiker

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Der Boskoop gehört zu den wenigen noch weit verbreiteten alten Apfelsorten.

Äpfel sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Sie enthalten viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe und fast kein Fett. Da Äpfel zu 85 Prozent aus Wasser bestehen, sind sie zudem kalorienarm. Aber: Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland sind allergisch gegen den Obstklassiker.

Supermarktklassiker lösen häufig Allergien aus

Was viele Apfelallergiker nicht wissen: Oft ist die Allergie sortenabhängig. So führen Supermarktklassiker wie beispielsweise Jonagold und Granny Smith bei Allergikern häufiger  zum unangenehmen Jucken. Sorten wie Boskoop, Gravensteiner und Finkenwerder Herbstprinz dagegen können oft ohne allergische Reaktion genossen werden.

Um herauszufinden, welche Sorten für Allergiker verträglich sind, starteten apfelbegeistere Mitglieder des BUND Lemgo eine Initiative. Sie riefen Allergiker auf, ihnen Rückmeldungen zu schicken, welche Apfelsorten sie ohne Probleme essen können. Fazit dieser Erhebung: Besonders alte Apfelsorten werden als gut verträglich eingestuft. Diese Sorten haben einen hohen Polyphenolgehalt.

Polyphenole machen den Unterschied aus

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Es wird vermutet, dass das Polyphenol die allergenen Stoffe im Apfel unschädlich macht. Polyphenole sind aromatische Verbindungen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Sie bewirken, dass der Apfel zwar aromatisch, aber weniger süß ist. Äpfel mit hohem Polyphenolgehalt haben nicht immer eine ganz perfekte Form und das Fruchtfleisch verfärbt sich beim Anschneiden schneller, es wird eher braun.  Beim Apfel aus dem Supermarkt sind solche Makel nicht erwünscht, und so enthalten viele neu gezüchtete Sorten weniger Polyphenole als ihre Vorgänger.

Das Hauptallergen des Apfels heißt "Mal d1". Je länger ein Apfel lagert, desto höher ist der Allergengehalt. Allergiker sollten deshalb möglichst frische Äpfel essen. Zudem scheinen rote Äpfel besser verträglich zu sein als grüne. Wer weiß, dass er an einer Allergie leidet, sollte sich zunächst langsam und mit kleinen Stücken vortasten.

Für alle Äpfel gilt: Die wichtigen Vitamine des Kernobstes liegen direkt unter der Schale. Daher sollte man das Obst am besten ungeschält genießen. Durch Kochen werden die Allergie hervorrufenden Eiweißbausteine zerstört oder unschädlich gemacht. Deswegen ist zum Beispiel Apfelmus für die meisten Allergiker gut verträglich.

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Interviewpartner im Beitrag:

Eckart Brandt
Pomologe
BOOMGARDEN e.V.
Im Moor 1
21712 Großenwörden
Tel. (04775) 538
E-Mail: info@boomgarden.de
Internet: www.boomgarden.de

Willi Hennebrüder
BUND-Ortsgruppe Lemgo
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Oberer Steinbrink 8
32657 Lemgo
Tel. (05266) 679
Internet: www.bund-lemgo.de

Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Zapp
Laborleitung
Labor Chemie
Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Liebigstraße 87
32657 Lemgo
Tel. (05261) 702  57 41
Fax (05261) 702  85 741

Dr. Ute Lepp
Fachärztin für Lungen- und Bronchialheilkunde, Innere Medizin,
Allergologie und Umweltmedizin
Herz-Lungen-Praxis-Stade
Harsefelder Straße 6
21680 Stade
Tel. (04141) 442 46
Fax (04141) 466 76
E-Mail: info@herzlunge.de
Internet: www.herzlunge.de

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