Stand: 29.11.2016 09:44 Uhr

Erbkrankheiten mit Genschere heilen

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Mit einer Genschere sollen sich Erbkrankheiten heilen lassen.

Sind Gene im menschlichen Körper fehlerhaft und funktionieren nicht, leiden Betroffene zum Beispiel an Erbkrankheiten oder bestimmten Arten von Krebs. Solche genetisch bedingten Erkrankungen sind in Zukunft womöglich mit einer sogenannten Genschere heilbar: Damit lassen sich kranke und fehlerhafte Stellen im menschlichen Erbgut herausschneiden und neue Gene hinzufügen.

Ein Modell einer DNA-Kette

Erbkrankheiten mit Genschere heilen

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Genforscher haben eine Methode entwickelt, mit der sich Erbkrankheiten in Zukunft womöglich heilen lassen. Wie funktioniert die sogenannte Genschere?

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Erbgut mit der Genschere verändern

Einen Durchbruch in der medizinischen Gentechnik könnte die Genschere CRISPR-Cas9 bedeuten. Sie besteht aus einer Erkennungssonde und einer molekularen Klinge:

  • Die Erkennungssonde findet und markiert das kranke Gen.
  • Die molekulare Klinge schneidet das kranke Gen heraus.

Bei Bedarf kann an der Stelle auch eine intakte Version des Gens eingefügt werden.

Menschliche Zellen umprogrammieren

Noch ist die Methode nicht ganz ausgereift. Doch Forscher arbeiten bereits daran, die Genschere CRISPR-Cas9 gegen Erbkrankheiten und AIDS anzuwenden. Mit der Methode lassen sich auch menschliche Zellen umprogrammieren, aus denen neue Lebewesen entstehen: die sogenannten Keimbahnzellen. Damit ließen sich in ferner Zukunft Erbkrankheiten im Reagenzglas noch vor der Befruchtung reparieren.

Genschere imitiert Abwehrsystem des Darms

Die Funktionsweise der Genschere CRISPR-Cas9 haben sich die Forscher bei Darmbakterien abgeguckt. Diese besitzen ein eigenes Abwehrsystem, mit dem sie eingedrungene Viren erkennen und eliminieren. Dieses Bakteriensystem haben die Wissenschaftler auf Zellen von Pflanzen, Tieren und an menschlicher DNA übertragen. Die Erbsubstanz DNA befindet sich in den Chromosomen in den Zellkernen des menschlichen Körpers.

Interviewpartner

Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Frank Buchholz, Systembiologe
Universitäts KrebsCentrum des Universitätsklinikums
und der Medizinischen Fakultät an der TU Dresden
BIOTEC Dresden
Tatzberg 47/49, 01307 Dresden
Internet: https://tu-dresden.de/med/mf/medsys

Prof. Dr. Toni Cathomen
Direktor am Institut für Zell- und Gentherapie
Universitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg
Internet: www.uniklinik-freiburg.de/izg.html

Dieses Thema im Programm:

Visite | 29.11.2016 | 20:15 Uhr

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